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Bevölkerung steht Auerhuhnprojekt positiv gegenüber

Meinungsumfrage zum Auerhuhn-Wiederansiedlungsvorhaben durchgeführt

Wiederansiedlungsprojekte sind legitime Maßnahmen des Artenschutzes. Sie sind meist sehr zeit- und kostenaufwendig und für den langfristigen Erfolg des Vorhabens ist die Projektakzeptanz bei der lokalen Bevölkerung von großer Bedeutung. Um mehr über die Einstellung und Haltung der lokalen Bevölkerung zu erfahren, wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule für nachhaltige Entwick­lung Eberswalde eine Meinungsumfrage in den Städten und Gemeinden durchge­führt, die an die beiden Projektgebiete in der Liebenwerdaer Heide und Rocherauer Heide grenzen (Masterarbeit von Andreas Hecker).

Balzender Auerhahn im Thüringer Wald, Foto: S. Klaus

Da das Auerhuhn anders als z.B. der Wolf von allen großen Landnutzern (Naturschützer, Förster, Jäger, Landwirte und Touristiker) als eine nahezu konfliktfreie Tierart angesehen wird, erhoffte man, dass das Vorhaben eine breite Zustimmung finden würde. In beiden Projektgebieten wur­den in der Zeit vom 07.-14.10.2012 nach dem Zufallsprinzip jeweils 500 Fragebögen verteilt.

Unter anderem wurden die Anwohner zu ihrer grundsätzlichen Einstellung zu dem Tier befragt. 80% der Befragten haben eine eher positive bzw. sehr positive Einstel­lung zu dieser Tierart. Nach ihrer Einschätzung befragt, ob die Umsetzung des Wieder­ansiedlungsvorhabens generell möglich ist, antworten 74 % mit „ja“, 9 % mit „nein“ und 16 % waren sich unsicher (Abb. 1). Eine große Mehrheit der Befragten sprach sich eindeutig für die Durchführung der Auerhuhn-Wiederansiedlung aus (Abb. 2). Nur jeder zehnte war dagegen.

Nach ihren Gründen befragt, warum sie für die Wiederansiedlung sind, führten 43 % der Befragten Naturschutzgründe an und 32 % eine Verknüpfung des Auerhuhns mit dem Heimatbegriff. Die starke Verbun­denheit des Auerhuhns mit der Region wurde u.a. durch solche Antworten deutlich: „Symbol und Aufwertung der Region“, „Wahrzeichen der Lausitz“ oder „Das Auer­huhn gehört einfach in unsere Niederlausitzer Heidelandschaft, es ist eine Bereiche­rung“.

Nach den Gründen befragt, warum sie gegen die Wiederansiedlung sind, gab die Hälfte der Befragten, die sich gegen die Wiederansiedlung aussprechen, finanzielle Gründe an. Die Gelder sollten lieber sinnvoller eingesetzt werden (z.B. in Kindergär­ten und Schulen oder für den Straßen- und Wegebau).

Abb 1: Umfrageergebnis zur generellen Umsetzbarkeit des Vorhabens

Betrachtet man die Ergebnisse der Meinungsumfrage insgesamt, so wird deutlich, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung dem Auerhuhn sehr positiv gegenübersteht und dass auch das Wiederansiedlungsvorhaben eine breite Zustimmung von den Bewohnern der Region erfährt.

Abb. 2: Umfrageergebnis zur Durchführung des Wiederansiedlungsvorhabens

Bleibt zu hoffen, dass die im Mai 2012 in der Liebenwerdaer Heide freigesetzten schwedischen Hennen sich in diesem Frühjahr erfolgreich fortpflanzen. Um dies zu ermöglichen, laufen die Bemühungen zum Fang von frei lebenden Hähnen in Schweden weiter. Da es aber diesbezüglich keine Erfolgsgarantie gibt, wurden auf Empfehlung des wissenschaftlichen Projektbeirates bereits im Januar mehrere Hähne von verschiedenen Auerhuhnzüchtern angekauft. Diese sollen voraussichtlich im März 2013 in die freie Natur entlassen werden.

