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Magie der Streuobstblüte im April und Mai erleben

Streuobstregion Hohenleipisch-Döllingen, Foto: A. Franke

Langsam öffnen sich die ersten Knospen und es ist wieder soweit – die Obstbaumblüte im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft beginnt und verwandelt die Streuobstregion Hohenleipisch-Döllingen in ein rosa und weißes Blütenmeer. Steinobst wie Kirschbäume und Pflaumen erblühen mit dem ersten warmen Wetter, später gesellt sich Kernobst wie Apfel und Birnen hinzu. 

Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft lädt Einheimische und Besucher ein, dieses farbenprächtige Naturschauspiel auf eigene Faust, mit einem buchbaren Angebot oder auf einer Veranstaltung – wie zum Beispiel dem Blütenfest im Pomologischen Schau- und Lehrgarten - zu genießen. 

Entdecken Sie das Streuobstparadies und seine Blütenvielfalt beim Radfahren, auf dem Kremser oder bei einem Spaziergang! Alle Angebote zum Erlebnis Streuobstblüte finden Sie unter diesem Link.

Im Blütenmeer, Foto: V. Rösler

Blütenfest lädt am 1. Mai wieder in den Pomologischen Schau- und Lehrgarten ein

Das traditionelle Blütenfest eröffnet die Obstsaison im Pomologischen Garten Döllingen. Auftakt wird um 10.00 Uhr die Krönung der Blütenkönigin sein. Sie wird dann dieses Amt 2016 und 2017 ausüben und die Region auch überregional repräsentieren. Frühschoppen gibt es diesmal mit den Schwarzheider Musikanten. Traditionell gibt es auch wieder die Blütenshow mit den Lobenburgern. Die Theatergruppe des DRK von der Wohnstätte Haus Winterberg bringt diesmal das Stück „Liebe geht durch den Magen“ auf die Bühne.  

Führungen im Pomologischen Garten, Mit-Mach Angebote für Kinder lassen keine Langeweile aufkommen. Außerdem können Kinder mit der Eselkutsche durch den Garten fahren.

Auch ein kleiner Markt mit regionalen Köstlichkeiten und Bioprodukten lädt zum Einkaufen ein. Gärtner bieten wieder Raritäten für die Frühjahrspflanzung an, so zum Beispiel verschiedene alte Tomatensorten oder  außergewöhnliche Beet- und Balkonpflanzen.

Für das leibliche Wohl wird mit Deftigem aus der Gulaschkanone und vom Grill und frisch gebackenem Kuchen mit Früchten aus unserem Garten gesorgt. 

Das komplette Programm zum Blütenfest kann hier heruntergeladen werden. (NPV)

Der Natur auf der Spur: Neue Junior-Ranger-Gruppe im Aufbau

Nadja Poser am Schnuppertag Juniorranger, Foto: K. Weber/NW

Bereits seit vielen Jahren gehören die Junior Ranger zu dem Naturpark. Gemeinsam mit den Rangern erkunden sie den Naturpark, entdecken die Besonderheiten ihrer Heimat und treffen sich mit anderen Kindern und Jugendlichen um gemeinsam in der Natur unterwegs zu sein. Zusätzlich zu der bestehenden Junior-Ranger-Gruppe „Waldeidechsen“ aus Raum Plessa, planen die Ranger den Aufbau einer weiteren Gruppe im Raum Domsdorf.

Dazu hatte die Naturwacht alle kleinen Naturschützer und solche, die es werden wollen zu einem Schnuppertag auf das Gelände der Brikettfabrik Louise in Domsdorf eingeladen. Es gab einen kleinen Vorgeschmack auf das, was ein Junior Ranger bei der Naturwacht alles erleben kann. So konnten die zukünftigen kleinen Ranger ihr Wissen rund um unsere Bäume testen, auf Spurensuche gehen und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Gesucht werden Kinder im Alter zwischen 6 und 9 Jahre, die lieber draußen als drinnen spielen. Denen es Spaß macht den Wald und seine Bewohner zu entdecken. Die lernen möchten, wie man Insektenhotels und Nistkästen baut, welche Pflanzen man essen kann und welche nicht? Die gemeinsam mit anderen Kindern Abenteuer in der Natur erleben möchten. 

Ab dem 13. April 2016 treffen sich die Junior Ranger immer mittwochs, vierzehntägig auf dem Gelände der Brikettfabrik Louise in Domsdorf. Wer mehr darüber wissen will oder sein/seine Kinder anmelden möchte kann sich bei den Rangern im Naturparkhaus melden:

Naturwacht Brandenburg im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Markt 20 - 04924 Bad Liebenwerda

Tel. 035341/10192 oder heidelandschaft(at)naturwacht.de (NW).

Regionale Speisekarte: Genuss pur

Kulinarischer Kalender 2016

Im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft wird regional genießen groß geschrieben. Das ist nachhaltig und lecker. Das beweisen die an der Regionalen Speisekarte, einer gemeinsamen Aktion von Naturpark und Gastronomie, beteiligten Betriebe. Ihre kreative Küche mit regionalen Spezialitäten und außergewöhnlichen Köstlichkeiten bringt die Vielfalt und den Geschmack der Niederlausitz auf den Tisch. Seit diesem Jahr sind es nun nicht mehr nur einzelne Aktionen sondern es gibt einen kulinarischen Saisonkalender mit Themenwochen über das ganze Jahr verteilt. Dieser kann hier heruntergeladen werden.

Elf Gaststätten beteiligen sich daran. So gibt es neben den altbewährten Apfel- und Heidelamm- und Karpfenwochen jetzt u.a. auch Spargel- und Erdbeerwochen oder Wildwochen. 

Folgende Gaststätten sind beteiligt:

Restaurant „Goldener Hahn“ – Finsterwalde

Gasthof „Zur Linde“ – Saathain

Hotel & Cafe „Arcus“ – Elsterwerda

Gaststätte „Zum Goldenen Löwen“ – Hohenleipisch

Hotel & Gaststätte „Parkschlösschen“ – Maasdorf

Landgasthof „Zu den Drei Rosen“ – Winkel

Gasthof Zum Elstertal – Zeischa

Oberer Gasthof Landhof Wehle – Hirschfeld

Waldschänke Bad Erna

Parkrestaurant Holzhof – Elsterwerda

Hotel Zum Vetter, Restaurant Vetternwirtschaft - Finsterwalde (NPV).

Niederlausitzer Heidelammwochen vom 25. März bis 30. April 2016

Heidschnucke in leckeren Variationen in den Gaststätten der Regionalen Speisekarte, Foto: A. Franke

Gaststätten der Regionalen Speisekarte bieten Heidelamm in kreativen Variationen

Es ist Tradition: Die Osterzeit naht -  und ab Ostern kommt Niederlausitzer Heidelamm auf den Tisch. Die Niederlausitzer Heidelammwochen starteten Karfreitag, den 25. März.

Feinschmecker schätzen den unvergleichlichen Geschmack vom Heidelamm. Kein Wunder – Der Geschmack ist nicht mit anderem Schaffleisch vergleichbar, sondern eher wildähnlich. Das würzig-zarte Fleisch ist eine Delikatesse mit vielen Gesichtern und auch die heimische Küche kennt viele Lammspezialitäten. In diesem Jahr bieten acht ausgewählte Gaststätten Heidschnuckengerichte in verschiedensten Variationen an. Geliefert werden die Tiere von den beiden hiesigen Heideschäfern, Schäfermeister Matthias Möckel und Schäfermeister Daniel Hissung. 

