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"Bahnhofsclique" aus Beutersitz Sieger 2016 von „Grün ist Bunt“

Jury "Grün ist Bunt" vom 3. Februar 2016 mit Vertretern des Naturparks, der Volksbank Elsterland eG und K.-U. Hennecke aus Finsterwalde, Foto: Archiv Naturpark

Naturnahe Gestaltung des Geländes rund ums ehemalige Wasserwerk macht Fortschritte

Im Februar wurde das Siegerprojekt 2016 der Mit-Mach-Aktion des Naturparks „Grün ist Bunt“ gekürt. Über 700€ von der Volksbank Elsterland eG für die Umsetzung ihrer Projektidee darf sich in diesem Jahr die „Bahnhofsclique“ aus Beutersitz. freuen. Die Jugendlichen im Alter von 9 bis 15 Jahren rund um Nicole Bloedow überzeugten das Gremium mit ihrer Projektidee „Schauprojekt – Paradies für Tiere". 

Konkret soll mit der finanziellen Unterstützung der Volksbank Elsterland eG das Ge-lände rund um das ehemalige Wasserwerk in Beutersitz wiederbelebt werden - verschiedene Nist- und Lebensraumhilfen sind geplant. Vorgesehen sind unter anderem ein Steinhaufen für Reptilien, Insektenhotels und Fledermauskästen sowie ein Lehmmauer als Nisthilfe für Insekten. Darüber hinaus soll ein kleiner „Gemeinschaftsplatz“ unter einem Weidenpavillon mit Sitzgelegenheit auf dem Gelände entstehen.  Besonders überzeugt hat das Gremium das große bürgerliche Engagement mit dem dieses Projekt angegangen wird – die Umsetzung ist im Ehrenamt geplant und unabhängig von der Anbindung an eine größere Organisation.

Stand Ende März wurden in mehreren Wochenendeinsätzen bereits Vorbereitungen für die Errichtung der Sitzecke geschaffen, sowie eine Igelburg aufgestellt und Material zum Bau von Nistkästen beschafft. (FV)

Es gibt sie noch …

Tomatenvielfalt zum Apfeltag in Döllingen, Foto: V. Roesler

Alte Nutzpflanzen vorgestellt

alte Tomaten- und Kartoffelsorten, Paprikas, Salate, Hülsenfrüchte und viele andere mehr. Diese alten Sorten schmecken lecker und benötigen meist auch weniger Pflege auch wenig sie nicht in jedem Fall super ertragreich sind. 

Es gibt Institutionen die sich dem Erhalt dieser alten Nutzpflanzen widmen. Einer davon ist der „Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg“ e.V. (VERN). Er hat sich nicht nur das Ziel gesetzt alte und seltene Kulturpflanzen zu erhalten, sondern sie auch für Alle zugänglich zu machen und das Wissen über den Anbau, den Umgang und die Nutzung dieser Pflanzen weiter zu geben. Denn wer weiß schon dass weltweit etwa 10.000 Tomatensorten bekannt sind oder dass es rot- bis schwarzfleischige Kartoffeln gibt?

Einige seltene Sorten (speziell Tomaten) stehen als Pflanzen zum Blütenfest im Pomologischen Garten zum Verkauf. Wen das gesamte Angebot des VERN interessiert kann in den jährlichen Katalog für seltene Kulturpflanzen schauen. Gartenfreunde können hier Sämereien bestellen. Den Katalog gibt es aktuell für 2016 wieder im Naturparkhaus. (NPV)

Bestandsentwicklung des Bibers im Naturpark

P. Wießner von der Naturwacht bei der Biberkartierung, Foto: A. Felder, NW

2015 wurden 52 Reviere im Naturpark gezählt

Seit dem Jahr 2001 führt die Naturwacht regelmäßig Kontrollen aller bekannten Biberreviere im Naturpark durch. Sie erfasst die Ausbreitung der Reviere, kontrolliert den Besatz und dokumentiert ob sich möglicherweise Konflikte durch die Tätigkeit der Tiere, zum Beispiel mit der Landwirtschaft, abzeichnen.

Die Schwarze Elster mit ihrem Einzugsgebiet ist eines der vom Biber am dichtesten besiedelten Gebiete in Brandenburg. Diese hohe Siedlungsdichte und die seit Jahren beobachtet progressive Arealerweiterung hat zu Folge, dass selbst isoliert liegende Tagebaurestgewässer, wo der Biber großflächige Aspenbestände vorfindet, besiedelt werden. Der weitaus größte Teil der Biberreviere im Gebiet des Naturparks weisen suboptimale Habitatsstrukturen auf. 

Wurden im Jahr 2001 noch 29 bekannte Reviere, von denen damals 3 nicht besetzt waren, erfasst, so stiegt die Anzahl in den Folgejahren kontinuierlich an. Seit dem Jahr 2008 pegelte sich diese Zahl auf 52 Reviere ein. Diese werden nun jährlich kontrolliert. In der Erfassungssaison 2015/ 2016 waren davon 44 besetzt.

Biber, Foto: Ch. Schmalhofer, NW

Konflikte entstehen gelegentlich wenn die Tiere landwirtschaftliche Nutzflächen durch das Anstauen der Gewässer vernässen oder durch ihre Grabetätigkeit Wege unterhöhlen oder die Funktion von Deichen in Fischzuchtgewässern gefährden. Meist gelingt es zusammen mit den Landnutzern und der zuständigen Naturschutzbehörde einen Kompromiss zu finden, der beiden Seiten gerecht wird.

Leider kommt es jedoch manchmal auch vor, dass festgestellte Sachverhalte zur Anzeige gebracht werden müssen, wenn zum Beispiel Biberdämme entfernt werden. Auch das Entnehmen des vom Biber gefällten Baumholzes stellt eine Unsitte dar, durch welche die Tiere genötigt werden weitere Bäume umzunagen um ihren Nahrungsbedarf zu decken. (NW, Tino Gärtner)

Naturparkfest 2016 mit Festwoche in Werenzhain

Auf dem Atelierhof finden zahlreiche Veranstaltungen statt, Foto: Archiv Atelierhof

Werenzhain lädt ein zur Festwoche rund um das Naturparkfest vom 17. bis 22. Mai 2016

Zum zweiten Mal ist Werenzhain der Gastgeber für das Naturparkfest. Im 20. Jahr des Bestehens vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft kann auch der Atelierhof Werenzhain sein 20-jähriges Dasein feiern. Ein Grund für die Werenzhainer eine ganze Festwoche zu gestalten. Verschiedenste Veranstaltungen finden deshalb vom 17. bis 22. Mai zwischen Kirche, Feuerwehrhaus, Kindergarten und Atelierhof statt. Das komplette Programm können Sie hier herunterladen.

Die Festwoche findet ihren Höhepunkt am Sonntag, den 22. Mai 2016 von 10 bis 18 Uhr mit dem Naturparkfest rund um den Atelierhof. (NPV)

Das volle Programm für diesen Tag können Sie hier herunterladen.

Weitere Infos erhalten Sie: 

Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Markt 20

04924 Bad Liebenwerda

035341 / 615 – 0 

www.naturpark-nlh.de (FV)

Kleine Elster erhält bei Schadewitz ihre neunte Schleife

Der vorhandene Fluss an dieser Stelle ist mit 10 m viel zu breit, Foto: B. Groth

Renaturierung von Flussschleifen wird fortgesetzt

In den letzten neun Jahren hat der begradigte Flussabschnitt der Kleinen Elster zwischen Doberlug-Kirchhain und Bad Liebenwerda an neun Stellen wieder einen gekrümmten Verlauf bekommen. Begonnen hatte es 2007 mit sechs Flussschleifen, die im Rahmen eines EU-geförderten Projektes der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg bei Maasdorf und Prestewitz (4), Schadwitz und Lindena entstanden sind. 

Durch die Arbeit der Flächenagentur Brandenburg (Bauherr) folgten die Große Maasdorfschleife (2012), die Klosterschleife (2014) und in diesem Jahr nun die Waldschleife . Diese drei Schleifen werden als Kompensationsmaßnahmen durch die Zuordnung zu Bauvorhaben refinanziert. Konkret haben der Bau der OPAL-Gasleitung sowie die Errichtung verschiedener Windkraftanlagen in der Region zur Finanzierung dieser Renaturierungsmaßnahmen maßgeblich beigetragen.