Mit den Rangern auf Tour...

RangerTouren 2013 im Naturpark vorgestellt

Kaum hatte das neue Jahr begonnen, wurde schon die erste Ranger-Tour durchgeführt - dieses Mal jedoch erstmalig mit Anmeldung! Warum ist das so? Mit dem neuen Jahr wurden einige Veränderungen bei den Angeboten der Naturwacht eingeführt. So sollen sich interessierte Besucher, welche an einer der RangerTouren teilnehmen möchte, nun vorher anmelden. Es gibt aber auch noch weitere Neuerungen im Programm der Naturwacht 2013.

Blüten-MEER Tour im März, Foto: Archiv Naturwacht

Das Wichtigste zuerst: Die RangerTouren finden jetzt immer am Wochenende bzw. an den Feiertagen statt. Damit möchten wir dem Wunsch von werktätigen Interessenten entsprechen und ihnen auch eine Möglichkeit geben an unseren Touren teilzunehmen. In der Regel werden die Veranstaltungen am Samstagnachmittag bzw. Sonntagvormittag durchgeführt. Hierfür bitten wir um eine vorherige Anmeldung, damit die Veranstaltung optimal geplant werden kann. Die Anmeldung sollte uns bis einschließlich Dienstag vor dem Veranstaltungswochenende erreicht haben. Es genügt ein Anruf unter 035341/10192 oder eine Email an heidelandschaft(at)naturwacht.de . Der Anrufbeantworter kann natürlich genutzt werden.

Wer möchte kann sich auch über Facebook zu einer Tour anmelden. Einfach Fan der Seite des Naturparks werden und dann können Sie sich zu den Veranstaltungen mit einem Klick anmelden (http://www.facebook.com/pages/Naturpark-Niederlausitzer-Heidelandschaft). Alle Freunde der Facebook-Seite des Naturparks erhalten auch regelmäßig eine Einladung zu unseren Veranstaltungen. Bei unserer Januar-Tour hat dies schon mal ganz gut geklappt. Über die positive Rückmeldung eines Teilnehmers über Facebook haben wir uns sehr gefreut und es spricht dafür, dieses Instrument noch mehr zu nutzen.

RangerTour in die Heide, Foto: Archiv Naturwacht

Was kann man nun mit den Rangern 2013 erleben? Im Februar (Samstag, 24. Februar 2013) laden wir Sie ein mit uns der Schnee-SPUR zu folgen. Petra Wießner, ausgestattet mit Langlaufski, wird allen voran über die Düne auf dem Taktikgelände in der Prösa gleiten und nach der einen oder anderen Besonderheit Ausschau halten.

Mit einem Blüten-MEER überrascht uns das Naturschutzgebiet „Alte Röder“ in Prieschka Ende März (Sonntag, 24. März 2013) und zu einem MOOR-Konzert laden wir im April in den Loben ein (Samstag, 27. April 2013). Pfingstmontag wird Sie Tino Gärtner mitnehmen in das Naturschutzgebiet „Schadewitz“ und nach dem MAI-Trieb der Fichten schauen (Montag, 20. Mai 2013). Weiteren Frühlingsgefühlen folgen wir im Juni, wir laden Sie ein zur Glühwürmchenhochzeit in das NSG „Buchwald“ nach Doberlug-Kichhain. Immer den Leucht-KÄFER im Blick (Samstag, 29. Juni 2013). Ebenfalls von Doberlug-Kirchhain starten wir zu den ROSTIGEn WÄNDEn – gesucht werden die Zeugnisse der Zisterzienser-Mönche (Samstag, 27. Juli 2013). Diese Ganztagsexkursion ist eine Ranger-ErlebnisTour, im Paket ist die Besichtigung der Klosterkirche, ein Besuch der Teichwirtschaft Hammermühle sowie ein Mittagessen dabei (Kosten 15,00€ je Erwachsener, 5,00€ je Kind zzgl. Kosten fürs Mittagessen).

