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Turbulente Tage liegen hinter dem Projektteam um Lars Thielemann, den Leiter der Verwaltung des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, und Auerhuhn-Projekt-Leiter Uwe Lindner. Am Freitag vor Pfingsten landeten sie nach einer anstrengenden Fang-Woche in Schweden wieder auf dem Flugplatz in Schacksdorf. 27 Auerhühner hatten sie in der Region Västerbotten im Norden Schwedens gemeinsam mit den erfahrenen heimischen Partnern gefangen. Warum erneut kein Hahn unter den Fängen ist? Lars Thielemann erklärt: Die Hähne, die sich in der Balz befinden, stehen unter extremer Anspannung, fressen nicht, gehen an ihr Limit. Sie halten sich an Balzplätzen auf und kommen nicht wie die Hennen an die vom Schnee befreiten Wegränder, um Nahrung aufzunehmen. Lars Thielemann hat selbst nur zwei Hähne zu Gesicht bekommen. Einen von ihnen konnten die schwedischen Experten auch fangen, jedoch starb das Tier ihnen unter den Händen weg.

Unmittelbar nach der Landung in Schacksdorf sind die Vögel auf ihre Freilassung vorbereitet worden. "Wir wollten die Tiere so kurze Zeit wie möglich gefangen halten, haben sie bis morgens gegen 3 Uhr besendert", erzählt Lars Thielemann. Alle Auerhühner sind mit einem Sender ausgestattet worden, sodass die Auswertung ihrer Bewegungsdaten einen Fundus für die spätere wissenschaftliche Analyse bietet.

Noch am Freitag waren sieben Tiere in die nahegelegene Liebenwerdaer Heide entlassen worden, tags darauf die anderen 19 Tiere im zweiten Projektgebiet der Pilotansiedlung in der Rochauer Heide. "Das ist mit Unterstützung der Forstleute super gelaufen. Die Tiere sind in einem super fitten Zustand abgeflogen", ist Lars Thielemann begeistert. Eine der 27 Hennen trat mit dem Naturpark-Chef umgehend den Weg zu einer Aufzuchtstation in den Masuren an.

Am gestrigen Pfingstmontag war Lars Thielemann noch in besagter Station in der Nähe von Ruciane Nida. Der Grund: Bei der diesjährigen Fangaktion in Schweden waren Hennen ins Netz gegangen, die bereits getreten waren und auf dem Weg nach Deutschland Eier in den Transportkartons hinterlassen hatten. Um die Chance zu wahren, dass aus diesen Eiern Nachwuchs schlüpft, bedürfe es großer fachlicher Erfahrung, erklärt Lars Thielemann. Dieser ist er sich in besagter Aufzuchtstation in den Masuren sicher. Die Hennen in der Niederlausitz zum Brüten zu bewegen, sei als unrealistisch anzusehen gewesen. Deshalb durfte keine Zeit verloren werden, um die kostbare Fracht mit 26 Eiern in die Aufzuchtstation zu bringen. Hier liegt nun wieder neue Hoffnung, doch noch an Hähne zu kommen. Auch bestünde die Option, in einer anderen Gegend in Schweden zwei Hähne zu fangen. "Dazu bedarf es jedoch noch der notwendigen Absprachen mit den Behörden", erklärt Thielemann. Er zeigt sich trotz erneuter Ernüchterung beim Hahnenfang optimistisch: "Wir sind nicht am Ende der Fahnenstange." Gegenwärtig sind zwei schwedische Wild-Hähne sowie inzwischen insgesamt drei Zucht-Hähne in der Region unterwegs.

 

Übrigens: Die Pilotstudie zum Wiederansiedlungsprojekt des Auerhuhns in Südbrandenburg wird in Schweden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Bei der neuerlichen Fang-Aktion war ein Team der öffentlich-rechtlichen Fernsehgesellschaft Schwedens – SVT – dabei. Im November soll ein Beitrag zum Thema in einer in Schweden renommierten Reihe mit dem Titel "Mitten in der Natur" ausgestrahlt werden.

Zum Thema:
Das Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns ist Teil des Artenschutzprogrammes "Auerhuhn" des Landes Brandenburg und läuft bis zum Jahr 2014. Nach dem Aussetzen erster schwedischer Wildfänge im Mai 2012 in der Liebenwerdaer Heide sind jetzt 19 Tiere in der Rochauer Heide ausgewildert worden. Insgesamt 16 000 Hektar sind als Entwicklungsgebiet für das Tier ermittelt worden. In Deutschland wird der Gesamtbestand auf etwa 2000 Tiere geschätzt. Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln der EU, des Landes Brandenburg und unterstützt durch die Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land", die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, die Lotterie Glücksspirale sowie die HIT-Umweltstiftung. Kontakt: Auerhuhn-Telefon 0172 7311418

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 21.5.13 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/Auerhaehne-goennen-Wildfaengern-keinen-Erfolg;art96088,4215965