Aktuell finden die Bauarbeiten zur Waldschleife bei Schadewitz statt. Sie beginnt im Anschluss an die 2007 angelegte Schadewitzer Mühlgrabenschleife, so dass die Kleine Elster hier zukünftig durch eine Doppelschleife fließt.

Das Besondere an dieser Schleife geht aus dem Namen hervor. Die zukünftige Inselfläche zwischen neuer Schleife und dem vorhandenen Flussverlauf ist bewaldet. Dass das Feldgehölz nicht wie sonst fast überall gerodet wurde, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen, ist ein kleines Wunder. Drei markante alte Eichen sowie einige junge Eichen am Waldrand können erhalten bleiben und stehen nun direkt am Ufer der Kleinen Elster. Und so wird die neue Schleife von Anfang an gut beschattet sein. Auf der gegenüberliegenden Uferseite werden zusätzlich Eichen und Erlen gepflanzt.

Bis die Genehmigung für so ein Projekt vorliegt, muss viel verhandelt, geplant und immer wieder abgestimmt werden: Hydraulische Berechnungen, Hochwasserneutralität, Artenschutz, archäologischer Bodendenkmalschutz, Flächeneigentümer und -nutzer sind Themen, mit denen sich die Flächenagentur und das von ihr beauftragte Planungsbüro WTU GmbH aus Bad Liebenwerda die letzten zwei Jahre auseinandergesetzt haben.

Ein Großteil der beanspruchten Fläche konnte erworben werden und befindet sich jetzt im Eigentum der Stiftung Naturschutzfonds. Der andere Teil gehört der evangelischen Kirche. Die Kirchengemeinde in Tröbitz konnte dankenswerter Weise für die Bereitstellung gewonnen werden.

Das Initialgerinne wurde vorsichtig zwischen den Eichen angelegt, Foto: B. Groth

Die Waldschleife erweitert den Lebensraum für viele an den Fluss gebundene Tierarten wie Fischotter und Eisvogel, Libellen und die vielen am Gewässerboden lebenden Organismen. Sie trägt dazu bei, dass der wichtigste Fluss im Naturpark wieder ein kleines Stück naturnäher wird.

Die planerische Gestaltung der Waldschleife orientiert sich am Vorbild eines natürlich fließenden sandgeprägten Tieflandflusses, soweit dies in unserer Kulturlandschaft rechtlich möglich ist. Es wird so gebaut, dass der Fluss bei der Ausgestaltung wesentlich mitwirken kann. Nach diesem Prinzip wurde bereits die 2014 umgesetzte Klosterschleife bei Doberlug angebunden, während bei den Schleifen zuvor das Flussbett im „Endmaß“ baulich hergestellt wurde. Die neue Bauweise führt zu viel dynamischeren Prozessen wie sie in einer naturnahen Flussaue typisch sind.

Nachdem die grundlegende Lage des neuen Flusslaufes auf 280 Meter Länge durch die Firma Meli-Bau aus Herzberg ausgehoben und Strukturierungselemente wie Baumstämme und Wurzelstubben an den Ufern einbaut worden sind, wird der Fluss  - voraussichtlich schon im April - in sein neues Bett umgelenkt. Er pendelt dann zwischen den Strukturelementen, bildet dabei Prall- und Gleitufer, Uferabbrüche, Steilufer, Kolke, Kies- und Sandbänke aus. Dieser dynamische Prozess hält längere Zeit (Jahre) an bis ein mehr oder weniger stabiler Gleichgewichtszustand erreicht wird. Parallel wird das neue Gewässerbett sukzessive von Wasserpflanzen und der typischen Flussfauna besiedelt, die über das Medium Wasser bequem an diesen neuen Lebensraum gelangen.

Die Flächenagentur bereitet derzeit kleinere ergänzende Maßnahmen entlang der Ufer der Kleinen Elster vor. Leider ist derzeit die Umsetzung einer 10. Flussschleife nicht in Sicht. Es fehlt an den dafür benötigten Flächen, die die landwirtschaftlichen Betriebe nicht entbehren wollen. (NW, Text und Fotos: Birgit Groth)