Am 17. August beteiligen wir uns an der Langen NaturwachtNacht. Mit der Taschenlampe in der Hand und gespitzten Ohren geht es durch den dunklen Wald immer auf der Suche nach den scheuen „Nachtschwärmern“. Besonders für Kinder dürfte diese Taschenlampenexkursion ein Erlebnis werden. Der August ist auch die Zeit der Heideblüte und so geht es auch in diesem Jahr wieder ins HEIDE-Kraut (Samstag, 24. August 2013). Für September ist eine weitere Ranger ErlebnisTour geplant, diesmal zu den beiden Elstern ins ZWEISTROMLAND (Samstag, 28. September 2013). Während der Ganztagsexkursion steht natürlich eine kleine Wanderung zu den wiederentstandenen Flussschleifen der Kleinen Elster auf dem Programm, ein Besuch der Teichwirtschaft an den Maasdorfer Teichen und einer Mittagsrast im „Parkschlößchen“ in Maasdorf (Kosten 15,00€ je Erwachsener, 5,00€ je Kind plus Kosten fürs Mittagessen).

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und die Blätter färben sich bunt. Genau diesen FARB-Tupfer (Samstag, 27. Oktober 2013) mit uns zu erleben ist im Oktober möglich. Wir laden zu einem Herbstspaziergang in das Naturschutzgebiet „Buchwald“ ein. Bei Morgen-NEBEL im November (Sonntag, 24. November 2013) ziehen wir los den großen Vogelzug bei uns im Naturpark zu erleben. Mit den Kleinbussen geht es auf eine etwas andere Safari (Kosten 8,00€ je Erwachsener, 3,00€ je Kind).

Die letzte RangerTour findet wirklich kurz vorm Ende des Jahres statt. Am 28. Dezember, nach langem Schlemmen und Faulenzen laden wir Sie ein mit uns Sauerstoff zu tanken und auf Spuren-SUCHE zu gehen. Detailinfos zu den Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender auf naturpark-nlh.de/index.php aufgeführt oder auf der Facebook-Seite des Naturparks.

Wer in diesem breiten Programm noch nichts für sich entdeckt hat oder gern ein individuelles Angebot für eine eigene Gruppe zu einem anderen Termin haben möchte, kann sich bei der Naturwacht melden. Wir veranstalten auch Touren zu ausgewählten Themen oder einem besonderen Ort für Sie zu Ihrem Wunschtermin. Für Kindergruppen besteht auch das Angebot der Rucksackschule. Die Naturwacht Niederlausitzer Heidelandschaft erreichen Sie unter 035341 10192 oder per Email unter heidelandschaft(at)naturwacht.de.

Das Gute liegt so nah - Niederlausitzer Karpfen

Der Volksmund sagt: „Der frischeste Fisch kommt direkt vom Fischer“.

Der Karpfen ist ein Erzeugnis traditioneller Teichwirtschaft mit einer mehrere Jahrhunderte alten Geschichte im Naturpark. So gilt der Hammerteich Doberlug als der älteste Teich der Niederlausitz.  Er entstand ursprünglich durch den Abbau von Raseneisenstein für Bauzwecke im Mittelalter. In Thalberg wurden ab 1530 die Teiche durch Frondienste ausgehoben und die Kurfürsten mit frischem Fisch beliefert. Heute wird durch die Teichwirtschaftsbetriebe Thalberg und Hammermühle Karpfenteichwirtschaft auf ca. 250 ha Teichfläche betrieben.

Abfischen in den Hammerteichen, Foto: Archiv Naturpark

Teiche sind Bestandteil der Kulturlandschaft. Ohne die menschliche Instandhaltung würde es zur Verlandung kommen.  Sie  dienen als Erholungslandschaft und beeinflussen positiv den Wasserhaushalt der Region. Sie spielen eine wichtige Rolle im Biotop- und Artenschutz und bieten Raum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Deshalb ist es wichtig, die Wirtschaften an und um den Teich zu sichern und den Teichwirten eine dauerhafte Einkommensquelle zu bieten.