Folgende Gaststätten bieten Schnuckengerichte an:

Arcus Hotel in Elsterwerda

Hotel & Gaststätte „Parkschlösschen“ in Maasdorf

Restaurant „Goldener Hahn“ in Finsterwalde

Parkrestaurant Holzhof Elsterwerda

Gaststätte „Zum Goldenen Löwen“ in Hohenleipisch

Landgasthof „Zu den drei Rosen“ in Winkel

Oberer Gasthof Landhof Wehle in Hirschfeld

Waldschänke  Bad Erna (NPV).

Auf der Suche nach wilden Orchideen

Fuchs' Knabenkraut, Foto: J. Wegener

Knabenkräuter im Naturpark

Unser Naturpark mit seinen kontinentalen Wetter, entweder zu heiß, zu trocken, zu kalt oder zu feucht und seinen sauren armen Böden passt nicht in die Vorstellung eines tropischen Regenwaldes mit einer exotischen Vielfalt von Orchideen. Und doch gibt es sie auch hier bei uns in Südbrandenburg, die Vielfalt an wilden Orchideen. Zu ihnen gehören auch die Gattungen der Knabenkräuter.

Zwei der weitverbreitetsten Vertreter, das Breitblättrige Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis) und das Fuchs` Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), werden im Naturpark seit vielen Jahren dokumentiert. Erste Zählungen sind aus dem Jahre 1981 bekannt. Damals wurden 21 Standorte erfasst, hauptsächlich vom Fuchs’ Knabenkraut (damals als Geflecktes Knabenkraut angesprochen). Seit 1993 zählt die Naturwacht jährlich auf den bekannten Standorten die blühenden Individuen.

Das Fuchs` Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) ist auch heute noch die individuenstärkste Art in der Region. Es ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und in der Roten Liste Brandenburgs als „Stark gefährdet“ eingestuft. Das Fuchs` Knabenkraut ist dem Gefleckten Knabenkraut sehr ähnlich. Es unterscheidet sich durch die tiefeingeschnittene dreiteilige Lippe. Das untere Laubblatt ist auffallend kurz und die Flecken sind oft queroval. Die Blütezeit ist Anfang Juni bis Anfang August. Als Standort werden tonige oder lehmige Böden bevorzugt. Es kommt sowohl auf nassen als auch auf trockenem, frischen bis feuchten Untergrund vor und ist deutschlandweit noch relativ häufig.

Fuchs`Knabenkraut, Foto: Ina Tschiesche

Im Naturpark werden zu Zeit noch sieben Standorte erfasst. In den letzten zwei Jahren konnte die Art auf vier Standorten nachgewiesen werden. Mit nur 210 blühende Exemplare im Jahr 2015 war der Bestand stark unter dem Durchschnitt. Im Vorjahr sind noch 2099 Exemplare gezählt worden. Da es diesen Bestandseinbruch auch in anderen Regionen gab, ist es wohl auf den trockenen Sommer zurückzuführen. Hinzu kam, dass eine Fläche vor dem Zählzeitpunkt unbeabsichtigt durch einen benachbarten Landwirt gemäht wurde. 

Die Pflege der Flächen ist für den Erhalt des Bestanden überaus wichtig. Insgesamt befinden sich die Standorte in einem sehr guten Pflegezustand, welcher durch den Vertragsnaturschutz durch die Naturparkverwaltung weiter gefördert wird. 

Das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) ist auf nährstoffarme Feuchtwiesen angewiesen. Es gibt nur zwei Flächen im Naturpark, auf denen die Art gefunden wurde. Zuletzt nur mit ein bis zwei nichtblühenden Individuen im Jahr 2013. (NW)

"Bahnhofsclique" aus Beutersitz Sieger 2016 von „Grün ist Bunt“

Jury "Grün ist Bunt" vom 3. Februar 2016 mit Vertretern des Naturparks, der Volksbank Elsterland eG und K.-U. Hennecke aus Finsterwalde, Foto: Archiv Naturpark

Naturnahe Gestaltung des Geländes rund ums ehemalige Wasserwerk macht Fortschritte

Im Februar wurde das Siegerprojekt 2016 der Mit-Mach-Aktion des Naturparks „Grün ist Bunt“ gekürt. Über 700€ von der Volksbank Elsterland eG für die Umsetzung ihrer Projektidee darf sich in diesem Jahr die „Bahnhofsclique“ aus Beutersitz. freuen. Die Jugendlichen im Alter von 9 bis 15 Jahren rund um Nicole Bloedow überzeugten das Gremium mit ihrer Projektidee „Schauprojekt – Paradies für Tiere". 

