Drucken zoom

Kontakt zu sieben Hennen und zwölf Küken geschlüpft

Bad Liebenwerda

Von den im Mai dieses Jahres unter anderem in der Babbener Heide ausgesetzten zehn mit einem Sender versehenen Auerhühnern besteht noch Kontakt zu sieben. Eins ist nachweislich Opfer des Fuchses geworden, die anderen zwei könnten verdriftet sein, vermutet Projektleiter Dr. </header><//header>

Alexander Zimmermann. Insgesamt waren im Mai 51 Auerhühner im schwedischen Lappland gefangen worden, jedoch nur zehn wurden bei der Wiederaussiedlung mit einem Sender ausgestattet.

Noch eine erfreuliche Botschaft: Aus den mitgebrachten Eiern sind zwölf Küken geschlüpft. Ein mit der Aufzucht von Raufußhühnern erfahrener Züchter aus Vechta (Niedersachsen) päppelt die Jungen nun auf und hat sie dazu einer Auerhuhnhenne anvertraut. Der menschliche Kontakt soll möglichst gering bleiben. Die Jungen sollen nach acht Wochen in den Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken ausgewildert werden.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 21.6.17 von Frank Claus

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Kontakt-zu-sieben-Hennen-und-zwoelf-Kueken-geschluepft;art1059,6047139

Stolze 50 Hennen für zwei Naturparks - 70 Tiere leben nun in den Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken

So werden Hennen gefangen: Das an einem langen Kescher befestigte kreisrunde Netz versucht Lars Thielemann über das Tier zu werfen. Foto: Frank Claus

Bad Liebenwerda/Kittelfjäll.

Das Auerhuhn-Pilotprojekt des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft bleibt erfolgreich. Die RUNDSCHAU hat den Fang von Hennen in Lappland (Schweden) begleitet.

Riesiges Medieninteresse bei der Landung des Flugzeuges, das am Mittwoch dieser Woche 51 Auerhühner aus Schweden auf den Flugplatz Finsterwalde-Schacksdorf bringt. Mehrere Fernsehteams, darunter auch der Kinderkanal, wollen die Ankunft der Vögel nicht verpassen.

Für die Mitarbeiter der Fangaktion, die in den vergangenen Tagen in zwei fast 2000 Kilometer entfernten Regionen Lapplands (Schweden) auf Hennenfang waren, ein Zeichen dafür, dass das seit dem Jahr 2012 laufende Wiederansiedlungsprojekt längst Beachtung gefunden hat.

In den Regionen um Kittelfjäll und Jämtland liegt noch Schnee. Nachts sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, tagsüber klettert die Quecksilbersäule auf zehn Grad. In den zwei Tagen vor Ende der Aktion ist der Frühling auch im Norden Schwedens nicht mehr aufzuhalten. Das Eis beginnt in den letzten noch zugefrorenen Seen zu schmelzen. Die Landschaft ist bergig und zumeist karg. Wenig Baumbewuchs. Stundenlang kommt kein Mensch vorbei. Eine Straße schlängelt sich ins Fanggebiet.

Das Basislager bei Kittelfjäll liegt ideal, bietet in Holzhütten beste Bedingungen für die Crew. Zweimal täglich werden nun sieben Tage lang je zwei Fangteams in Jämtland und Kittelfjäll versuchen, die Hühner zu überlisten. An jedem Tag rollen die vier Autos dazu zwischen 500 und 700 Kilometer. Zuvor sind die Volieren aufgestellt worden. Sie sind blickdicht mit Planen bespannt und mit einem Tarnnetz als Dach versehen. "Die gefangenen Tiere sollen bis zum Abtransport möglichst ungestört bleiben", erklärt Projektleiter Alexander Zimmermann. Aroniabeeren und eingeweichter Hafer dienen neben den Fichtennadelzweigen auf dem Boden als Futter.

Olrik Pörtner, einer der Helfer, der ansonsten als Forstinspektor in der Oberförsterei Luckau des Landesbetriebes Forst arbeitet, ist zum dritten Mal dabei, hat auch die neuen Kescher angefertigt und die Spezialnetze geknüpft. "Unsere Netze und die Stangen sind haltbarer als die von den Schweden", sagt er stolz.

Tiere Tiere Tiere

BilderstreckeSchweden | 19.05.17
Fang von Auerhühnern für die Niederlausitzer Heidelandschaft

Dick angemummelt geht es hinauf zu den Auerhühnern. Vor allem der Gesichts- und Nackenschutz ist wichtig, denn gegen den Wind und die Kälte, die durch die geöffneten Autofenster dringen, hilft keine Autoheizung. "Sonst entgleiten dir die Gesichtszüge", sagt er und lacht. Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung in Bad Liebenwerda, ist einer der Männer, die sich mit den Keschern aus dem Auto lehnen. Er trägt einen Parka. "Aberglaube", sagt er und schmunzelt. "Den trag ich von Anfang an, und wir haben immer Tiere gefangen." Jetzt heißt es Augen auf.

"Da ist eins", ruft der Forstmann. Es pickt in den Steinchen am Straßenrand. Mit etwa 40 km/h nähern sich die Auerhuhn-Fänger dem Tier, Lars Thielemann wirft den Kescher. Vorbei. Das Tier hat den "Überfall" geahnt. "Wenn wir langsamer fahren, werden die Hennen noch argwöhnischer und verschwinden schneller", erklärt Lars Thielemann. Bei einer Tour hat er 33 "Würfe" gemacht und drei Hennen gefangen. Es ist also nicht so einfach. Nur gut, dass es in Schweden bis weit nach Mitternacht jetzt hell bleibt. Ein Stück weiter: "Guck' da vorn, ein Hahn." Beide genießen den Anblick, und als würde das Tier ihnen den Kopf verdrehen wollen, stellt es auch noch seinen Fächer auf. "Diesmal fangen wir keine Hähne. Die sind in der Balzzeit so sensibel, dass sie gleich mit dem Auto nach Hause gebracht werden müssen. Die Reise im Flugzeug zusammen mit Hennen würden sie wohl nicht überleben", erklärt der Naturparkchef.

