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Purpurner Heideteppich als Pauschale oder zum Selbstentdecken

Foto: Archiv Naturpark

Zu Fuß, per Rad oder mit dem Kremser die lila Pracht genießen

Jedes Jahr im August und September blüht sie im Naturpark in den schönsten Purpur-Tönen: Calluna vulgaris - die Besenheide. Der malerische Heideteppich macht das Naturschutzgebiet „Forsthaus Prösa“ in diesen Monaten zu einem besonders attraktiven Reiseziel. Über 300 Hektar der Offenflächen des Naturschutzgebietes sind mit der Besenheide und weiten Silbergrasfluren bewachsen und bieten vielfältigen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Und mit etwas Glück trifft man sogar den Heideschäfer, der seine Heidschnuckenherde zum nächsten Weidplatz führt.

Radelnd oder zu Fuß durch Silbergrasfluren und Calluna-Heiden

Der lila-farbene Heideteppich kann im Naturpark auf zwei Offenflächen bestaunt werden. Blühende Heide gibt es auf dem ehemaligen Taktikgelände nördlich von Kraupa und Hohenleipisch zu erleben. Dieses ca. 10km2 große Gebiet ist für die Begehung freigegeben, es besteht jedoch Wegegebot. Der nächstgelegene Waldparkplatz befindet sich in Kraupa, von dort sind es etwa 20 Minuten zu Fuß oder weniger als 10 Minuten mit dem Rad.

Eine weitere ca. 8 km2 große Heidefläche verläuft entlang der Birkenallee auf dem ehemaligen Schießplatz im Norden des NSG Forsthaus Prösa. Besonders empfehlenswert ist es, diese Heide-Fläche bei einer Fahrt auf der Verbindungsstraße Friedersdorf - Hohenleipisch zu unternehmen. Fahrzeuge können auf dem ausgewiesenen Waldparkplatz in Friedersdorf abgestellt werden. Von dort sind es zu Fuß ca. 30 Minuten bis zur Heidefläche oder ca. 15 Minuten mit dem Rad. Etwas weiter zur Heidefläche ist es vom Waldparkplatz in Hohenleipisch. Die Fläche selbst ist aufgrund der vorherigen Nutzung als militärisches Übungsgelände nicht begehbar. Ein sehr schöner Blick in die Heidelandschaft mit Besenheide, Silbergrasfluren, jungen Birken und Kiefern erschließt sich jedoch von der parallel zur Heidefläche verlaufenden Birkenallee. Mehr Informationen zum NSG Forsthaus Prösa finden Sie im Flyer „junge Heide, alte Eichen“ zum Herunterladen.

Für weitere Tipps zum Wandern oder Radfahren in der Heide und eine individuelle Ausflugsplanung steht Ihnen das Team des Besucherzentrums im Naturparkhaus in Bad Liebenwerda gern zur Verfügung. Aktuelle Wander- und Radwanderkarten für den Naturpark sind ebenso dort erhältlich. Infos zum Besucherzentrum mit Öffnungszeiten & Kontakt gibt es hier.

Mit dem Kremser durch die Heide

Wem Wandern zu zeitaufwendig und Rad fahren zu beschwerlich ist, der kann die blühende Heide auch bequem vom Pferdekremser aus erleben. Mehrere Kremserunternehmen bieten Touren durch das Naturschutzgebiet an. Startpunkt und Routen können individuell vereinbart werden, Touren in die Heide starten in der Regel von Hohenleipisch, Kraupa, Theisa oder Dobra. Mehr Informationen mit Anbieterkontaktdaten gibt es im Flyer "Unterwegs mit dem Kremser".

