"Da hängt so viel Vorbereitung dran. Die Leute auf dem Festplatz investieren sehr viel Kraft, und dann passiert so etwas", rechnet sie vor. Dennoch hätten nur vier der über 20 Standbetreiber abgesagt. Am Nachmittag fiel noch eine Modenschau aus und am Abend eine Live-Band.

Viele, sowohl bei den Standbetreibern als auch bei den Gästen, ließen sich jedoch nicht die Laune verderben. "Das kann man nur mit Humor nehmen. Jeder weiß, der schon mal eine Veranstaltung unter freien Himmel organisiert hat, dass so etwas zu den schlimmsten Varianten gehört. Ich dachte noch einen Tag vorher, so könnte es bleiben, als am Samstag nur ein paar Tropfen fielen", meinte Naturparkchef Lars Thielemann.

Den ganzen Tag Regen

Schon am Eingang zum Festgelände wurden die Gäste mit einer Moorlandschaft begrüßt, in der Sebastian Maser und Julian Korch aus Grünewalde gleich einmal die neuen Gummistiefel auf deren Dichte testeten. Heute kann man gar nicht anders, kommentierte Günter Laurentzsch aus Grünewalde das heiße Getränk in seiner Hand, aus dem er gerade einen kräftigen Schluck genommen hatte.

 

Schnell hatte Jenny Rentzsch von der Sportlerklause Grünewalde das Wort "Grog" auf eine Angebotstafel geschrieben, zusammen mit einem, den Witterungsverhältnissen angepassten Preis. "Wir sind privilegiert. Wir haben wenigstens ein Dach über dem Kopf", meinte Mildrit Paulick aus Senftenberg am Stand des Lausitzer Wege Vereins. Mit historischen Bastelarbeiten und Mittelalterspielen hatte man sich für die Kinderbelustigung eingetragen, doch nur wenige Kinder waren überhaupt mit zum Fest gekommen. Ein weiteres Privileg präsentierte Mildrit Paulick an ihren Füßen. Die steckten mit dicken Socken umhüllt in historischen Holzpantoffeln. "Lederschuhe saugen sich bei dem Wetter sofort voll Wasser. Den Holzschuhen kann das dagegen nichts anhaben", weiß sie zu berichten. Mit trockenen Füßen ist auch Karl Herbig vom Niederlausitzer Wanderverein aus Bad Liebenwerda nach Grünewalde gekommen. Während der Verein sonst per Fuß oder per Fahrrad zu den Naturparkfesten gereist ist, gestand Karl Herbig diesmal im trockenen Festzelt ganz still: "Heute sind wir mit dem Auto."

Fotowettbewerb in der Mühle

Emsiges Treiben dagegen auch bei Regen an der alten Mühle gegenüber dem Festgelände. Hier tuckerten munter mehrere historische Dieselaggregate vor sich hin. "Für die Maschinen ist die Witterung optimal. Regen und Kälte machen der alten Technik nix aus", kommentiert Christian Korch von der historischen Grünewalder Mahl- und Schneidemühle. Staubtrocken ging es im Innern der Mühle zu. Hier nutzte der Naturpark den quasi einzigen trockenen Raum des Festes als Ausstellungsort für die Kunstwerke des Kinder-Fotowettbewerbes. Den gewann übrigens Carolin Kotte aus Thalberg mit ihrem Foto "Junge auf der Bank mit Fernglas", vor Jasmin Gerlach aus Mühlberg mit "Zwei Freunden auf Entdeckungsreise" und Maren Zankl auf Platz drei mit "Ein Wandertag mit Elina und Hanni". Sonderpreise gingen an die "Liebkosung" von Günter Georgi aus dem Saarland und an Schüler der Förderschule Herzberg.

 

"Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür", meinte Sebastian Slansky aus Grünewalde. Der kleine Tipsy wurde in der warmen und trockenen Jacke von Herrchen über das feuchte Naturparkfest transportiert.