Noch ein Wurf. Geschafft. Eine Henne zappelt im Netz. Blitzschnell springen die Männer aus dem Auto und befreien das Tier ganz vorsichtig aus dem Kescher. Es kommt ins Transportbehältnis, eine Feder wird gerupft, um einen genetischen Nachweis zu bekommen.

Etwa 70 Tiere leben jetzt in den beiden Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken. "Wir haben schon mehrere Nachkommen der Tiere nachweisen können, die wir 2012 ausgesetzt haben", berichtet Lars Thielemann. Auch der Nabu, ansonsten eher kritisch gegenüber Wiederansiedlungsprojekten, freut sich über die Erfolge. Nicht nur, weil damit die Auerhühner wieder angesiedelt würden, vor allem auch, weil der Waldumbau vorangetrieben werde, und das auch ganz vielen anderen Tieren neuen Lebensraum biete, erklärt Christine Schröder gegenüber Antenne Brandenburg. Nur eine Henne hat die Aktion nicht überlebt. Zehn Tiere werden besendert. 32 starten kurz nach Ankunft des Flugzeuges voller Drang in die Babbener Heide. Der Rest wird in der Rochauer Heide bei Luckau und in Weißhaus bei Finsterwalde, wo die Blaubeerteppiche längst wieder in saftigem Grün stehen, ausgesetzt.

Zum Thema:
Während 1998 die letzte Henne in der Rochauer Heide gesichtet wurde, ist der Bestand in Schweden noch hoch. Zwischen 3000 und 5000 Auerhühner werden jährlich in der Provinz Västerbotten, zu der Kittelfjäll und Jämtland gehören, für Kochtopf und Pfanne geschossen. In ganz Schweden sind es etwa 40 000.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 20./21. Mai 2017 von Frank Claus

http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Stolze-50-Hennen-fuer-zwei-Naturparks;art307853,5998314

Auerhühner aus Schweden gelandet - Fangaktion für Elbe-Elster erfolgreich

Auerhuhn Foto: Naturwacht Brandenburg (LR-COS-REM-617)
Auerhuhn Foto: Naturwacht Brandenburg (LR-COS-REM-617)

Schacksdorf.

51 Auerhühner aus Schweden sind am Mittwochnachmittag auf dem Flugplatz Schacksdorf (Elbe-Elster) gelandet. Einige von ihnen wurden noch am Abend ausgewildert.

Zehn Tiere sind in der Greifvogelstation Oppelhain mit Sendern versehen worden. Einen im Frühjahr gefangenen Hahn eingerechnet, können in diesem Jahr laut Kontingent noch acht Vögel in Schweden gefangen werden. Die Akteure des Südbrandenburger Auerhuhn-Projektes wollen sich im Herbst auf den Fang von Hähnen konzentrieren.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau online vom 18.5.17 von Frank Claus / Gabi Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Auerhuehner-aus-Schweden-gelandet;art1059,5993372

Schon 40 Hennen im Kescher

Frank Claus vorm Flieger. Am Montag musste er wegen einer Eisfront in Mittelschweden noch am Boden bleiben. Foto: Sebastian Hennigs

Bad Liebenwerda/Västerbotten.

Die zweite Fangaktion des Auerhuhn-Projektes des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft in diesem Jahr in Schweden ist bislang erfolgreich. Konnte bei der ersten Aktion im April in Mittelschweden wegen widriger Bedingungen mit eisigem Wind und Temperaturen bis zu minus zehn Grad nur ein Auerhahn gefangen werden, hat die Crew um Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt 40 Auerhühner überlisten können. Die Mannschaft ist seit Montag der vergangenen Woche in der Region Västerbotten (Lappland) in Nordschweden vor Ort. Das Fanggebiet liegt bei Kittelfjäll etwa 50 Kilometer von der norwegischen Grenze entfernt. 60 Tiere dürfen nach einem Abkommen mit den Schweden der Landschaft entnommen werden. In Lappland können die Tiere wegen der großen Population bejagt werden.

1,4 Millionen Euro stellt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes den Bad Liebenwerdaer Ansiedlungsexperten für das Wiederansiedlungsprojekt zur Verfügung. Was viel klingt, ist am Ende für den fünfjährigen Bewilligungszeitraum von 2017 bis 2022 doch knapp bemessen.

Vier Mitarbeiter hat das Projektteam, und finanziert werden müssen mit dem Geld sämtliche Maßnahmen ? von den ständigen Fahrten mit Auto, Schiff und Flugzeug nach Schweden bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung einschließlich Monitoring. Am Ende müssen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vorgelegt werden.

Hierzulande war die Population Ende der 90er-Jahre erloschen. Seit Projektbeginn im Jahr 2012 gibt es in der Niederlausitz bereits wieder 70 Tiere. Für die Vögel konnten bereits 2016 Tiere der Enkelgeneration nachgewiesen werden, also echte "Brandenburger" Auerhühner.

Etwas problematisch stellt sich momentan die Abholaktion in Schweden dar, die für die RUNDSCHAU auch Reporter Frank Claus begleiten wird. Am Montag musste der Kleinflieger am Boden bleiben, da eine Eisregenfront zwischen Trondheim und Kopenhagen den Hinflug verhinderte. Die Wetterprognosen versprechen für Dienstagfrüh einen erfolgreichen Start. In Schweden wird es dann auch noch Gelegenheit geben, die Fangaktionen zu begleiten.

Imposante Beobachtungen hat das Fangteam in der ansonsten kargen Landschaft, in der auch noch viel Schnee liegt, schon bis jetzt. So hatte die Crew, die mit mehreren Autos ins Basislager reiste, bereits mehrfach Begegnungen mit Elchen, hat auf der Hinfahrt Rentiere beobachtet und im Fanggebiet sogar einen Bären in freier Wildbahn gesehen.