Foto: Archiv Naturpark

Hoch zu Ross durch die violette Pracht

Im Jahr 2002 wurde der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft als eine von vier Modellregionen für die Entwicklung des Wanderreittourismus in Brandenburg ausgewählt. Reiter und Pferd sollen sich in der Natur erholen können und das möglichst in der gesamten Region. Es können auch in diesem Jahr wieder thematische Reittouren mit Berittführer gebucht werden. Dabei kann man einen Tag aber auch mehrere Tage durch die schöne Natur reiten und allerlei über August den Starken und die Besenheide erfahren. Geübte Reiter können sich natürlich auch allein auf den Weg machen und den Ritt mit ihrem vierbeinigen Freund genießen. Routenvorschläge und buchbare Reitangebote gibt es beim Reitnavigator des „Pferdelandes Brandenburg“.

Einen Tag lang „Schnucken gucken“ mit den Rangern des Naturparks

Das frei buchbare Angebot „Schnucken gucken“ entführt Sie mit einem fachkundigen Ranger für einen ganzen Tag in die Heide. Was wäre die Heide ohne die Heidschnucken? Hier im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft gibt es zwar erst seit 1995 eine Heidschnuckenherde, aber ohne sie wäre ein Ausflug in die blühende Heide kein solches Erlebnis. Ohne ihren Hunger nach den grünen Trieben der Heide würde diese überaltern und sehr schnell entstünde Wald an der Stelle von Offenland. Natürlich darf bei so einer Exkursion ein Besuch des Schäfers beim Hüten seiner Heidschnuckenherde nicht fehlen. Das Angebot kann mit Voranmeldung vom 1. August bis 30. September frei gebucht werden. Alle Informationen zur Tour „Schnucken gucken“ gibt es hier.

Foto: Naturwacht/P. Wießner

Mehrtagesangebot - Heideerlebnis für die Sinne

Sehen, riechen, fühlen, hören und schmecken Sie die Heide mit dieser zweitägigen buchbaren Heidepauschale! Eine meditative, entspannende Wanderung durch die weiten offenen Flächen dieser besonderen Landschaft - im Spätsommer ein purpurn blühender Heideteppich - lässt Sie diese mit allen Sinnen erfahren.

Ein ruhiger Grillabend mit Heidebrotbacken, ein leckeres Heidemenü und vieles mehr lassen Sie entspannen und den Alltagsstress vergessen. Das Angebot ist von Mai bis Oktober an jedem letzten Wochenende im Monat buchbar. Volle Leistungsbeschreibung mit Preisen finden Sie hier.

Niederlausitzer Heidelammwochen als kulinarische Ergänzung zur Heidereise

Vom 20. August – 28. September 2012 pünktlich zur Heideblüte setzen die Gaststätten der Region verstärkt auf das Niederlausitzer Heidelamm. Die hier aufgeführten Gastronomen laden ein, zu probieren, welche verschiedenen köstlichen Gerichte aus diesem besonders gesunden und hochwertigen Fleisch zubereitet werden können. Ein Heidelammgericht bildet die perfekte kulinarische Ergänzung zu einem Ausflug in die violett erblühte Landschaft. 

Auerhuhnprojekt: Herbstfangaktion in Vorbereitung

Foto: Archiv Naturpark/U. Lindner

Auerhennen im Naturpark bald in männlicher Begleitung

Das im Frühjahr im Naturpark gestartete Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns arbeitet im Moment unter Hochdruck an der Vorbereitung der Herbstfangaktion in Schweden. Im Frühjahr wurden 26 schwedische Auerhennen im Naturpark freigesetzt, nun sollen die Hähne folgen, so dass Nachwuchs im Frühjahr 2013 nichts mehr im Weg steht.

Es ist vorgesehen, dass ein Projektteam Anfang Oktober nach Schweden reist und die einheimischen Fänger begleitet. Auerhühner versammeln sich im Herbst vor dem ersten Schnee noch einmal an den Wegrändern um die für ihre Verdauung notwendigen Magensteinchen aufzunehmen. Diese Gelegenheit wird genutzt, um die Tiere zu fangen. Weitere Informationen zum Auerhuhn-Projekt gibt es hier.