Konkret soll mit der finanziellen Unterstützung der Volksbank Elsterland eG das Ge-lände rund um das ehemalige Wasserwerk in Beutersitz wiederbelebt werden - verschiedene Nist- und Lebensraumhilfen sind geplant. Vorgesehen sind unter anderem ein Steinhaufen für Reptilien, Insektenhotels und Fledermauskästen sowie ein Lehmmauer als Nisthilfe für Insekten. Darüber hinaus soll ein kleiner „Gemeinschaftsplatz“ unter einem Weidenpavillon mit Sitzgelegenheit auf dem Gelände entstehen.  Besonders überzeugt hat das Gremium das große bürgerliche Engagement mit dem dieses Projekt angegangen wird – die Umsetzung ist im Ehrenamt geplant und unabhängig von der Anbindung an eine größere Organisation.

Stand Ende März wurden in mehreren Wochenendeinsätzen bereits Vorbereitungen für die Errichtung der Sitzecke geschaffen, sowie eine Igelburg aufgestellt und Material zum Bau von Nistkästen beschafft. (FV)

Es gibt sie noch …

Tomatenvielfalt zum Apfeltag in Döllingen, Foto: V. Roesler

Alte Nutzpflanzen vorgestellt

alte Tomaten- und Kartoffelsorten, Paprikas, Salate, Hülsenfrüchte und viele andere mehr. Diese alten Sorten schmecken lecker und benötigen meist auch weniger Pflege auch wenig sie nicht in jedem Fall super ertragreich sind. 

Es gibt Institutionen die sich dem Erhalt dieser alten Nutzpflanzen widmen. Einer davon ist der „Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg“ e.V. (VERN). Er hat sich nicht nur das Ziel gesetzt alte und seltene Kulturpflanzen zu erhalten, sondern sie auch für Alle zugänglich zu machen und das Wissen über den Anbau, den Umgang und die Nutzung dieser Pflanzen weiter zu geben. Denn wer weiß schon dass weltweit etwa 10.000 Tomatensorten bekannt sind oder dass es rot- bis schwarzfleischige Kartoffeln gibt?

Einige seltene Sorten (speziell Tomaten) stehen als Pflanzen zum Blütenfest im Pomologischen Garten zum Verkauf. Wen das gesamte Angebot des VERN interessiert kann in den jährlichen Katalog für seltene Kulturpflanzen schauen. Gartenfreunde können hier Sämereien bestellen. Den Katalog gibt es aktuell für 2016 wieder im Naturparkhaus. (NPV)

Bestandsentwicklung des Bibers im Naturpark

P. Wießner von der Naturwacht bei der Biberkartierung, Foto: A. Felder, NW

2015 wurden 52 Reviere im Naturpark gezählt

Seit dem Jahr 2001 führt die Naturwacht regelmäßig Kontrollen aller bekannten Biberreviere im Naturpark durch. Sie erfasst die Ausbreitung der Reviere, kontrolliert den Besatz und dokumentiert ob sich möglicherweise Konflikte durch die Tätigkeit der Tiere, zum Beispiel mit der Landwirtschaft, abzeichnen.

Die Schwarze Elster mit ihrem Einzugsgebiet ist eines der vom Biber am dichtesten besiedelten Gebiete in Brandenburg. Diese hohe Siedlungsdichte und die seit Jahren beobachtet progressive Arealerweiterung hat zu Folge, dass selbst isoliert liegende Tagebaurestgewässer, wo der Biber großflächige Aspenbestände vorfindet, besiedelt werden. Der weitaus größte Teil der Biberreviere im Gebiet des Naturparks weisen suboptimale Habitatsstrukturen auf. 

Wurden im Jahr 2001 noch 29 bekannte Reviere, von denen damals 3 nicht besetzt waren, erfasst, so stiegt die Anzahl in den Folgejahren kontinuierlich an. Seit dem Jahr 2008 pegelte sich diese Zahl auf 52 Reviere ein. Diese werden nun jährlich kontrolliert. In der Erfassungssaison 2015/ 2016 waren davon 44 besetzt.

Biber, Foto: Ch. Schmalhofer, NW

Konflikte entstehen gelegentlich wenn die Tiere landwirtschaftliche Nutzflächen durch das Anstauen der Gewässer vernässen oder durch ihre Grabetätigkeit Wege unterhöhlen oder die Funktion von Deichen in Fischzuchtgewässern gefährden. Meist gelingt es zusammen mit den Landnutzern und der zuständigen Naturschutzbehörde einen Kompromiss zu finden, der beiden Seiten gerecht wird.

Leider kommt es jedoch manchmal auch vor, dass festgestellte Sachverhalte zur Anzeige gebracht werden müssen, wenn zum Beispiel Biberdämme entfernt werden. Auch das Entnehmen des vom Biber gefällten Baumholzes stellt eine Unsitte dar, durch welche die Tiere genötigt werden weitere Bäume umzunagen um ihren Nahrungsbedarf zu decken. (NW, Tino Gärtner)

Naturparkfest 2016 mit Festwoche in Werenzhain

Auf dem Atelierhof finden zahlreiche Veranstaltungen statt, Foto: Archiv Atelierhof

Werenzhain lädt ein zur Festwoche rund um das Naturparkfest vom 17. bis 22. Mai 2016

Zum zweiten Mal ist Werenzhain der Gastgeber für das Naturparkfest. Im 20. Jahr des Bestehens vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft kann auch der Atelierhof Werenzhain sein 20-jähriges Dasein feiern. Ein Grund für die Werenzhainer eine ganze Festwoche zu gestalten. Verschiedenste Veranstaltungen finden deshalb vom 17. bis 22. Mai zwischen Kirche, Feuerwehrhaus, Kindergarten und Atelierhof statt. Das komplette Programm können Sie hier herunterladen.

Die Festwoche findet ihren Höhepunkt am Sonntag, den 22. Mai 2016 von 10 bis 18 Uhr mit dem Naturparkfest rund um den Atelierhof. (NPV)

Das volle Programm für diesen Tag können Sie hier herunterladen.

Weitere Infos erhalten Sie: 

Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Markt 20

04924 Bad Liebenwerda

035341 / 615 – 0 

www.naturpark-nlh.de (FV)

Kleine Elster erhält bei Schadewitz ihre neunte Schleife

Der vorhandene Fluss an dieser Stelle ist mit 10 m viel zu breit, Foto: B. Groth

Renaturierung von Flussschleifen wird fortgesetzt

In den letzten neun Jahren hat der begradigte Flussabschnitt der Kleinen Elster zwischen Doberlug-Kirchhain und Bad Liebenwerda an neun Stellen wieder einen gekrümmten Verlauf bekommen. Begonnen hatte es 2007 mit sechs Flussschleifen, die im Rahmen eines EU-geförderten Projektes der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg bei Maasdorf und Prestewitz (4), Schadwitz und Lindena entstanden sind. 

Durch die Arbeit der Flächenagentur Brandenburg (Bauherr) folgten die Große Maasdorfschleife (2012), die Klosterschleife (2014) und in diesem Jahr nun die Waldschleife . Diese drei Schleifen werden als Kompensationsmaßnahmen durch die Zuordnung zu Bauvorhaben refinanziert. Konkret haben der Bau der OPAL-Gasleitung sowie die Errichtung verschiedener Windkraftanlagen in der Region zur Finanzierung dieser Renaturierungsmaßnahmen maßgeblich beigetragen.