Zum Thema:
Das Auerhuhn war einst der Charaktervogel der Kiefernheiden und Trauben eichenwälder in der Lausitz. Im 20. Jahrhundert verschlechterten sich die Lebensbedingungen. Die Bestände gingen zurück. Zu spät erkannte man, wie dramatisch die Situation war. Trotz einiger Schutzbemühungen konnte das lokale Aussterben nicht mehr verhindert werden. Die letzte Henne wurde 1998 in der Rochauer Heide gesichtet. Seitdem galt die Art als verschollen.www.naturpark-nlh.de

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 16.5.17 von Frank Claus

http://lr-display.de/click/417

Auerhennen-Alarm löst im Nachbarlandkreis Aufregung aus

Schipkau/Bad Liebenwerda.

Aufregung und Erstaunen herrschte in diesen Tagen in Klettwitz und später auch Schipkau. Die Ursache war ein mehr als hühnergroßer Vogel, der sich tagelang dicht an die Menschen wagte.

Ein Vergleich im Internet ergab dann die kleine Sensation: Eine Auerhahn-Dame, besser Auerhenne, hatte sich in das Schipkauer Gemeindegebiet verlaufen.

Da der Zusammenhang zum Auerhuhnprojekt des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft nahe lag, nahm die Gemeindeverwaltung Kontakt mit den Fachleuten in Bad Liebenwerda auf. Schnell stellte sich heraus, dass die Auerhenne zu den Tieren zählt, die in einem aufwendigen Projekt bei Hohenleipisch ausgewildert werden. "Die liebestolle Dame hat wohl die Orientierung verloren", meinte einer der Fachleute schmunzelnd.

Zahlreiche Versuche, das Tier zu fangen, scheiterten. "Es bleibt zu hoffen, dass die Henne nicht unter die Räder eines Autos gerät", so Schipkaus Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) zum tierischen Ausnahmezustand. Grund für die Sorge war die Tatsache, dass sich das Tier bei herannahenden Autos stets regungslos auf den Boden duckte und nicht davon lief. Bei menschlichen Annäherungsversuchen war das Tier dagegen stets schneller und flog auf den nächstgelegenen Baum.

Bis vor rund einhundert Jahren bevölkerte das Auerwild auch den ausgedehnten Staatsforst rings um Kostebrau. Zu sächsischen Zeiten reiste selbst der Kurfürst zur Auerhuhnjagd an. Im Zuge der Besiedlung und des sich ausbreitenden Bergbaus in dem Gebiet verschwanden die großen Vögel. Seit 2012 bemüht sich der Förderverein des Naturparks gemeinsam mit vielen Partnern um die Wiederkehr der imposanten Tiere.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 8.5.17 von Andrea Budich

Ausgebüxte Auerhenne verursacht Aufregung

Schipkau. 

Eine Auerhenne hat dieser Tage Aufregung und Erstaunen in Klettwitz und später auch in Schipkau verursacht. Da der Zusammenhang zum Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft nahe lag, kontaktierte die Gemeindeverwaltung die Fachleute in Bad Liebenwerda. Schnell stellte sich heraus, dass die Auerhenne zu den Tieren gehört, die in einem aufwendigen Projekt bei Hohenleipisch ausgewildert werden.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 5.5.17

Die "Herren" balzen noch recht zögerlich

Bad Liebenwerda.

Der erste Teil der diesjährigen Fangaktion in Schweden hat begonnen. Am Sonntag ist der Auerhuhn-Projektverantwortliche Dr. Alexander Zimmermann mit weiteren vier Mitstreitern nach Schweden aufgebrochen.

Inzwischen haben sie ihr Zielgebiet in der Provinz Darlana in Mittelschweden erreicht. Via Fähre ging es von Rostock nach Trelleborg und von dort aus ins Landesinnere in die Nähe der Olympiastadt Falun. "Die erste Nacht im Zelt liegt hinter uns. Wir haben mitten im Wald die Balzplätze der Auerhähne beobachtet und versucht, ihre Rufe ausfindig zu machen. In der ersten Nacht waren die noch sehr verhalten", berichtet Dr. Zimmermann gestern am Telefon. Schnee liege im Gebiet nicht mehr, tagsüber wurden gestern fünf Grad Plus, nachts drei Grad Minus gemessen. Der Auerhuhn-Fang ist ein schwieriges Unterfangen, da die Hähne in der Balz sehr sensibel reagieren. Inzwischen seien die entsprechenden Netze aufgestellt worden. Die Fangaktion geht bis Ende dieser Woche. Männliche Tiere können nicht in Volieren zwischengehalten werden. Sie müssen sehr schnell mit dem Auto nach Deutschland transportiert werden. Bis zu 60 Tiere dürfen die Mitarbeiter des Pilotprojektes "Auerhuhn-Wiederansiedlung" in diesem Jahr in Schweden fangen.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 19.4.17 von Frank Claus

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Die-Herren-balzen-noch-sehr-zoegerlich;art1059,5947752

Schwierige Bedingungen: Nur ein Auerhahn überlistet - Das Tier fühlt sich jetzt im Babbener Forst wohl.

Bad Liebenwerda.

Es war eine Woche voller Extreme. Die Auerhuhn-Arbeitsgruppe, die in der vergangenen Woche zum Auerhahn-Fang in die Provinz Darlana nach Mittelschweden aufgebrochen war und am Sonntag wieder nach Hause gekommen ist, kann nur den Fang eines Auerhahns vermelden.

Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann: "Die Bedingungen haben einfach nicht gepasst. Ich habe ja gehört, dass es auch in Deutschland extrem kühl und windig war. In Mittelschweden war das noch einen Zacken schärfer. Wir hatten teils eisigen Wind und Nachttemperaturen von minus zehn Grad Celsius. Da sind die Hähne vielfach nicht auf die Lichtungen gekommen und in ihren Deckungen geblieben. Die Balz ist noch nicht richtig im Gange."