Apfeltag & Co. locken auf die Streuobstwiesen

Foto: Archiv Naturpark/V. Rösler

Apfeltag, Apfelwochen und viele weitere Angebote rund ums Streuobst

Die herbstlichen Streuobstwiesen rund um Hohenleipisch und Döllingen laden gerade jetzt in der üppigen Erntezeit zu einem Besuch ein. Um diese die Region prägende Kulturlandschaft zu erleben, gibt es im Herbst viele Veranstaltungen und Angebote rund um Apfel, Quitte & Co.

18. Niederlausitzer Apfeltag lädt in den Pomologischen Garten ein

Der 18. Niederlausitzer Apfeltag am 30. September 2012 lädt alle Interessierten in den Pomologischen Garten nach Döllingen ein. Höhepunkte sind die Obstsortenbestimmung durch einen Experten, das Schaukochen und die Krönung der neuen Äppelmoid. Baumschnittseminare mit Fachfrau Urte Delft finden um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr statt.
Traditionell wird der Apfeltag von einem Regionalmarkt, der Handwerkerstraße und Schauvorführungen begleitet. Herzhafte Spezialitäten, Süßes vom Bäcker oder außergewöhnliche Fruchtsäfte und Bowlen - regionale Köstlichkeiten aller Art sind im Angebot. Das komplette Programm des Apfeltages zum Herunterladen gibt es hier.

Regionale Produkte zu den Apfelwochen, Foto: Archiv Naturpark

Regionaler Genuss zu den Niederlausitzer Apfelwochen

Als kulinarische Kulisse zur Erntezeit bieten die Wirte der Regionalen Speisekarte im Rahmen der Niederlausitzer Apfelwochen kreative Genüsse mit (Erd-)Apfel oder Kürbis. Jede Gaststätte, die an dieser Initiative teilnimmt wird vom 29. September 2012 bis zum 14. Oktober 2012 Gerichte mit regionalen Äpfeln, Kartoffeln und/oder Kürbissen anbieten. So serviert der Landgasthof Drei Linden in Winkel „Apfel-Puten-Spieß vom heißen Stein“ während der Obere Gasthof Hirschfeld für Sie „Quarkkeulchen mit hausgemachtem Apfelmus & Apfelringen“ zubereitet. Eine Liste aller 12 an der regionalen Speisekarte teilnehmenden Gaststätten finden Sie hier.

Ein Verein zum Erhalt des Finkenwerder Prinzenapfels oder der Knöddelbirne Beerfelde

Wem die ökologisch wertvollen Streuobstlandschaften besonders am Herzen liegen, kann dies durch eine Mitgliedschaft im Verein Kerngehäuse e. V. zum Ausdruck bringen. Kerngehäuse e. V. betreibt den Pomologischen Schau- und Lehrgarten in Döllingen und widmet sich insbesondere dem Erhalt alter Obstsorten sowie vielen weiteren Zielen der regionalen Entwicklung. Die Mitgliedschaft kostet 15€ pro Jahr – den Mitgliedsantrag können Sie hier herunterladen. Weitere Informationen zu Kerngehäuse e. V. und den Zielen und der Arbeit des Vereins finden Sie hier.

 

Baum mit Patenschaftsplakette, Foto: Archiv Naturpark

Eine Idee, die Früchte trägt: Baumpatenschaften in Döllingen

Es ist ein alter Brauch und als Geschenk ein schönes Zeichen der Wertschätzung: eine Patenschaft für einen Obstbaum. Im Pomologischen Garten Döllingen können Sie Baumpate werden. Obstsorten wie die Zwetschke Tipala, die Sauerkirsche Karneol oder die Birne Professor Hutin warten noch auf einen interessierten Paten. Eine  Baumpatenschaft kostet 40,00 EUR im ersten Jahr - in den Folgejahren beträgt der Patenschafts-beitrag 25,00 EUR.

Für diesen Betrag erhalten Sie eine Patenplakette mit Ihrem Namen oder einer individuellen Widmung, die vor Ihrem Obstbaum angebracht wird und vieles mehr. Eine Liste verfügbarer Sorten können Sie hier herunterladen. Das Anmeldeformular für die Patenschaft gibt es hier.

