Im Vorbeigehen bekommt man einen Naturparkpreis nicht verliehen. Voraussetzung sind, so das Kuratorium, "besondere Verdienste im Sinne des Naturparks". Als "heimlicher Gewinner" darf sich der Wald fühlen, sind doch beide Preisträger eng mit dem Forst verbunden und wissen dessen Vorzüge zu schätzen. Mit dem 1. Preis würdigt das Kuratorium die langjährigen Aktivitäten von Siegfried Berndt.

Detlef Höhl, Vorsitzender des Kuratoriums, bezeichnete den Naturfreund als "Institution". In der Laudatio wird der Calauer als Persönlichkeit und Experte beschrieben, der Geschehnisse im Wald dokumentiert, kommentiert und sich außerdem nicht scheut, Verfehlungen anzusprechen. Seine jährlichen Vorträge zum Baum, Vogel oder Wildtier des Jahres sind legendär, seine Bereitschaft, im Nabu-Regionalverband Calau mitzuwirken, selbstverständlich.

Für seine Beschlagenheit als Baum- und Gehölzkenner wird er ebenso geschätzt, wie für seine unterhaltsamen und informativen Exkursionen durch Hain und Flur. Als Jäger sieht sich Siegfried Berndt dem Auftrag verpflichtet, Flora und Fauna in Balance zu halten. "So kurz vor Weihnachten war das eine schöne Überraschung", zeigte sich der 85-Jährige erstaunt. Mit dem ihm zuerkannten Preis sieht er sich auch in seiner Jahrzehnte währenden Arbeit bestätigt: "Mir war es immer wichtig, die drei Gebiete Forstwirtschaft, Jagd und Naturschutz in Einklang zu bringen", ließ er sich seine berufliche Lebensphilosophie entlocken. Siegfried Berndt beteuerte, sich auch zukünftig für die Belange des Waldes einzusetzen.

Der zweite Preis ist dem Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft für das Projekt "Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Niederlausitz" zuerkannt worden. Dazu das Kuratorium: "Dieses Naturschutzprojekt verbindet die beiden Niederlausitzer Naturparke und viele Akteure mit dem Anliegen, Wälder und Forste so zu entwickeln, dass sie einer Vielzahl von Tieren gute Lebensräume bieten."

Udo List, kommissarischer Teamleiter der Naturparkverwaltung, nutzte die Preisverleihung im Gasthaus "Wilder Eber" in Schwarzenburg/Heideblick, um dem Förderverein ein Preisgeld von 200 Euro und Siegfried Berndt eine finanzielle Anerkennung von 500 Euro zu überreichen. Bereitgestellt wurden die Mittel von den Sparkassen Mittelbrandenburg, Elbe-Elster und Niederlausitz.

Zum Thema:
Siegfried Berndt erblickte am 20. November 1928 in Friedrichshain bei Spremberg das Licht der Welt. Im Elternhaus am Waldesrand aufgewachsen, zog es ihn schon in jungen Jahren ins Grüne, eine Waldfacharbeiterlehre schloss er mit dem Prädikat "sehr gut" ab. Es folgte ein Besuch der Forstingenieurschule in Eberswalde und Raben Steinfeld sowie die frühe Zuweisung eines eigenen Forstreviers (von 1954 bis 1993 Revier Calau). Ehefrau Irmgard und Siegfried Berndt sind Eltern von zwei Töchtern, die heute in Berlin und Mulhouse (Frankreich) leben, sowie zweifache Groß- und dreifache Urgroßeltern.