Die Männer haben dennoch in ihren Zelten tapfer ausgehalten. Ein Hahn hat sich dann doch überlisten lassen und ist in die aufgestellten Netze geflogen. Er ist mit dem Vorausfahrzeug bereits nach Deutschland gebracht worden und am Sonnabend im Babbener Forst wieder freigelassen worden.

Dr. Alexander Zimmermann: "Wir haben wieder neue Erfahrungen gesammelt, die uns beim nächsten Einsatz Mitte Mai in Nordschweden zugutekommen werden."

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 25.4.17 von Frank Claus

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Schwierige-Bedingungen-Nur-ein-Auerhahn-ueberlistet;art1059,5957453

Sensible Hähne und abgeklärte Hennen beim Auerhuhn-Projekt

Geoökologe Dr. Alexander Zimmermann (38), der neue Projektleiter Auerhuhn-Ansiedlung mit zwei Sendern für die Auerhühner im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft Bad Liebenwerda

Bad Liebenwerda.

Das Auerhuhn-Projekt geht in seine nächste Phase. Bisherige Ansiedlungserfolge geben Zuversicht. Inzwischen sind etwa 70 Tiere in der Niederlausitz nachweisbar.

Vermutlich nimmt er mit seinen leuchtenden Augen so schon gefangen. Wenn er aber über das Auerhuhn-Projekt spricht, scheint es, als würden sie blitzen. Dabei ist der neue Projektkoordinator Dr. Alexander Zimmermann erst wenige Wochen im Naturparkhaus in Bad Liebenwerda im Dienst. Der 38-jährige Geoökologe - der Dresdner hat am Institut für Erd- und Umweltwissenschaften in Potsdam studiert und promoviert - sagt es unumwunden: ?Wissenschaft ist gut und wichtig. Aber ich wollte wieder raus in die Praxis.?

In Bad Liebenwerda hat er einen Berg voller Arbeit vor sich und kann auf einen ebensolchen an Erfahrungen bauen. ?Was Naturparkleiter Lars Thielemann und sein Team für das Auerhuhn-Projekt bisher geleistet haben, ist gewaltig?, sagt er. Seine erste Bewährungsprobe hat der ?Neue? gerade hinter sich gebracht: Etwa 20 Vertreter von Auer- und Birkhuhn-Projekten aus Polen, Belgien und den Niederlanden sowie aus den deutschen Bundesländern Thüringen und Bayern sind in der vergangenen Woche zu einem ersten Erfahrungsaustausch in Bad Liebenwerda zusammengekommen. ?Eine Arbeitstagung, die uns allen viel gegeben hat?, sagt Dr. Zimmermann.

Die Thüringer wollen zum ersten Mal Auerhühner aus der Landschaft Schwedens entnehmen. Die Polen und Bayern haben bereits Erfahrungen mit der Wiederansiedlung des Birkhuhns. Seit im Jahr 2012 die ersten mit Sendern versehenen Tiere in der Niederlausitz ausgesetzt werden konnten, hat sich die Population rund um Bad Liebenwerda wieder entwickelt. Für die Vögel konnten bereits 2016 Tiere der Enkelgeneration nachgewiesen werden, also echte ?Brandenburger? Auerhühner. Die Bad Liebenwerdaer Pilotprojektler des Brandenburger Auerhuhn-Umzugs sind inzwischen selbst zu erfahrenen Hasen geworden.

Lars Thielemann würde diesen Satz vermutlich so nie zulassen. Noch lange nicht würde man das Projekt abschließend als gelungen bezeichnen können. Auch wenn inzwischen etwa 70 Tiere in der Niederlausitz nachweisbar seien, benötige das Projekt bis zur dauerhaften Wiederansiedlung noch einen langen Atem und Geld.

1,4 Millionen Euro stellt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes den Bad Liebenwerdaer Ansiedlungsexperten zur Verfügung. Was viel klingt, ist am Ende für den fünfjährigen Bewilligungszeitraum von 2017 bis 2022 doch knapp bemessen. Vier Mitarbeiter habe das Projektteam, und finanziert werden müssten mit dem Geld sämtliche Maßnahmen ? von den ständigen Fahrten mit Auto, Schiff und Flugzeug nach Schweden bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung einschließlich Monitoring. Am Ende müssen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vorgelegt werden.

Jährlich 60 Tiere dürfen mit Zustimmung der Schweden aus dortigen Landschaftsgebieten entnommen werden. Während hierzulande die Population Ende der 90er-Jahre erloschen war, gibt es dort Birk- und Auerhühner noch in ausreichender Zahl. In Schweden sind die Vögel sogar noch als bejagbares Wild eingestuft.

Der Fang freilich gestaltet sich schwierig. ?Vor allem die Männchen sind während der Balz unheimlich sensibel.? Sie werden mit dünnen, durchsichtigen Netzen auf Balzplätzen Mitte April in Mittelschweden gefangen. Der Transport nach Deutschland müsse ganz schnell gehen, weswegen eine Fahrt nur mit dem Auto möglich sei. Quasi rein in die Kiste und ab. ?Im Vorjahr ist es gelungen, alle vier gefangenen Hähne erfolgreich in ihr neues Zuhause zu bringen?, so Dr. Zimmermann. Die Hennen werden in Nordschweden an bereits schneefreien Straßenrändern, wo zumeist auch schon kleine Gräser die Tiere anlocken, mittels Kescher im Mai gefangen und können nach kurzer Zwischenhaltung in größeren Gruppen mit dem Flieger nach Deutschland gebracht werden. Das alles passiere in speziell vorbereiteten Pappkartons. Die Bedingungen in hiesigen Wäldern mit wieder gut entwickelten Heidelbeer- und Preiselbeerenbeständen würden die Chancen auf eine dauerhafte Wiederansiedlung erhöhen.

Es ist Wiedergutmachung – nicht mehr und nicht weniger

Bad Liebenwerda Der Mensch hat die Auerhühner vertrieben. Durch Bergbau, holzorientierte Forstwirtschaft, die Nutzung großer Flächen für militärische Übungszwecke und schließlich Luftverschmutzung.

Waldumbau und mehr Sorgfalt im Umgang mit der Natur haben hiesige Wälder wieder gesunden und vielfältiger werden lassen. Doch Artenvielfalt ist nur schwer zurückzugewinnen ? mitunter auch nur mit hohem finanziellen Aufwand.

Inzwischen werden die Auerhühner nicht mehr nur mit Sendern versehen ? bei den sensiblen Männchen geht das gar nicht ? sondern ihnen wird auch der genetische Abdruck entnommen. Dazu werden von allen Tieren vor dem Aussetzen Federn gezogen. Eine Vielzahl davon konnte im Naturpark gefunden werden. Bald gibt es die ersten Ergebnisse vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Vielleicht können wir uns da schon wieder über den Nachweis neuer Auerhuhn-Kinder freuen. Und irgendwann sagen: Unser Charaktervogel ist wieder zu Hause!

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 23.3.17 von Frank Claus

Auerhuhn-Experten in Elbe-Elster

Bad Liebenwerda.

Etwa 20 Vertreter westeuropäischer Projekte aus Polen, Belgien und den Niederlanden sowie aus Thüringen und Bayern, die in Schweden Birk- oder Auerhühner aus intakten skandinavischen Populationen fangen oder dies in den nächsten Jahren vorhaben, treffen sich heute am Verwaltungssitz des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) zum ersten gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Das Auerhuhn breitet sich weiter aus, das war die Schlagzeile zu Jahresbeginn aus dem rund um Bad Liebenwerda gelegenen Naturpark.

Im Jahr zuvor waren erfolgreich 56 weitere Tiere in Schweden eingefangen und in Landschaftsbereichen im Süden Brandenburgs ausgesetzt worden. Seit im Jahr 2012 die ersten mit Sendern versehenen Tiere ausgesetzt werden konnten, hat sich die Population, die in den 1990er-Jahren bereits erloschen war, wieder entwickelt. Für die Vögel konnten bereits 2016 Tiere der Enkelgeneration (F2) nachgewiesen werden, also die ersten "Brandenburger" Auerhühner. Dabei hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass der Ansatz, Wildvögel zu fangen und umzusiedeln, Erfolg versprechender sei, als Tiere aus Aufzuchtstationen zu nehmen. Um eine sich selbst tragende Population des imposanten Waldhuhns zu etablieren, werde auch in den kommenden Jahren auf die Translokation gesetzt.

Fang und erfolgreiche Umsiedlung von Wildvögeln seien indes kein einfaches Unterfangen. Das Bad Liebenwerdaer Pilotprojekt belege das. Es wird nun selbst zum Vorzeigemodell.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 16.3.17 von Frank Claus 

Alexander Zimmermann neuer Projektchef

Bad Liebenwerda.

Der Geoökologe Dr. Alexander Zimmermann (38) ist der neue Chef des Auerhuhn-Projektes im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Der Dresdner, der am Institut für Erd- und Umweltwissenschaften in Potsdam studiert und promoviert hat, hat heute gleich seinen ersten großen Auftritt. Im Naturpark werden etwa 20 Vertreter von Auerhuhn-Projekten aus Polen, Belgien und den Niederlanden sowie aus den Bundesländern Thüringen und Bayern zu einem ersten Erfahrungsaustausch erwartet.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 16.3.17 von Frank Claus

Experiment Auerhuhn geglückt

Kann durchstarten: Das ursprünglich in Schweden beheimatete Auerhuhn fühlt sich in der Lausitz wohl. Seit 15 Jahren bemüht man sich um die Ansiedlung des lange vom Aussterben bedrohten Hühnervogels. Foto: dpa / Patrick Pleul

Potsdam (MOZ).

15 Jahre liefen die Vorbereitungen, vier Jahre das Pilotprojekt. Nun hoffen Förster, Naturschützer und Jäger in Elbe-Elster, dass das größte Wiederansiedlungsprojekt des Landes auch offiziell gestartet werden kann: Das Auerhuhn soll in der Lausitz wieder heimisch werden.

"Die Zeit arbeitet für das Auerhuhn", sagt Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und Chef der Arbeitsgruppe Auerhuhn. Die großen Hindernisse, die am Ende des vergangenen Jahrhunderts zum Aussterben des großen Hühnervogels in der Region führten, gibt es so nicht mehr. Die Tagebaue werden renaturiert und die militärische Nutzung der Wälder wurde aufgegeben.

Aber vor allem werden aus eng bepflanzten Stangenwäldern allmählich wieder lichte Kiefernhaine, in denen der Vogel ausreichend Blaubeeren und Preiselbeeren findet. "Eigentlich müsste das Auerhuhn Blaubeerhuhn heißen", sagt Thielemann und kommt ins Schwärmen, wie perfekt sich der große Vogel im Blaubeerkraut dem Auge des Menschen entziehen kann.

15 Jahre lang hat die Arbeitsgemeinschaft die Naturräume in der Lausitz rund um Finsterwalde untersucht. 200 Quadratkilometer erfüllten letztlich alle Kriterien, die die Weltnaturschutzunion IUCN an solche Projekte stellt. 2011 startete das Pilotprojekt. Die Lausitzer setzten dabei bewusst auf Wildtiere, die in Schweden gefangen wurden und nicht auf das Auswildern von Jungtieren, die aus Zuchtstationen stammen.