Mit einer Baumpatenschaft tragen Sie zum Erhalt des Pomologischen Schau- und Lehrgartens bei und leisten damit einen nachhaltig wirksamen Beitrag zur Weiterentwicklung des regionalen Obstanbaus. Und wen das nicht überzeugt…wo wird man sonst so leicht Pate von einem Prinzen (Albrecht von Preußen) oder einer Königin (Hortense)?

Baumschnittseminar, Foto: Archiv Naturpark

Obstbaumschnitt- und Veredlungsseminare im Februar/März 2013

Im Februar und März 2013 werden wieder Obstbaumschnitt- und Veredlungsseminare in Döllingen angeboten.

Am Sa./So. 23. Februar und 24. Februar 2013 wird unter fachkundiger Anleitung von Urte Delft den Teilnehmern Wissen & Können des Obstbaumschnitts vermittelt. Nach dem theoretischen Teil, können Teilnehmer das Gelernte an jungen und alten Obstbäumen auf der Wiese praktisch erproben. Die Termine sind Samstag, 23.02.2013, 9.30 Uhr und 14.00 Uhr, bei Bedarf auch Sonntag, 24.02., 09.30 Uhr.

Bitte wetterfeste Kleidung und optional eigenes Werkzeug mitbringen. Jedes Seminar dauert je 3 Stunden, kostet 12 Euro pro Person und findet im Dorfgemeinschaftshaus Döllingen statt (Gordener Str. 2a, 04928 Plessa OT Döllingen). Eine Anmeldung bis spätestens 08. Februar 2013 ist dringend erforderlich.

Am Samstag, 23. März 2013 wird um 9:30 Uhr und 14:00 Uhr Theorie und Praxis der Obstbaumveredlung vermittelt. Die Teilnehmer können sogar ihr eigenes Bäumchen veredeln und mit nach Hause nehmen. Ein Edelreis Ihrer Lieblingssorte (am besten im Januar schneiden, auf jeden Fall noch nicht ausgetrieben) und ein scharfes Messer können mitgebracht werden. Reiser und Unterlagen werden gestellt (im Materialpreis enthalten). Das Seminar findet im Dorfgemeinschaftshaus Döllingen (Gordener Str. 2a, 04928 Plessa OT Döllingen) statt. Die Kosten betragen pro Person 12,00 € + 4,00 € Materialkosten. Eine Anmeldung ist bis spätestens 22. Februar 2013 dringend erforderlich.

Anmeldung und Informationen zu beiden Seminare bitte bei Andrea Opitz, Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, Markt 20, 04924 Bad Liebenwerda
Tel: 035341 615-12, Fax : 035341 615-14, Email: andrea.opitz(at)lugv.brandenburg.de 

Dem Schwarzstorch ins Nest geschaut

Reparierter Schwarzstorchhorst, Foto: Naturwacht

Naturwacht-Projekt Schwarzstorchhilfe

Der Schwarzstorch ist in Deutschland wie in den meisten Ländern Europas gesetzlich geschützt. Er wird in der Roten Liste der BRD als vom Aussterben bedrohte Art geführt und gilt als besonders schützenswerte Art in der FFH-Richtlinie der Europäischen Union.

Er bevorzugt geschlossene Waldungen mit altem lichten Baumbestand, in deren Umgebung sich Wiesen und Gräben befinden. Die Horste werden auf hohen Bäumen errichtet, wobei die Struktur, nicht die Baumart entscheidend ist. Immer gibt es Anflugschneisen - diese können auch wenig begangene Wege oder Fließe sein. Schwarzstörche bauen ihre Nester besonders gern auf weit austragenden Eichen. Auch intakte Fließgewässer sind eine Voraussetzung dafür, dass sich der Schwarzstorch an einem Standort niederlässt. Denn er ernährt sich im Gegensatz zum Weißstorch zu einem hohen Anteil von Fisch. Wenn ein Schwarzstorchpaar ungestört brüten kann, so wird das Nest viele Jahre hintereinander immer wieder aufgesucht.