Der Niederlausitzer Karpfen kommt den Erwartungen des Verbrauchers optimal entgegen: Sie werden auf naturnahe Weise in extensiver Form auf der Grundlage von Naturnahrung und Getreide herangezogen. Fischgerechte Produktion und kurze Vermarktungswege „Frisch vom Teichwirt” garantieren einzigartige Frische und einen ausgezeichneten Geschmack. Doch der Niederlausitzer Karpfen schmeckt nicht nur, er ist auch gesund. Er ist reich an Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren und dazu kalorienarm.

Zubereiteter Niederlausitzer Karpfen, Foto: Archiv Naturpark

Karpfen haben fünf mal weniger Fett als Lachs. Deshalb sind sie genau das Richtige für eine gesunde und bewusste Ernährung. Für viele Kunden waren bisher die Gräten  im Karpfen ein Problem.  Dank eines Grätenschneiders - die Teichwirte haben sich diesen zugelegt - muss niemand mehr auf den gesunden Genuss verzichten.

Ausgewählte Gastronomiebetriebe der Regionalen Speisekarte bieten seit 2012 während der Niederlausitzer Karpfenwochen besondere Karpfenvariationen an. Bei traditionellen und klassischen Gerichten kann man Herkunft und Qualität schmecken. Der Karpfen ist ein wahrer kulinarischer Alleskönner. Ob blau, gebraten, gebacken oder geräuchert, es gibt viele und interessante Zubereitungen. Grätenfreies Filet in den unterschiedlichsten Variationen, z.B. auf Kartoffel-Kürbis-Ragout oder verdeckt mit blauen und gelben Kartoffelschuppen, auf Tomatengemüse, mit einer Merrettichkruste, Kräuterschaum und Petersilien-Kartoffelstampf bis hin als Brauhausspezialität in knuspriger Treberpanade mit frittierten Kapern und vielem mehr kann man auf der Regionalen Speisekarte finden.

Anregungen und neue Ideen dafür holten sich die Köche in einer Kochwerkstatt, organisiert durch die Naturparkverwaltung, im November 2012.  Unter dem Motto „Köche können von Köchen lernen“ wurde Karpfen zubereitet und verkostet.

Die ersten Niederlausitzer Karpfenwochen waren ein Erfolg. Die Nachfrage nach regionalen kulinarischen Spezialitäten seitens der Gäste wird immer größer,  so auch nach einheimischem Fisch. Neben den schon etablierten kulinarischen Aktionswochen zum Thema Frühlingserwachen, Heidelamm und Apfel werden sicherlich die Niederlausitzer Karpfenwochen sich in den nächsten Jahren zur Tradition entwickeln. Sie werden dazu beitragen die Wertschätzung regionaler Produkte zu steigern und das Image des Naturparks zu stärken.

Müllerzunft & Mühlenbrot: Das Ausflugsziel Elstermühle Plessa lädt ein

Zeugnis Niederlausitzer Industriekultur, Veranstaltungsort und kulinarisches Ausflugsziel -  Das historische Ensemble der Elstermühle in Plessa – malerisch in einer Parklandschaft am Flusslauf der Schwarzen Elster gelegen -  ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Mahlwerk Elstermühle, Foto: diepiktografen.de

Im historischen Mühlenmuseum kann man auf drei Etagen Schneidwerkzeuge und Getreidemühlen aus der Nähe erleben. Besonders beeindruckend ist es, wenn die Mahlwerke im Schaubetrieb laufen und sich auch das mächtige Mühlrad draußen wieder in Bewegung setzt. Die urig-gemütliche Mühlenschänke bietet eine abwechslungsreiche und originelle Küche- und mit vielen Fischgerichten eine Karte ganz passend zur Lage in einer alten Wassermühle. Trauwilligen steht das Heiratszimmer zur Verfügung, das Außengelände der Elstermühle bietet hier eine traumhafte Kulisse für stimmungsvolle und romantische Hochzeitsfotos.