Aktuell finden die Bauarbeiten zur Waldschleife bei Schadewitz statt. Sie beginnt im Anschluss an die 2007 angelegte Schadewitzer Mühlgrabenschleife, so dass die Kleine Elster hier zukünftig durch eine Doppelschleife fließt.

Das Besondere an dieser Schleife geht aus dem Namen hervor. Die zukünftige Inselfläche zwischen neuer Schleife und dem vorhandenen Flussverlauf ist bewaldet. Dass das Feldgehölz nicht wie sonst fast überall gerodet wurde, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen, ist ein kleines Wunder. Drei markante alte Eichen sowie einige junge Eichen am Waldrand können erhalten bleiben und stehen nun direkt am Ufer der Kleinen Elster. Und so wird die neue Schleife von Anfang an gut beschattet sein. Auf der gegenüberliegenden Uferseite werden zusätzlich Eichen und Erlen gepflanzt.

Bis die Genehmigung für so ein Projekt vorliegt, muss viel verhandelt, geplant und immer wieder abgestimmt werden: Hydraulische Berechnungen, Hochwasserneutralität, Artenschutz, archäologischer Bodendenkmalschutz, Flächeneigentümer und -nutzer sind Themen, mit denen sich die Flächenagentur und das von ihr beauftragte Planungsbüro WTU GmbH aus Bad Liebenwerda die letzten zwei Jahre auseinandergesetzt haben.

Ein Großteil der beanspruchten Fläche konnte erworben werden und befindet sich jetzt im Eigentum der Stiftung Naturschutzfonds. Der andere Teil gehört der evangelischen Kirche. Die Kirchengemeinde in Tröbitz konnte dankenswerter Weise für die Bereitstellung gewonnen werden.

Das Initialgerinne wurde vorsichtig zwischen den Eichen angelegt, Foto: B. Groth

Die Waldschleife erweitert den Lebensraum für viele an den Fluss gebundene Tierarten wie Fischotter und Eisvogel, Libellen und die vielen am Gewässerboden lebenden Organismen. Sie trägt dazu bei, dass der wichtigste Fluss im Naturpark wieder ein kleines Stück naturnäher wird.

Die planerische Gestaltung der Waldschleife orientiert sich am Vorbild eines natürlich fließenden sandgeprägten Tieflandflusses, soweit dies in unserer Kulturlandschaft rechtlich möglich ist. Es wird so gebaut, dass der Fluss bei der Ausgestaltung wesentlich mitwirken kann. Nach diesem Prinzip wurde bereits die 2014 umgesetzte Klosterschleife bei Doberlug angebunden, während bei den Schleifen zuvor das Flussbett im „Endmaß“ baulich hergestellt wurde. Die neue Bauweise führt zu viel dynamischeren Prozessen wie sie in einer naturnahen Flussaue typisch sind.

Nachdem die grundlegende Lage des neuen Flusslaufes auf 280 Meter Länge durch die Firma Meli-Bau aus Herzberg ausgehoben und Strukturierungselemente wie Baumstämme und Wurzelstubben an den Ufern einbaut worden sind, wird der Fluss  - voraussichtlich schon im April - in sein neues Bett umgelenkt. Er pendelt dann zwischen den Strukturelementen, bildet dabei Prall- und Gleitufer, Uferabbrüche, Steilufer, Kolke, Kies- und Sandbänke aus. Dieser dynamische Prozess hält längere Zeit (Jahre) an bis ein mehr oder weniger stabiler Gleichgewichtszustand erreicht wird. Parallel wird das neue Gewässerbett sukzessive von Wasserpflanzen und der typischen Flussfauna besiedelt, die über das Medium Wasser bequem an diesen neuen Lebensraum gelangen.