Im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft waren der Naturwacht von dem scheuen Waldstorch drei Reviere bekannt. In einem solchem Revier können sich mehrere, sogenannte Wechselhorste befinden, welche zum Beispiel nach Störungen oder Veränderungen des Umfeldes genutzt werden. Wechsel-horste innerhalb eines Schwarzstorchreviers können dabei durchaus mehrere Kilometer voneinander entfernt sein. Der Brutbestand im Naturpark ging in den letzten Jahren leider zurück. Neben einer verstärkten Störung während der Brutzeit durch veränderte Freizeitnutzung in den Waldgebieten vermuteten die Naturwächter auch einen gestiegenen Druck durch terrestrische Prädatoren. Gerade durch Baummarder und den sich immer weiter ausbreitenden Waschbär wurden in anderen Gebieten mehrfach Verluste dokumentiert. Auch an den Nestern in unserer Region wurden deutliche Kletterspuren dieser Tierarten gefunden.

Um dies in Zukunft unterbinden zu können, wurde von der Naturwacht Brandenburg ein Projekt zur Sicherung von Schwarzstorchhorsten und deren Dokumentation initiiert. Finanziert wurde dieses Projekt über Spenden, welche von den Rangern speziell für den praktischen Artenschutz gesammelt worden sind. Das Projekt lief von Anfang März bis Ende August 2012 und es wurden ca. 2.000 Euro für die Beschaffung von Materialen zur Sicherung und Stabilisierung der Horste sowie für die Fotofallen aufgebracht.

Foto: Naturwacht/T. Gärtner

In den drei Revieren wurden an den letzten bekannten Horststandorten durch den Ranger Tino Gärtner und den Freiwilligen der Naturwacht Frank Raden als erste Maßnahme die Horste durch das Anbringen einer stützenden Unterkonstruktion stabilisiert. In einem Fall musste durch den Ranger und den Freiwilligen eine komplett neue Horstunterlage geschaffen werden, da dieses Nest durch Witterungseinflüsse leider vom Baum gestürzt war. Durch die Hilfe von Frank Raden, welcher den Part des Kletterns übernahm, konnten die Materialien in die Baumkrone befördert werden. Mit solchen Nistunterlagen gibt es bereits positive Erfahrungen aus dem hessischen Raum. Um ein Hinaufklettern der Prädatoren zum Nest zu unterbinden haben wir an den Horstbäumen im unteren Bereich Manschetten aus Stahlblech um die Stämme herum angebracht. Diese verdeckten den Stamm umlaufend in einem Bereich von ca. 1,4 Metern, so dass ein Überklettern durch die glatte Oberflächenstruktur unmöglich gemacht wird.

Um den Erfolg dieser durchgeführten Maßnahmen zu kontrollieren und zu dokumentieren, wurden durch die Naturwacht in den benachbarten Bäumen sogenannte Fotofallen installiert. Diese lösen automatisch aus, sobald der Sensor Bewegungen verzeichnet. Gespeichert werden diese Fotos auf einer Speicherkarte und gleichzeitig sendet die Kamera die Bilder als MMS an den PC des projektbetreuenden Rangers Tino Gärtner. So kann eine Störung am Nest durch das Auslesen der Speicherkarte vermieden werden und Störungen sowie Veränderungen werden in kürzester Zeit erkannt.

Ausgelöste Fotofalle, Foto: Naturwacht

Leider blieben alle drei Nester im Jahr 2012 unbesetzt. Möglicherweise wurden bisher nicht bekannte Wechselhorste zur Brut genutzt, Sichtungen von Schwarzstörchen im Gebiet lassen dies vermuten. Allerdings können wir aufgrund der gemachten Fotos auch davon ausgehen, dass der angebrachte Kletterschutz seine Funktion erfüllt hat. Es wurden weder Baummarder noch Waschbären im Nestbereich dokumentiert. Lediglich verschiedene Vogelarten lösten am bzw. im Nest die automatischen Aufnahmen aus. So konnten Waldkauze, Habicht und Mäusebussard erfasst werden als sie sich im Bereich des Bewegungssensors am Nest aufgehalten haben. In einem Fall löste auch eine Hirschkuh, welche etwas hinter dem Horstbaum durch das Gebiet wechselte, die Fotofalle aus.