 

Mühlenmuseum Elstermühle, Foto: diepiktografen.de

Niederlausitzer Industriekultur hautnah erleben

Ein geführter Rundgang durch das Mühlenmuseum macht für die Besucher, ob jung oder alt, die frühere Arbeitswelt eines Müllers erlebbar und begeistert durch den Anblick der beeindruckenden, zum Teil über 400 Jahre alten Technik. Die Mahlwerke werden im Schaubetrieb eingeschaltet und das kolossale Mühlrad setzt sich in Bewegung. Damit kann der Besucher hautnah miterleben, wie der Arbeitsalltag eines Müllers zu dieser Zeit aussah und damit die Verwandlung von Getreide in Mehl nachvollziehen.

Führungen werden durch das Team des Fördervereins angeboten und können über folgende Telefonnummer gebucht werden 03533 5206 oder außerhalb der Geschäftszeiten unter 0152 0194 7098, per Email auch unter elstermuehle(at)naturpark-nlh.de. Der Mindestpreis pro Führung beträgt 6€ (bis zu 3 Personen), jede weitere Person kostet 2€ pro Führung.  Nach Verfügbarkeit werden Führungen auch ohne Voranmeldung in der Zeit von Montag bis Freitag von 9:30 Uhr bis 15:00 Uhr angeboten. Bitte melden Sie sich hierzu direkt im Büro des Fördervereins in der Elstermühle.

Mühlenschänke in Plessa, Foto. D. Willeke

Frischer Fisch & mehr in der Mühlenschänke

Seit Dezember 1998 lädt die rustikale Mühlenschänke in der Elstermühle zum Wohlfühlen ein. In der behaglichen Atmosphäre des urgemütlichen Restaurants finden Sie Entspannung - ob bei einem frisch gezapften Bier oder einem gutem Essen.

Das Restaurant ist ausgestattet mit 65 Sitzplätzen. Bei schönem Wetter kann man im Gartenlokal Natur pur direkt am Flusslauf der Schwarzen Elster genießen. Auch kleinere Familien-, Firmen-, und Vereinsfeiern entweder mit Buffet oder a la carte sind in der Mühlenschänke ein besonderes Erlebnis. Im antiken Steinbackofen können nach Voranmeldung Gruppen ein zünftiges Mühlenbrot beim Schaubrotbacken selbst herstellen und mit nach Hause nehmen. Bestellungen und Tischreservierungen nehmen der Mühlenwirt Alexander Bergner und sein Team gern unter 03533 – 8199676 entgegen. Weitere Informationen zur Mühlenschänke erhalten Sie auch unter: www.mühlenschänke-plessa.com

Heiraten in historisch-romantischem Ambiente

Bei dem in der Elstermühle untergebrachten Trauzimmer handelt es sich um ein liebevoll eingerichtetes rustikales Zimmer, in dem ca. 30 Gäste der Trauung beiwohnen können. Die romantische Anlage der Elstermühle bietet zudem die Möglichkeit für reizvolle Fotoaufnahmen im Grünen, und vielleicht besteht während der Fotoaufnahme des Brautpaares für die Gäste Interesse an einer Führung durch die alte Getreidemühle. Wer heiraten möchte, kann sich gern im Amt Plessa melden: unter Telefon 0 35 33/48 06-40.

Das Team der Elstermühle vom Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und der Mühlenwirt Alexander Bergner freuen sich auf Ihren Besuch!

Fledermäuse fühlen sich im Bunker wohl

Mehr als 20 Jahre Winterquartierkontrolle MUNA III

Was machen Fledermäuse, wenn der Sommer zu Ende geht? Einige Arten wie der Abendsegler (Nyctalus noctula) ziehen in Richtung Süden bis ins Mittelmeergebiet, andere wie die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) führen keine größeren Wanderungen durch. Fledermäuse, die den Winter hier verbringen, suchen sich im Herbst gut geschützte Quartiere wie Höhlen oder Stollen, aber auch Dächer von Häusern oder Hohlräume in Bäumen. Wichtig ist, dass die Quartiere frei von Frost und Zugluft bleiben.

Mopsfledermaus, Foto: M. Korreng

Während es im fels- und bergreichen Süden Deutschlands vergleichsweise viele Höhlen als Überwinterungsquartiere gibt, herrscht daran im flachen Norddeutschland Mangel. Umso größer ist die Bedeutung großer leer stehender Gebäude in der Landschaft. Im Naturpark gibt es die Bunker im NSG „Hohenleipisch“, die ein geeignetes Quartier für die bei uns verbreiteten Arten, wie das Braune Langohr, Graues Langohr, die Breitflügelfledermaus oder die Mopsfledermaus sind.

Seit dem Abzug der russischen Streitkräfte aus dem Areal bei Hohenleipisch wurde auf Initiative von Renate Albrecht und Ralf Bekker, beide vom Biologischen Arbeitskreis Bad Liebenwerda, im Jahr 1992 erstmals damit begonnen, die meist oberirdisch angelegten Bunker auf winterschlafende Fledermäuse zu kontrollieren. Daraus hat sich eine Tradition entwickelt, die jetzt durch die Initiative Fledermausschutz Landkreis Elbe-Elster rund um Maik Korreng fortgeführt wird.

Fledermauszählung am 16. Februar 2013, Foto: Archiv Naturwacht/P. Wießner

Die Kartierung übernehmen ehrenamtliche Naturschützer und Fledermauskundler, die Anfang des Jahres eingeladen werden. Diese teilen sich in fünf Gruppen auf. Jede Gruppe erhält einen Lageplan, einen Kartierbogen und eine Tüte für Todfunde. Die Freiwilligen selbst sind mit Taschenlampe und Spiegel ausgerüstet, um auch die Abluftschächte zu kontrollieren. Jeder Gruppe wird mindestens ein Fledermausspezialist zugeordnet, um die Arten zu bestimmen.

Die Zählungen werden auch vom Wetter beeinflusst. Hohe Temperaturen verzerren die Ergebnisse, die Tiere wachen frühzeitig auf und haben sich eventuell bereits vom Winterquartier entfernt. Bei sehr kalten Temperaturen sollte vermieden werden, die Tiere aufzuwecken, da sie ihre Energiereserven vorzeitig aufbrauchen und dann den Winter nicht überleben könnten. So herrschte 1997 zwei Wochen vor dem Erfassungstermin eine Temperatur von -22°C, nur ein Jahr später gab es im Februar einen Wärmeeinbruch mit bis zu +17°C. Im Jahr 2010 lagen 15-20 cm Schnee bei 2°C.

Bei der Kartierung im 20. Jahr (2012) konnten in den ca. 100 Bunkern 98 Fledermäuse gezählt werden. Mit 42 Tieren am häufigsten war die Mopsfledermaus, die in der Roten Liste Deutschlands als „Vom Aussterben bedroht“ geführt wird. Weitere gefundene Arten sind das Braune Langohr, das Graue Langohr und die Breitflügelfledermaus. In anderen Jahren waren es noch das Große Mausohr, die Wasserfledermaus und die Zwergfledermaus.

Die am häufigsten angetroffene Art- die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) - ist eine Waldfledermaus mit einer Körperlänge von 4,5-6 cm und einem Gewicht von 6-14 g. Die Spannweite der Flughaut beträgt 26 bis 29 Zentimeter. Das Fell ist ober- und unterseits schwarzbraun bis schwarz gefärbt. Das Rückenfell wirkt mitunter bereift, da es weißliche bis gelblichweißliche Spitzen besitzt. Das Gesicht und die Ohren sind schwarz, die Flughäute graubraun bis schwarzbraun. Charakteristisch sind die mopsartig gedrungene Schnauze, die kleine Mundspalte sowie die nach oben hin geöffneten Nasenlöcher. Im Flug erscheint die Mopsfledermaus so groß wie ein Sperling. Die Jagdgebiete liegen vor allem im geschlossenen Wald, auch in Feldgehölzen oder entlang von Waldrändern, Baumreihen, Feldhecken sowie Wasserläufen. Dort jagen die Tiere meist in 2-5 m Höhe in Vegetationsnähe oder im freien Luftraum vor allem nach Kleinschmetterlingen. Die einzelnen Tiere nutzen mindestens 2-10 Jagdgebiete mit einer Größe von 5-70 ha. Als Kurzstreckenwanderer legen die Tiere bei ihren Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartier selten Entfernungen über 20 (max. 290) km zurück. Das bekannte Höchstalter ist 18 Jahre.

