<figure align="left" itemtype="http://schema.org/ImageObject" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption itemprop="description" class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Kernobst wie Quitte, Birne und Apfel sowie Steinobstbäume, zu der alle Pflanzenarten mit einer Steinfrucht wie Kirschen und Pflaumen gehören, sollten einmal jährlich verschnitten werden. Das fördert das Wachstum und unterstützt den Aufbau des Kronengerüsts. Ein sachgemäßes Verschneiden beugt Krankheiten vor und verhindert ein vorzeitiges "Vergreisen" des Baumes.

"Hobbygärtner sollten vor dem ersten Versuch einen Blick in die Fachliteratur werfen oder ein Seminar besuchen", rät Andrea Opitz vom Verein Kerngehäuse.

Der Verein betreibt in Döllingen einen Pomologischen Schau- und Lehrgarten. "Pomologie", erklärt die Expertin, "ist die Lehre von den Obstsorten und vom Obstbaum."

Wie bei einem Menschen lassen sich die Entwicklungsstadien eines Obstbaumes von der Jugend bis zur Altersperiode einordnen.

Erziehungsschnitt

Nachdem der junge Baum gepflanzt wurde, folgt in den ersten sechs Jahren regelmäßig ein Erziehungsschnitt. "Zur Förderung des Wachstums werden jährlich drei Leitäste um ein bis zwei Drittel zurückgeschnitten", erklärt Andrea Opitz. Bei zu viel Stammverlängerung würden die Äste im Wachstum zurückbleiben. Die Krone würde "nach oben wandern" und die spätere Pflege und Ernte erschweren.

 

Expertentipp

Die Seitentriebe der Leitäste werden in den ersten Jahren an der Basis mit einer Baumsäge oder -schere entfernt oder sollten zumindest deutlich gekürzt werden. Der Pflanzenschnitt bei Kernobstbäumen unterscheidet sich nicht von dem des Steinobstes. Doch können bei Letzterem auch mehr als drei Leitäste angeschnitten werden.

Instandhaltungsschnitt

Nach etwa sieben Jahren haben die "erwachsenen" Bäume ihre Krone voll ausgebildet. Zwar gilt für alle Sorten die Regel: Eine Baumkrone braucht Luft und Licht. Doch Leitast- und Stammverlängerungen sollten dann nicht mehr angeschnitten werden. "Bei erwachsenen Obstbäumen sollte man sich auf reines Auslichten beschränken", so Andrea Opitz. Triebe, die zu dicht stehen, ins Innere der Krone wachsen oder stark nach unten hängen, werden an der Basis entfernt. Die Expertin erläutert: "Verschnitten werden alle Zweige und Äste, die sich kreuzen oder offensichtlich krank sind."

Dabei sind die Entscheidungen zum Verschneiden immer abhängig vom Alter und der Gesundheit sowie der Sorte des Baumes. "Der Schnitt fördert und lenkt die guten Eigenschaften des Baumes", so Andrea Opitz. Richtig durchgeführt sei das kein radikaler Eingriff, sondern diene dem Gedeihen des Baumes. Obstbäume müssen in ihrer generativen Phase in einem Gleichgewicht zwischen Holzbildung und Fruchten bleiben. Daher empfehlen Fachleute für Kernobst, in den Jahreszeiten zu verschneiden, in denen der Baum ruht.

Der richtige Zeitpunkt

"Die Wintermonate bieten sich an", so Andrea Opitz. "Doch es sollte trocken und nicht unter minus 5 Grad kalt sein und aus Sicherheitsgründen nicht stürmen." Bei starkem Austrieb könne auch im Sommer mit Bedacht zurückgeschnitten werden.

Steinobst hingegen wird generell im Sommer verschnitten, um Rindenschäden, Gummifluss und Sonnenbrand vorzubeugen.

Und was tun, wenn ein Obstbaum lange nicht geschnitten wurde, krank ist oder nur noch kleine Früchte trägt? Dann kann ein kräftiger Rückschnitt die Neutriebbildung anregen. Doch die Expertin rät: "Keine Gewaltkur zur Baumverjüngung durchführen, wenn der Baum nicht ausreichend vital ist. Dann eher den Schnitt auf mehrere Jahre verteilen."

Nach dem Verschneiden

<figure itemtype="http://schema.org/ImageObject" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption itemprop="description" class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>Fachgerecht durchgeführt ist nach dem Schnitt keine Wundbehandlung nötig. Doch bei ausgefransten Rändern der Schnittstelle sollte diese mit einem Taschenmesser geglättet werden. Anschließend wird die betroffene Stelle mit einem Wundbehandlungsmittel wie Baumwachs oder einer Propolis-Tinktur (Baumarkt) bestrichen.

"Wer es einfach haben möchte, kann auch selbst ein Gemisch aus Lehmbrühe und Kuhdung mixen und diese aufbringen", rät Andrea Opitz. Das verschließt die Wunde, der Obstbaum bleibt vital und wird auch im nächsten Jahr reichlich Früchte tragen.

Zum Niederlausitzer Apfeltag bietet der Pomologische Schau- und Lehrgarten in Döllingen am 29. September von 11 bis 12.30 Uhr und 15 bis 16.30 Uhr ein Praxis-Seminar zum Baumschnitt an. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 29.8.13 von Frau Lehmann

http://www.lr-online.de/tipps-und-trends/geld-und-markt/Jetzt-gehts-dem-Obstbaum-an-die-Aeste;art802,4312267