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Mit den Männern ist es wirklich so eine Sache. Die für das Gelingen der Auerhuhn-Pilotstudie so wichtige holde, gefiederte Männlichkeit dämpft erneut jeden hochgesteckten Optimismus. Einkalkulierte Ernüchterung ist es, die Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und der AG Auerhuhn, um so sachlicher mit den Fakten umgehen lässt. Die von Züchtern in Österreich, Belgien und Deutschland gekauften neun Gehegetiere konnten trotz der von Auswilderungsexpertin Ursula Wilmering unternommenen Anstrengungen am Ende nicht als fit genug für die Freiheit eingeschätzt werden. Im Niederlausitzer Auswilderungsgebiet waren sie nach ihrer Ankunft Ende März in Volieren weiter beobachtet worden. Unter höchster Geheimhaltungsstufe.

 

Tiere nicht "verheizen"

"Wir wollten trotz aller Transparenz nicht riskieren, dass sich Neugierige auf den Weg machen und die Volieren suchen", erklärt Lars Thielemann. Sowohl die Probleme mit der Ernährungsumstellung, als auch andere Defizite, die Ergebnis der Gehegehaltung sind, haben das Niederlausitzer Projektteam bei der Auswilderung zurückrudern lassen. "Wir haben zum Beispiel erleben müssen, dass ein Hahn im Unterschied zu wilden Artgenossen in der Nacht auf dem Boden geschlafen haben muss. Hier wurde er vom Fuchs gerissen", erzählt Lars Thielemann. "Wir wollen die Tiere auf keinen Fall verheizen und haben nur drei von ihnen aus dem Gehege gelassen. Von einem Hahn, von dem wir den Sender gefunden haben, nahmen wir zunächst an, dass er nicht mehr lebt. Aber dafür gibt es keine Anzeichen. Er hat wohl nur den Sender verloren." Die anderen beiden Zuchthähne haben die Freiheit nicht überlebt.

 

 

Gehegetiere zu Züchtern

Sechs Hähne seien nun noch in den Volieren. Nach weiterem genauem Augenschein würden höchstens noch zwei von ihnen freigelassen werden. Die anderen, so Lars Thielemann, gebe man an Züchter zurück.

 

Der parallel zum Beschaffen der Zuchttiere gehaltene Kontakt zu den schwedischen Partnern hat inzwischen einen klitzekleinen Erfolg gebracht. Es konnten drei Hähne mit Netzen gefangen werden. Einer von ihnen ist jedoch ? vermutlich stressbedingt ? auf dem Transport verstorben. Ein weiterer wurde beim Fangen verletzt und befindet sich in einer Aufzuchtstation in Thüringen. So blieb ein Hahn dieses Wildfang-Trios übrig. Ein weiterer, von einem schwedischen Jäger zur Verfügung gestellter, kam ebenfalls zur Auswilderung in die Niederlausitz. Beide Wildfänge sind mit Sendern ausgestattet. Damit sind nun insgesamt drei Hähne im hiesigen Revier unterwegs. Ob es in der inzwischen beendeten Balzzeit zu erfolgreichen Paarungen gekommen ist oder die Bereitschaft zur Paarung sich noch ein wenig verlängert hat, ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Die überaus sensiblen Tiere, für die Faktoren wie Stress und traditionelle Balzplätze eine große Rolle spielen, sind in ihrem Verhalten schwer einzuschätzen. "Deshalb ist immer wieder zu betonen, dass wir uns in einer Pilotphase für ein angestrebtes Wiederansiedlungsprojekt befinden", betont Lars Thielemann.

 

Weitere 30 Tiere

Festgehalten wird an dem ursprünglichen Plan, in diesem Frühjahr weitere, maximal 30 Wildtiere aus Schweden zu holen. "Unsere Partner beobachten den Witterungsverlauf ganz genau. Wir warten jeden Tag auf das Signal. Es soll wieder die Fangmethode mit dem Kescher vom Fahrzeug aus angewandt werden", erklärt Lars Thielemann.

 

Die Tiere finden sich an den vom Schnee befreiten Wegrändern ein, um das erste zarte Grün zu suchen. "Unser Ziel ist es, dass diesmal definitiv Hähne dabei sind", beschwört Thielemann geradezu den Fang-Plan.

 

Anmerkung: Von den im Frühjahr 2012 in der Niederlausitzer Heide ausgesetzten 26 Tieren sind über die bekannten zwölf tot gemeldeten hinaus keine weiteren Verluste bekannt geworden.

Auszug aus der Lauistzer Rundschau vom 11./12.5.13 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/luckau/Drei-Auerhaehne-in-der-Heide;art1062,4207287