Im Jahr 2010 wurde das Projekt zur Optimierung der Lebensräume der Fledermäuse durch den Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft realisiert. Dabei wurden insgemsamt 23 Bunker mit Nisthilfen in Form von Kästen, Hohlblocksteinen und Mauern versehen, die Türen fast zugemauert und Offenflächen geschaffen.

Seit zwei Jahren findet unter Leitung von Maik Korreng auch eine öffentliche Führung statt. An dem diesjährigen Termin zur Winterquartierkontrolle ausgewählter Bunker im NSG „Hohenleipisch“ am vergangenen Samstag, 16. Februar 2013, nahmen mehr als 30 Personen teil.

Alles im Fluss: Aktuelles Schülerprojekt nimmt Fließgewässer unter die Lupe

Gewässer unter der Lupe, Foto: Archiv Naturpark

Beim 15. Schülerprojekt der Volksbank Elsterland e.G. und des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft sind in diesem Jahr kleine und große Flussforscher aufgerufen die Fließgewässer im Naturpark zu erkunden. Flüsse – seit jeher sind sie Lebensadern und Landschaftsgestalter, Energieträger und Transportweg. Sie sind Lebensraum, bieten Erholung und sie erzählen viele Geschichten. Im Naturpark sind es vor allem die zwei Elstern – die Schwarze Elster und die Kleine Elster, die die Landschaft und das Leben der Menschen seit Jahrtausenden prägen. Zwei Flüsse, die auf ihrem Weg von der Quelle zur Mündung viele Möglichkeiten zum selbstständigen Forschen und hautnahem Erleben bieten.

Das Schülerprojekt ergänzend, bietet das Team des Naturparkhauses das Mitmachprogramm „Fluss – Safari“ an. Dabei geht es ausgerüstet mit Karte, Kompass und Becherlupen auf Entdeckungsreise durch Bad Liebenwerda. Die Schwarze Elster birgt viele Geheimnisse. Die Teilnehmer der Fluss – Safari müssen gut zusammenarbeiten, um alle Stationen zu finden und die kniffligen Wasserrätsel zu lösen. Forschergeist und Geschick sind daher gefragt, um die Spur des Wassers nicht zu verlieren. Das Mitmachprogramm dauert 2 Stunden und ist unter 035341/471594 buchbar. Kosten 2,00 € pro Kind.

Neu in diesem Jahr ist die Wochenquizfrage. Ab 14. Januar bis zum Einsendeschluss wird wöchentlich eine knifflige Quizfrage auf der Internetseite des Naturparks www.naturpark-nlh.de sowie auf der  Facebook- Seite des Naturparks (http://www.facebook.com/pages/Naturpark-Niederlausitzer-Heidelandschaft/ veröffentlicht. Natürlich dreht sich auch dabei alles um das Thema: „Alles im Fluss“. Wer 12 richtige Lösungen per E-Mail oder auf dem Postweg im Naturparkhaus (Naturparkhaus, Schülerprojekt, Markt 20, 04924 Bad Liebenwerda) einreicht, nimmt an der Verlosung von 3 Sonderpreisen des Schülerprojektes teil. 

Einsendeschluss für die Projektarbeiten und die Lösungen zum Wochenquiz ist der 2. Mai 2013. Die Faltblätter mit Anregungen zur Gestaltung des Projektes sind im Besucherzentrum des Naturparkhauses in Bad Liebenwerda erhältlich. Weitere Infos zum Schülerprojekt gibt es hier.