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In keinem der 13 untersuchten Bundesländern werden Tiere, Pflanzen und Lebensräume so geschützt, dass der Verlust der Artenvielfalt bis 2020 gestoppt werden kann. Das ist das Ergebnis einer Ländervergleichsanalyse, die der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kürzlich veröffentlich hat.

Für Brandenburg mahnt die Studie an, dass bisher nicht die vereinbarten zehn Prozent der Landesfläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen seien und der Ökolandbau sogar ab- statt zunehme. Trotzdem schneidet Brandenburg noch besser ab, als viele andere Bundesländer. Für dieses Ergebnis leisten auch verschiedene Initiativen und Projekte, die sich direkt mit dem Artenschutz befassen, einen Beitrag. Ein Beispiel ist der Pomologische Garten in Döllingen.

Dort gedeihen 300 unterschiedliche Obstsorten "Es ist wichtig, dass die Leute sehen, dass es mehr gibt, als nur die drei oder vier Sorten Äpfel, die man im Supermarkt kaufen kann", so Andrea Opitz. Sie arbeitet im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, der den Garten unterstützt, und ist erste Vorsitzende im Verein Kerngehäuse, der den Pomologischen Garten betreibt. Wer biologische Vielfalt sucht, der findet sie in Döllingen. Alte Apfelsorten, aber auch Birnen- und Pflaumenbäume sind dort gepflanzt. "Wir sehen uns als Anlaufstelle für die Obstbaumtradition. Unsere breite Obstpalette macht unseren Garten fast einzigartig", so die Naturparkmitarbeiterin. Vor allem Sorten, die früher in der Region heimisch waren, sollen hier erhalten werden. Neben den Hauptobstsorten gibt es im Garten auch Nüsse und besondere Wildfrüchte wie Mispel, Felsenbirne, Maulbeeren und Aroniabeeren. Die seltenen Früchte dürfen die Gäste bei einer Führung durch den Garten manchmal auch probieren.

Neben dem Schutz der alten Obstsorten trägt der Garten aber auch zum Schutz der Tiervielfalt in der Region bei. "Das Leben fängt unten in der Wiese bei den Käfern an und endet oben bei den Schmetterlingen", beschreibt Andrea Opitz. Streuobstwiesen, wie sie für die Region typisch sind und im Garten erhalten werden, bieten vielen Tierarten einen geschützten Lebensraum. Anders als die eintönigen Plantagen, auf denen nur eine Pflanzenart angebaut wird. Damit die Tiere sich tatsächlich wohlfühlen, wird beim Rasenmähen immer ein Streifen ausgelassen, sodass sie ausreichenden Schutz finden.

Anliegen des Gartens ist es nicht nur, die Vielfalt innerhalb der eigenen Grenzen zu erhöhen. "Wir wollen auch gerne neue Bäume in die Landschaft pflanzen", sagt Andrea Opitz. Vereine und Privatpersonen können die alten Obstsorten bestellen. Liegt das Grundstück, auf dem gepflanzt werden soll, im Naturparkgebiet, gibt es das kleine Bäumchen vielleicht sogar kostenlos. "Das wird gefördert vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. In diesem Jahr habe ich 300 Bäumchen zur freien Verfügung", erzählt Andrea Opitz. Für diese kann man sich bei ihr bewerben. Mehr als 200 Bestellungen für die seltenen Sorten sind in diesem Jahr schon bei ihr eingegangen. Einige Bäumchen können noch abgegeben werden.

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Die seltenen Obstsorten kann man aber auch kaufen. Baumliebhaber aus vielen Regionen haben diesen Service schon genutzt. Sogar nach Berlin hat Andrea Opitz Bäumchen vermittelt und arbeitet damit kontinuierlich am Ziel des Gartens. "Die Obstbautradition soll uns erhalten bleiben. Sie ist schließlich auch ein wichtiges Kulturgut", sagt sie. Offiziell geöffnet wird der Garten mit dem Blütenfest am 1. Mai. Auf Anfrage kann man die Artenvielfalt aber auch schon früher bewundern.

Neben dem Garten gibt es im Landkreis noch verschiedene andere Projekte, die sich mit dem Erhalt der Artenvielfalt beschäftigen. Dazu gehören die Bemühungen um die Wiederansiedlung des Auerhuhns und die Versuche, die Akzeptanz der Bevölkerung für die Rückkehr der Wölfe in die Region zu stärken.

Zum Thema:
Deutschland hat sich mit seiner 2007 verabschiedeten Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) 330 konkrete Ziele bis 2020 gesetzt, um den Schwund der biologischen Vielfalt zu beenden. Dazu zählen zum Beispiel die Vorhaben, fünf Prozent des Waldes einer dauerhaft natürlichen Entwicklung zu überlassen und den Anteil der ökologischen Landwirtschaft auf 20 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche zu erhöhen. In der Ländervergleichsstudie des Nabu und des BUND werden diese Ziele nun auf ihre bisherige Umsetzung überprüft. Das Land Brandenburg schneidet bei der Bewertung nach dem Ampelsystem mit der Farbe Orange ab, genauso wie Hessen und das Saarland. Alle anderen Länder werden schlechter mit Rot bewertet. