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< Spannung: Wer wird in diesem Jahr Naturparkgemeinde?
27.05.2013 09:33 Alter: 4 yrs

Seeteichsenke soll behutsam saniert werden

Feuchtgebiet läuft derzeit fast über / 35 Hektar großer See hat sich in zwei Jahren entwickelt


Dr. Stefan Röhrscheid (l.) erklärt mit weiteren Fachleuten die Problematik an der prall gefüllten Seeteichsenke (im Hintergrund).

Finsterwalde Wer seit etwa zwei Jahren nicht mehr die Seeteichsenke im Naturparadies Grünhaus besucht hat, wird das Gebiet kaum wiedererkennen. Aus der einstigen Wasserpfütze hat sich ein rund 35 Hektar großer See entwickelt. </header><//header>

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Selbst die Vogelinsel befindet sich derzeit unter Wasser.

"Grund ist der massive Grundwasserwiederanstieg in der dortigen Bergbaufolgelandschaft. Wir haben es noch vor wenigen Jahren nicht geahnt, dass dieser Prozess dermaßen schnell abläuft", sagt Dr. Stefan Röhrscheid, NABU-Projektleiter des Naturparadieses Grünhaus. Abhilfe würden mehrere Kanalverbindungen zu weiteren Gewässern in der Nachbarschaft der Seeteichsenke bringen. So solle der Überleiter zum Heide-See voraussichtlich im kommenden Jahr vollendet werden. Doch so lange wollen die Naturschützer nicht warten. Daher sei zeitnah die Installation einer provisorischen Rohrleitung angedacht.

Normalerweise solle sich die Seeteichsenke zu einem Flachwasserareal für unzählige Vogelarten im Rahmen der Europäischen Vogelschutzgebiete entwickeln. Bereits in den vergangenen Jahren galt die Fläche als bevorzugter Kranich-Rastplatz. Anno 2011, kurz vor dem massiven Grundwasseranstieg, wurden laut Röhrscheid 101 Vogelarten, darunter 65 Wasservogelarten gezählt. Inzwischen befinde sich in der Senke mehr Nass, als den Naturschützern lieb ist. Markante Arten blieben fern.

Die Bergbausaniererin Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) will dem Phänomen neben dem Bau von Überleitern mit der Auffüllung des Geländes an der Seeteichsenke begegnen. Rund 750 000 Kubikmeter Boden sollen dort verbracht werden. Das entspreche etwa 30 000 Lkw-Ladungen. So könne ein Grundwasserflurabstand von zwei bis drei Metern erreicht werden. Grund: Im Abschlussbetriebsplan ist für dieses Gebiet eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen, sodass die Flächen so saniert werden müssten, dass sie mit schwerer Technik befahren werden können. "Allerdings würde aus heutiger Sicht der Herstellung von Trittsicherheit völlig ausreichen", erklärt Stefan Röhrscheid.

Der Fachmann mahnt, dass für die Auffüllung zumindest geeignetes Material herangeschafft werde, sprich möglichst noch toter Boden, um die Entwicklung des Lebens hautnah mit verfolgen zu können. Bei anderen Substraten sei es gut möglich, dass dieser Prozess wegen der bereits enthaltenen Nährstoffe viel zu schnell verlaufe.

Nach Angaben vom LMBV-Projektmanager Michael Matthes wird in der Regel derjenige Boden verfüllt, der gerade anderswo anfällt. "Wenn wir also kein totes Substrat haben, wo sollen wir es dann herholen", fragt der Fachmann.

Und im gleichen Atemzug: "Wenn dies umsetzbar ist, machen wir es auch." Die LMBV wolle zumindest den für die Maßnahme an der Seeteichsenke beabsichtigten Boden im Labor untersuchen lassen.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 25.5.13

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Seeteichsenke-soll-behutsam-saniert-werden;art1059,4221075