Das Einfangen selbst hört sich nach Abenteuer an: Im Frühjahr, wenn in Schweden der Schnee schmilzt, sind Auerhühner an den Straßenrändern anzutreffen, wo das erste Grün sprießt. Aus dem Auto heraus werden sie mit Keschern eingefangen. 2012 und 2013 gelangten so je 30 Tiere nach Brandenburg, wurden mit Sendern versehen und in die Freiheit entlassen. Außerdem wurden rund ein Dutzend Eier, die die Hennen in der kurzen Gefangenschaft legten - in Kooperation mit polnischen Experten, die ähnliche Projekte in der Muskauer Heide jenseits der Neiße betreiben - ausgebrütet und ausgewildert.

Verluste gab es weniger durch Füchse und Habichte, wie zu erwarten war, sondern durch Karambolagen mit Leitungen, Schneezäunen und Autos. Trotzdem war der Versuch ein Erfolg: Die Auerhühner können überleben und pflanzen sich fort, resümiert Lars Thielemann. Die nach Auswertung der Daten errechnete Sterberate liegt in etwa so hoch wie in der skandinavischen Wildbahn.

2015 wurden noch einmal 21 Tiere und dieses Jahr 60 weitere nach Brandenburg gebracht. Die Gäste aus der Lausitz haben inzwischen regelrechte Fertigkeiten im Auerhuhnfangen entwickelt, arbeiten aber stets mit den Experten vor Ort zusammen. Die wissenschaftliche Auswertung hat die schwedischen Behörden so überzeugt, dass sie eine Vereinbarung mit den Lausitzern eingingen, der zufolge bis 2020 jährlich 60 Tiere vom Straßenrand weggefangen werden dürfen.

Thielemann ist der Hinweis wichtig, dass man damit nicht die skandinavischen Bestände gefährdet. Allein in der Region Västerbotten werden jährlich 3000 bis 6000 Auerhühner gejagt und verzehrt. Zur Zeit schätzt er, dass in drei Revieren rund um Finsterwalde je 20 bis 30 Tiere leben. Sieben solcher Gebiete innerhalb der 200 Quadratkilometer sollen in den kommenden Jahren besiedelt werden. Wenn die Population konstant über 100 Tiere beträgt, müsste sich das Auerhuhn von allein stabil weiterentwickeln, so die Prognose.

Noch wartet die Arbeitsgruppe jedoch auf die Genehmigung von insgesamt 1,3 Millionen Euro Fördergeldern bis 2021. Damit sollen das Projektteam, die Sender, die Fahrten nach Schweden und die wissenschaftliche Auswertung finanziert werden.

Für Thielemann ist das Auerhuhn nur das Aushängeschild. Eigentlich geht es darum, das gesamte Waldgebiet zu renaturieren. Davon profitieren auch Kleineulen, Waldschnepfen oder Schwarzstörche. Für die Waldschnepfe lässt sich aber nicht ein so aufwändiges Programm ins Leben rufen. Da brauche man schon einen so imposanten Vogel wie das Auerhuhn, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Menschen über den kleinen Kreis der Aktivisten hinaus zu begeistern.

Wenn die Sender abfallen oder die Batterien aufgeben, muss der Bestand der Vögel durch Beobachten und das Sammeln von Federn überprüft werden. Die genetische Überprüfung von Federn ergab, dass in den Wäldern der Lausitz neben den jährlich neu ausgesetzten Tieren die Enkelgeneration der ersten Ankömmlinge unterwegs ist. "Das sind schon echte Brandenburger", findet Thielemann.

Auszug vom 9.9.16 aus der MOZ von Ulrich Thiessen

http://www.moz.de/lokalredaktionen/potsdam/artikelansicht/dg/0/1/1513930/

Drei Auerhühner "kraftvoll abgeflogen"-Erneute Fangaktion in Schweden beweist: Vögel bleiben eine Herausforderung

Elbe-Elster.

Mit zwei Hennen und einem Auerhahn musste sich Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung Niederlausitzer Heidelandschaft und der AG Auerhuhn, bei einer neuerlichen Fangaktion in Schweden zufrieden geben. Gemeinsam mit Olrig Pörtner vom Landesbetrieb Forst bekam Thielemann in dieser Woche brachial zu spüren, dass die Natur nach eigenen Gesetzen tickt.

Es waren deutlich weniger Tiere an den Straßenrändern. Die Reproduktion ist in diesem Jahr sehr gering ausgefallen. So konnte das Fänger-Duo auch die weniger scheuen Jungtiere nicht auf seine Rechnung setzen. "Wir haben unser Möglichstes versucht. Aber es hat sich bestätigt, dass es im Herbst besonders schwierig ist, die Tiere zu fangen", so Lars Thielemann. Einer der schwedischen Partner habe versucht zu trösten. Allein wegen des gefangenen Hahnes könnten sie sich als "Lucky Boys" fühlen.

 

Sehr erfreut ist Lars Thielemann über eine sich neu anbahnende Partnerschaft. Dank eines Angebotes der schwedischen Firma Holmen können die Lausitzer künftig auch auf deren ausgedehnten Flächen in der Provinz Jämtland, südlich des bisherigen Fanggebietes in Västerbotten, Auerhühner einfangen. Das könnte schon bei der nächsten Aktion im Frühjahr der Fall sein. Um die Wiederansiedlung des Wappentieres des Naturparks voranzuteiben, muss die Auerhuhn-Familie weiter gestärkt werden.

Inzwischen sind die drei Neuzugänge aus Schweden in ihrer neuen Heimat ausgesetzt. "Sie sind trotz eines 48 Stunden dauernden Transportes im Fahrzeug kraftvoll abgeflogen", freut sich der Naturparkchef. Und auch darüber, dass es dank der Unterstützung der Sparkasse Elbe-Elster noch eine Reserve an Sendern gibt, die eine wissenschaftliche Begleitung der Tiere ermöglichen. Diesmal ist nur der Hahn mit einem Sender ausgestattet worden. Zwischenzeitlich konnte in der Rochauer Heide ein Hahn nachgewiesen werden, der im Herbst 2013 in Schweden gefangen worden war. Sowohl in der Rochauer, als auch in der Liebenwerdaer Heide sind Hähne heimisch.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 17.10.2015 von Gabi Böttcher

Niederlausitzer Auerhuhn-Experten nach Thüringen eingeladen

Bad Liebenwerda/Oppelhain.