Zusammenfassend kann gesagt werden, auch wenn es in diesem Jahr leider keine Bruten des Schwarzstorchs auf den betreuten Nestern gegeben hat, so können die durchgeführten Maßnahmen der Naturwacht in Zusammenarbeit mit ihrem Freiwilligen zum Schutz gegen terrestrische Prädatoren als zielführend und erfolgreich eingeschätzt werden.

Naturparkkalender 2013 erschienen

Thema "Tiere in Haus, Hof und Garten" mit Motiven aus dem Fotowettbewerb 2012

Ab sofort ist der Naturparkkalender 2013 im Naturparkhaus Bad Liebenwerda und in der Elstermühle Plessa erhältlich.

Der Kalender zeigt eine Auswahl hochwertiger Bilder aus dem diesjährigen Fotowettbewerb zum Thema „Tiere in Haus, Hof und Garten“. Die Fotomotive reichen von der beeindruckenden Makroaufnahme einer Ameise, die eine Kornblume erklimmt über einen perfekt im (An-)Flug abgelichteten Star bis hin zu einem gut versteckten Taubenschwänzchen vor einer Phlox-Blüte...

Mit Lupe und Kescher die Welt entdecken

Junior-Ranger Gruppe, Foto: Naturwacht/H. Pietzsch

Neue Junior Rangergruppe im Naturpark aktiv

Was macht so ein Ranger eigentlich? Eine Frage, die die Mitarbeiter der Naturwacht oft zu hören bekommen. Es ist ein relativ breites Spektrum an Aufgaben und es ist mehr als der Besucher einer unserer Veranstaltungen so denken mag. Wer aktiv werden und hautnah miterleben möchte, wie aufregend zum Beispiel eine nächtliche Suche nach Amphibienwanderwege sein kann, ist bei der Naturwacht als Freiwilliger herzlich willkommen. Sofern man bereits das 16. Lebensjahr erreicht hat. Wie aber können die Jüngeren das Rangerleben erfahren? Die Antwort ist relativ einfach – sie können Junior Ranger werden.

In unserem Stützpunkt in der Plessaer Elstermühle haben sich sechs aufgeweckte und neugierige Kinder gefunden, die sich gemeinsam aufmachen, die große Vielfalt zu entdecken. Dabei steht VIELFALT in mehrfacher Hinsicht im Fokus: Vielfalt der ARTEN, LANDSCHAFTEN, LEBENSRÄUME, RANGERAUFGABEN … kurzum die große Vielfalt der Möglichkeiten.

Maria, Paula, Max, Victor, Paul und Johannes sind jetzt seit Ende 2011 dabei die kleine Welt um die Elstermühle und die große Welt des Naturparks zu entdecken. Das große Interesse daran gemeinsam viel Neues zu entdecken und dabei jede Menge Abenteuer zu erleben steht dabei ganz oben auf der Liste. Bevor es jedoch zur großen Expedition in die Tiefen des Urwaldes aufgeht, heißt es sich erstmal das Rüstzeug verdienen. Schließlich muss erst ein Test bestanden werden um als Junior Ranger aufgenommen zu werden.

Junior-Ranger beim Keschern, Foto: Naturwacht/H. Pietzsch

Mit viel Elan haben die Sechs begonnen das Gelände um die Elstermühle zu erkunden. Erste Aufnahmen der im Auenwald vorkommenden Arten sind erstellt worden. Dabei konnten sie ihre Artenkenntnis schon mal unter Beweis stellen und einander helfen bei der Frage: Wie heißt der Baum? Viel gibt es zu entdecken, aber der Naturpark ist mehr. So haben sich die Sechs mit Naturwächterin Petra Wießner aufgemacht den ganzen Naturpark kennenzulernen und dabei werden die Kreise immer größer gezogen.

