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Keine Frage, die Akteure um Lars Thielemann, den Leiter der Naturparkverwaltung Niederlausitzer Heidelandschaft und Chef der Arbeitsgruppe Auerhuhn, hätten sich eine deutlich bessere Ausbeute gewünscht. Doch angesichts des auch die schwedischen Wildfänger hart fordernden Unterfangens ist man über das Ergebnis erleichtert. Je ein Hahn ist inzwischen in der Rochauer und in der Liebenwerdaer Heide ausgesetzt worden. Somit hat sich die Zahl der Hähne jeweils verdoppelt. Ebenso erfreulich ist, dass es über den Sommer keine weiteren Verlustmeldungen von Tieren gegeben hat.

Zustande kommen konnte die neuerliche Fangaktion letztendlich nur, weil die Sparkasse Elbe-Elster im wahrsten Sinne des Wortes als Retter in höchster Not in die Finanzierung eingesprungen war. Der ursprüngliche Versuchsaufbau des Projektes sei nicht davon ausgegangen, dass es derart schwierig werden würde, die männlichen Tiere in freier Wildbahn zu fangen und dass es dafür mehrerer Anläufe bedürfen würde.

Eine Aufstockung der Fördergelder sei nicht möglich gewesen und so sei man der Sparkasse für die Unterstützung sehr dankbar, unterstreicht der Naturpark-Chef. Auch der Landesbetrieb Forst habe mit einem Fahrzeug und seinen Mitarbeitern Falko Göbert und Torsten Pawlack die neuerliche Aktion ermöglicht. Durch die inzwischen guten Kontakte zu den schwedischen Partnern sei es nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Tagen noch weitere Tiere gefangen werden könnten. Der Haken: Im November läuft die aktuelle Genehmigung dafür aus und es muss neu verhandelt werden. Lars Thielemann freut sich, dass Ende nächster Woche Vertreter des schwedischen Umweltministeriums und der Provinzregierung von Västerbotten nach Bad Liebenwerda kommen werden. "Es ist wichtig, dass sie sich bei uns von dem wissenschaftlich fundierten Projekt überzeugen können", so Thielemann. Einen Kontakt zu den polnischen Akteuren im EU-Förderprojekt "Life" in Ruszow herzustellen, sei vorgesehen. Aus eben dieser Aufzuchtstation kommt ein weiterer Lichtblick für die Auerhühner in der Niederlausitz.

Hier gelang es nämlich, von schwedischen Wildhennen gelegte Eier auszubrüten. Zehn Küken sind geschlüpft und ? welche Freude ? unter ihnen befinden sich fünf Hähne. Auch sie sollen die "Männerriege" in der Niederlausitz verstärken. Zudem inspirieren sie Lars Thielemann und sein Team zu der Überlegung, neben den Wildfängen von Hähnen auch in diese Richtung des Beschaffens von Tieren weiter in die Zukunft zu denken. Dass die Akteure mit ihrem Wiederansiedlungsprojekt weiter auf breites Interesse und Wohlwollen in der Fachwelt stoßen, konnte Lars Thielemann erst vor wenigen Tage bei einem Treffen von Auerhuhn-Experten aus dem mitteleuropäischen Raum erfahren, zu dem man sich im Fichtelgebirge getroffen hatte.

Auch in Schweden sorgt das Brandenburger Artenschutzprojekt für Aufmerksamkeit. Nach weiteren Recherchen zum Fortgang der Pilotstudie soll am 21. November im schwedischen Staatsfernsehen SVT ein Beitrag, in der in Schweden renommierten Reihe mit dem Titel "Mitten in der Natur", ausgestrahlt werden. Für Naturfreunde ist jetzt sogar ein Sonderheft der Zeitschrift "Die Vogelwelt" zum Thema "Auerhuhn" erschienen.

Der Niederlausitzer Auerhuhn-Projektleiter Uwe Lindner und Lars Thielemann sind darin mit dem Beitrag "Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns Tetrao urogallus in der Niederlausitz ? eine erste Zwischenbilanz" vertreten.