Die Familie der Auerhuhn-Enthusiasten nutzt immer wieder Gelegenheiten, sich über neue Erkenntnisse und Fortschritte in den verschiedenen Ansiedlungsprojekten auszutauschen. So ging jetzt auch bei den Niederlausitzer Auerhuhn-Betreuern eine Einladung zum Treffen der Raufußhuhn-Experten im Herbst im thüringischen Bad Blankenburg ein.

Dort wird unter anderem die moderne Zuchtstation in der Uhlstädter Heide besucht.

"Für uns sind diese Treffen eine gute Gelegenheit, uns gegenseitig auszutauschen", unterstreicht Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und der hiesigen AG Auerhuhn.

Und weil das Ziel diesmal nicht gar so weit entfernt ist, werden auch Teilnehmer aus der Niederlausitz wie Lars Thielemann, Dr. Beate Zimmermann vom Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften in Finsterwalde und voraussichtlich Falko Göbert von der Greifvogelstation in Oppelhain dabei sein. Luise Stephani von ThüringenForst, die die Koordinierung des Raufußhuhn-Projektes in ihrer Region in Regie hat, freut sich auf die Gäste aus der Niederlausitz und einen Vortrag über die aktuellen Entwicklungen in den Wiederansiedlungsgebieten.

Um an einem Internationalen Expertentreffen wie dem in Kürze in Island stattfindenden teilzunehmen, müsste man schon über etablierte Populationen berichten können, meint die Thüringerin. Nichtsdestotrotz ist ThüringenForst auf dem Weg, mehrere Tausend Hektar Waldfläche auerwildtauglich zu gestalten. Hier gebührt dem Auerwild ein besonderes Augenmerk.

 

Auszug aus der Lausitzer Rundschau von Gabi Böttcher

Erstmals Auerhuhn-Küken in Oppelhain

Erstmals sind in der Greifvogelstation Oppelhain des Landesbetriebes Forst Auerhuhnküken geschlüpft. Seit Juni haben sie sich prächtig entwickelt: Der Hahn (l.) und seine Schwester mit der gemeinsamen Mutter, rechts im Bild. Foto: Gabi Böttcher
Erstmals sind in der Greifvogelstation Oppelhain des Landesbetriebes Forst Auerhuhnküken geschlüpft. Seit Juni haben sie sich prächtig entwickelt: Der Hahn (l.) und seine Schwester mit der gemeinsamen Mutter, rechts im Bild. Foto: Gabi Böttcher

Oppelhain.

Das ist schon eine kleine Sensation: Erstmals sind in der Greifvogelstation des Landesbetriebes Forst in Oppelhain Auerhuhnküken geschlüpft. Aus sechs gelegten Eiern waren es vier, zwei überlebten. Sie wurden gestern erstmals präsentiert. Eine Zucht wird jedoch nicht angestrebt.

Erstmals sind in der Greifvogelstation Oppelhain des Landesbetriebes Forst Auerhuhnküken geschlüpft.

Für den vogelkundlichen Laien erscheinen die beiden Jungvögel bereits erwachsen. Und genauso scheu, wie ihrer sensiblen Art immer wieder bescheinigt wird. Selbst erst am 6. oder 7. Juni den Eiern entwichen, werden sie jetzt sprichwörtlich wie rohe Eier behandelt.

Falko Göbert und Torsten Pawlack beköstigen die zwei mit vielem, was das Gourmet-Restaurant namens Natur hergibt. Körnernahrung ist tabu. Schließlich sollen die zwei nahtlos in das parallel laufende Auerhuhn-Wiederansiedlungsprojekt in der Bad Liebenwerdaer und Rochauer Heide aufgenommen, sprich in wenigen Wochen ausgewildert werden.

 

Um nach der Born-to-be-free-Methode von Dr. Andrzej Krzywinski in der Aufzuchtstation im polnischen Kadzidlo die Auerhuhn-Familie in der Lausitz zu stärken, sollen die Jungvögel auf keinen Fall an den Menschen gewöhnt, sondern ganz natürlich auf ihre Entlassung in die Freiheit vorbereitet werden. Deshalb ist fernab des Schaugeheges in der Auffangstation, wo derzeit zwei Hähne zu sehen sind, eine geschützte Voliere aufgebaut worden. Hier ist die Henne mit ihrem Nachwuchs untergebracht. Zur besonderen Freude der Akteure im Auerhuhn-Projekt ist eines der Jungtiere ein Hahn. Dass ihre Eltern zu Schauzwecken von einem Züchter aus Döbeln geholt worden waren, stehe im Einklang mit dem Anliegen, die Greifvogelstation als ein Zentrum der Waldpädagogik weiterzuentwickeln, hebt Uwe Lewandowski, Leiter der Oberförsterei Hohenleipisch im Landesbetrieb Forst Brandenburg, hervor. Eng arbeite man dabei mit allen Akteuren im Wiederansiedlungsprojekt zusammen. Nach dreijähriger Pilotphase soll jetzt das Wappentier des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft wieder in seinem einstigen Revier heimisch werden.

Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung und der AG Auerhuhn, lobt den Beitrag der Forst für die Öffentlichkeitsarbeit als ?extrem wichtig?. Eine professionelle Zuchtstation aufzubauen, werde jedoch nicht verfolgt. Strategie im Lausitzer Projekt ist es, Wildfänge aus Schweden auszusetzen und von ihnen bereits im Reisegepäck mitgebrachten Nachwuchs in der polnischen Station ausbrüten zu lassen. Am gestrigen Mittwoch war Lars Thielemann auf dem Weg dorthin, um ein im Mai aus Schweden mitgebrachtes Muttertier und sechs inzwischen ausgebrütete Jungtiere von dort abzuholen. Im Herbst ist eine weitere Fangaktion in Schweden geplant. Die Erfahrungen, die jetzt gleichzeitig in Oppelhain gesammelt würden, seien dennoch ausgesprochen wertvoll für den Umgang mit der sensiblen Tierart.