Die Flächenagentur bereitet derzeit kleinere ergänzende Maßnahmen entlang der Ufer der Kleinen Elster vor. Leider ist derzeit die Umsetzung einer 10. Flussschleife nicht in Sicht. Es fehlt an den dafür benötigten Flächen, die die landwirtschaftlichen Betriebe nicht entbehren wollen. (NW, Text und Fotos: Birgit Groth)

Im Naturpark aufgespürt...

Kranich im blühenden Wollgras, Foto: Ingo Decker

Beobachtungstipp: Tanz der Kraniche

Die Schönheit der Kraniche und ihre spektakulären Balztänze haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert. Zudem gehören sie zu den Zugvögeln für die Deutschland auch eine besondere Verantwortung trägt. Etwa 8.000 Brutpaare leben heute noch in Nord- und Mitteldeutschland.

Der Loben ist ein Gebiet, wo Kraniche hier noch einen weitgehend intakten Lebensraum vorfinden. Vom Lobenturm aus kann man die imposanten Tiere gut beobachten.

Wenn auch der „Tanz der Kraniche“ das ganze Jahr über stattfindet, ist er jetzt im Frühjahr am intensivsten.  Beim Tanzen springen Männchen und Weibchen mit ausgebreiteten Flügeln laufend umher und lassen ihr lautes Trompeten hören. Aber auch Prahlhandlungen, Laufen in Geraden und Kurven, Einknicken der Beine, Springen und das Hochschleudern von Pflanzenteilen sind Bestandteile des Rituals. Durch Aufrichten des Oberkörpers, Abwinkeln der Flügel und gurrende Laute fordert das Weibchen das Männchen schließlich zum Aufspringen und damit zur Paarung auf. Ist der Tretakt vollzogen, springt das Männchen meist über den Kopf des Weibchens vorwärts ab. Nun folgen Duettrufe der Partner und danach normalerweise eine Putzphase. Das Duett ist die ganze Brutzeit und auch später als Zeichen des Zusammenhalts zu hören.

Entsprechend des Angebotes ernähren sich Kraniche tierisch und pflanzlich. Sie lesen auf Gräsern und Kräutern sitzende Insekten gezielt ab und legen Würmer und Larven durch Wühlbewegungen im Boden frei. Dazu stechen sie mit fast geschlossenem Schnabel in die Erde. Im Boden öffnen sie den Schnabel leicht und bewegen ihn seitlich. Auf Saatflächen lesen Kraniche zu erst an der Oberfläche liegende Getreidekörner ab. Maiskörner werden auch vom Kolben gefressen. Wirbeltiere werden mit dem Schnabel erdolcht. (NPV)

Regionaler Küchenzauber

Gänseblümchen passen gut an Salate, Foto: Anke Berg

Der Naturpark empfiehlt:

Wildkräuter-Salat (Auszug aus dem Elbe-Elster-Kochbuch von Matthias Eichhorn)

Alfons Breier aus Wriezen empfiehlt

Zutaten:

5 Blättchen Gundelrebe

8 junge Schafgarbenblätter

10 Taubnesselspitzen

10 Gänseblümchenblätter

10 Löwenzahnherzen

10 Hirtentäschel

10 Gierschblätter

3 Hand voll Vogelmiere

 für das Dressing:

1 Orange

3 EL Kräuteröl

1 EL Kräuteressig

1 TL Senf

Salz, Pfeffer (aus der Mühle), Zucker

Die Kräuter gründlich verlesen, waschen und kleinschneiden. Alle Zutaten vermengen und auf Tellern anrichten. Die Orange auspressen und den Saft mit dem Kräuteröl, dem Kräuteressig, dem Senf und den Gewürzen vermischen und kräftig schlagen, bis ein gebundenes Dressing entsteht. Das Ganze über den Salat gießen und mit Blütenblättern garnieren.

Anmerkung: Löwenzahnherzen sind die frischen Triebe über der Wurzel. Sammeln sie stets junge Pflänzchen. Ohne Fett geröstete Sonnenblumenkern oder geröstete Nüsse runden den Salat ab. (NPV)