Unweit von Plessa befindet sich das Naturschutzgebiet „Der Loben“, ein ideales Ziel für angehende Spezialisten in Sachen Fauna und Flora. So verwundert es auch nicht, dass der Aussichtsturm im Loben gestürmt wurde und ein Streit um die Frage „Wer darf als erster durch das Spektiv schauen?“ entbrannte. Wollte doch jeder den Seeadler und die Kraniche sehen.

Auch andere Vögel haben es den Kindern angetan, zum Beispiel die Weißstörche im Naturpark. Einige Horste wurden von den Kindern mit kartiert, das heißt es wurde geschaut ob ein Paar das Nest bezogen hat und ob es gebrütet hat. Interessant war dabei, wie viele Junge haben es geschafft und sind erwachsen geworden. Von Frau Wießner konnten die Junior Ranger dabei eine ganze Menge Interessantes erfahren, ist doch Frau Wießner als Weißstorchbetreuerin im Altkreis Bad Liebenwerda sehr gut mit den Weißstörchen vertraut und kann viel über Bruterfolge aber auch Verluste erzählen.

Damit alle Sechs bald als Junior Ranger aktiv beim Naturpark „mitarbeiten“ können sind noch weitere Themen aufgegriffen worden. Das Projekt zur Wiederherstellung der alten Flussschleifen an der Kleinen Elster ist genau unter die Lupe genommen worden oder besser gesagt im Kescher gefangen worden. Eine Wintervogelzählung wurde trotz eisiger Temperaturen heldenhaft durchgeführt und bei der Zählung der Fledermäuse in den Winterquartieren im Gebiet der MUNA Hohenleipisch waren sie auch dabei.

Am 13. August war es dann soweit: die „Test-Kandidaten" und ihre Eltern und Großeltern waren eingeladen zu zeigen, was sie über den Naturpark wissen. Natürlich haben die Ranger aus dem Naturpark keine Kosten und Mühen gescheut um diesen Test ganz spannend und realitätsnah zu gestalten. Damit es den üblichen Prüfungsstress bei den Kindern hervorruft, wurden zwei Gruppen gebildet. Ein Gruppe bestand aus sechs zukünftigen Junior Rangern und eine aus sechs ausgewählten Eltern. Und los ging es auf den holprigen Weg zum Junior Ranger.

Foto: K. Hampel

Erste Hürde: der Naturpark-Wissens-Test. In Sachen Grenzziehung muss festgestellt werden, dass die Junior Ranger schon sehr genau wissen, wo Naturpark drin ist. Nächstes Hindernis: der Balance-Akt. Die Junior Ranger gingen ohne erkennbare Ängste daran, das Seil zwischen den Bäumen zu überqueren. Sie balancierten ohne Verluste über das Seil. Die Eltern waren etwas zögerlich, das Wissen um die Gefahr hindert manchmal den Tatendrang. Als Drittes war ein „Gemälde“ zu betrachten und die Fehler darauf zu finden. Beim Zielwurf - der vierten Aufgabe - erhofften sich die Eltern klar in Führung zu gehen. Wie gesagt, man hoffte. Als letztes sollten funktionierende Wasserräder gebaut werden. Dies passierte dann in großer Teamarbeit und so konnte am Ende jedes Kind ein Wasserrad mitnehmen.

In Auswertung des Testes wurde durch den Naturparkleiter Lars Thielemann festgestellt, dass alle Kinder sich im letzten Jahr intensiv mit dem Naturpark und dessen Vielfalt beschäftigt haben und deshalb auch würdig sind in die Gruppe der Junior Ranger aufgenommen zu werden. Ausgestattet mit T-Shirt und Basecaps sind sie jetzt sofort erkennbar und werden doch hoffentlich noch lange ihre Spuren im Naturpark hinterlassen.

Wer auch noch mitmachen möchte: Die Junior Ranger treffen sich alle zwei Wochen immer montags. Einfach mal vorbeischauen. Anmeldungen und Infos hierzu gibt es unter 035341 10192 oder 03533 510880.