Kommentar: Ein Vogel als Herzenssache

Auszug aus der Lausitzer Rundschau von Frau Gabi Böttcher

Ein Vogel als Herzenssache

Kommentar Mit anspruchsvollen Fällen haben Falko Göbert und Torsten Pawlack in der Greifvogelstation in Oppelhain tagtäglich zu tun. Schließlich werden hier verletzte Greifvögel und Eulen aufgenommen und gesund gepflegt.

Dass die beiden Forstleute jetzt aber das Schlüpfen des Wappentieres des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, des einst hier heimischen Auerhuhns, begleiten konnten, sprengt den alltäglichen Rahmen. Da werden frische Fichten- und Kiefernnadeln auf die Speisekarte gesetzt, Familienmitglieder stellen Schnittlauch aus dem heimischen Garten bereit. Blaubeeren und andere Leckerlies, die bei Auerhühnern in freier Wildbahn ganz oben rangieren, werden herbeigeschafft. Alles, um den Tieren den baldigen Weg in die Freiheit zu ebnen. Die Wiederansiedlung dieses Vogels ist inzwischen für viele zur Herzenssache geworden. Das ist mehr, als man es sich von jeglichem Projekt erhoffen kann.

Gabriela.Böttcher(at)lr-online.de

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 13.08.15

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Ein-Vogel-als-Herzenssache;art1059,5133778

Pilotprojekt zeigt: Auerhühner fühlen sich wohl bei uns

Bad Liebenwerda.

Die Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Niederlausitz kann aus wissenschaftlicher Sicht befürwortet werden. Das ist das Ergebnis eines Pilotprojektes, das als Teil des Artenschutzprogrammes ?Auerhuhn? des Landes Brandenburg nach drei Jahren zu Ende geht.

In der Liebenwerdaer und der Rochauer Heide sind seit Mai 2012 schwedische Wildfänge und nach der Born-to-be-free-Methode von Dr. Andrzej Krzywinski in der Aufzuchtstation im polnischen Kadzidlowo ausgebrütete Tiere ausgesetzt worden. Lars Thielemann, Leiter der AG Auerhuhn, stellte erste Ergebnisse des Pilotprojektes am Mittwochabend während der Jahrestagung des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft vor.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Pilotprojekt-zeigt-Auerhuehner-fuehlen-sich-in-Niederlausitz-wohl;art1059,4825943

Nachwuchs bei Lausitzer Auerhühnern / Auszug aus der LR vom 8.7.14

Schaufenster für Wappentier und Uhu

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 19.6.14

Die Sender sind verstummt, Augenzeugen sind gefragt

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 24.5./25.5.14

Daten sichten, sortieren, bewerten und einen Auerhahn fliegen sehen

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 21.1.14

Junge Sächsin wertet Auerhuhn-Daten aus

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 20.1.14

Naturparke bemühen sich gemeinsam um das Auerhuhn

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 23.12.13

Auerhuhn-Nachwuchs jetzt in Niederlausitzer Wäldern

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 20.12.13

Forstmann, Förderverein und Wald als Gewinner

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 4.12.13

Oder-Spree-Landrat beeindruckt von Auerhuhn-Projekt

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 5.11.13

Hähne verstärken Auerhuhn-Familie

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2.11.13

Zwei Hähne verstärken die Auerhuhn-Familie

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 1.11.13

Nicht verschollen, sondern weit geflogen

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 20.8.13

Auerhahn ist 27 Hennen nachgeflogen

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 28.5.13

Auerhahn ist per Linienflugzeug den 27 Hennen nachgereist

Auszug aus der Lauistzer Rundschau vom 25.5.13

Auerhühner ziehen bei Rochau ein

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 21.5.13

Auerhähne gönnen Wildfängern keinen Erfolg

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 21.5.13

Auf Auerhuhn-Fang in Richtung Schweden gestartet

Auszug aus der Lauistzer Rundschau vom 14.5.13

Auerhähne in Niederlausitzer Heide

Auszug aus der Lauistzer Rundschau vom 11.5.2013

Drei Auerhähne in Niederlausitzer Heide unterwegs

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 10.5.13

Auerhuhn-Projekt in Elbe-Elster in kritischer Phase

Auszug aus der Lauistzer Rundschau vom 01.02.13

"Im Frühjahr müssen Hähne hier sein"

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 11.12.12

Auerhuhn im Fokus der Fachwelt

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 4.12.12

Fachleute diskutieren über Leben und Überleben des Auerhuhns

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 1.11.12

Ernüchterung im Auerhuhn-Projekt: Nur zwei Hennen

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 17.10.12

Gehen diesmal auch Auerhähne in den Kescher?

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2.10.12

Bad Liebenwerdaer wollen Auerhühner in Schweden fangen

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 01.10.12

Sieben Auerhühner aus der Luft aufgespürt

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 30.08.12

Für Auerhühner geht's in die Luft - Vögel in Wäldern verstreut / Anpeilen der Tiere und Auslesen der Daten soll effektiver erfolgen

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 14.08.12 

Vier Auerhühner tot und keine kleinen Schweden

Damit wäre unsere Natur wieder etwas reicher und natürlicher

Superstars aus Schweden in der Lausitz ausgesetzt

Projektbeirat begleitet Auerhuhn-Pilotvorhaben

Auerhühner landen erst im Mai

Flüge für erste Auerhühner aus Schweden werden jetzt gebucht

Probe wohnen in der einstigen Heimat

Dem Wappentier ein Stück näher