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Für eine wissenschaftlich fundierte Zwischenbilanz der bis Ende 2014 dauernden Pilotstudie ist es zu früh. Dennoch blickt Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung Niederlausitzer Heidelandschaft und der AG Auerhuhn, mit Zuversicht auf den weiteren Verlauf der Studie zur Wiederansiedlung des charismatischen Vogels in der Niederlausitz. "Alles, was wir jetzt beobachten und die Erkenntnisse, die wir daraus ziehen können, stimmen optimistisch", sagt der Experte. Wenngleich die Anstrengungen nach dem Aussetzen weiterer 26 Tiere zu Pfingsten dieses Jahres erheblich gewachsen sind.

Zum Aussetzungsgebiet der Liebenwerdaer Heide kam die Rochauer Heide hinzu und vergrößerte somit das Beobachtungsgebiet erheblich. Sichtungen der Tiere in freier Wildbahn kommen da einem Fünfer im Lotto gleich und es gibt entsprechend wenig Bildmaterial. Nach einer Orientierungsphase der Tiere im neuen Lebensraum und teilweise enormen Bewegungsradien ist eine Rückkehr von Vögeln in ihr Freilassungsgebiet zu beobachten.

Ereignisse wie in dieser Woche lassen die Herzen der Projektbeteiligten höher schlagen. Ein als verschollen geltendes Tier ist bei einer Ortung aus der Luft wieder entdeckt worden. "Es hat seit dem vorigen Jahr erstaunliche Ausflüge unternommen", erzählt Lars Thielemann. Sowohl die Gohrischer als auch die Königsbrücker Heide und ein Waldgebiet bei Bronkow (Oberspreewald-Lausitz) sind beim Auslesen der Daten des Senders als Aufenthaltsorte bekannt geworden.

"Das Tier hat an einem Tag 30 bis 40 Kilometer zurückgelegt. Und es ist, scheinbar gezielt, zu bestimmten Punkten zurückgekehrt", erzählt Thielemann. Solches Verhalten werde dem Auerhuhn in der Fachliteratur bislang abgesprochen. Wenn die Entscheidung für zwei Aussetzungsgebiete auch eine bewusste gewesen sei, weil diese Räume zusammengehören, so erhöhe es den Aufwand beim Auslesen der Daten erheblich.

Suchflüge, die von heimischen Piloten zum Freundschaftspreis ermöglicht werden, seien bei Weitem effektiver, als die Tiere kilometerweit mit dem Fahrzeug zu verfolgen. Dennoch könnten nicht die Mengen an Daten eingeholt werden, wie das nach dem Aussetzen der ersten 27 Tiere im Mai vorigen Jahres der Fall gewesen sei. Ein Problem bleiben die Hähne. Von den Ende Mai in der Region ausgesetzten vier schwedischen Wildfängen und drei Zuchthähnen kann das Auerhuhn-Team um Lars Thielemann und Uwe Lindner nur sicher mit zwei schwedische Wildhähnen rechnen. Allerdings gibt's auch das. Ein tot geglaubter Hahn hatte die Befestigungsbänder seines Senders durchgebissen und sich der Technik entledigt. Einem anderen Hahn konnte der Sender wieder angelegt werden.

Für die Größe des Reviers und die Zahl der Hennen ist das "starke Geschlecht" eindeutig zu schwach vertreten, redet Lars Thielemann nicht um ein Kernproblem herum. Erneute Bemühungen, Wildfänge aus Schweden zu bekommen, sind im Gange. Außerdem gelang es einem Auerhuhn-Experten in der Aufzuchtstation in der Nähe von Ruciane Nida in den Masuren, aus den im Frühjahr aus Schweden mitgebrachten Eiern zehn Küken aufzuziehen. Auch darunter seien Hähne, freut sich Lars Thielemann. Doch für die bereits in der Niederlausitz beheimateten Hennen seien diese Hähne natürlich viel zu jung.

Deshalb müsse es im Herbst unbedingt einen neuen Anlauf geben, um zu heiß ersehnten männlichen Tieren zu kommen. Dass der Projektfonds für die Pilotstudie solche Hürden nicht eingerechnet hatte, erwähnt Lars Thielemann am Rande. Dennoch mit dem Budget klarzukommen, ist jedoch mehr als ein Randproblem geworden.

Eine Schwierigkeit, die polnische Partner erst im sechsten Jahr ihres Wiederansiedlungsprojektes überwanden: Erst nach sechs Jahren konnte im Nachbarland eine erfolgreiche Balz dokumentiert werden. Welche Rolle traditionelle Balzplätze spielen, steht derzeit völlig in den Sternen. Die jetzige Phase des Datensammelns und -sicherns geht 2014 in die Analyserunde über. Dann werden die Bewegungs- und Aufenthaltsdaten der Tiere Aufschluss über Qualität von Landschaft und Lebensräumen sowie über dauerhafte Chancen der Tiere in der Niederlausitz geben können.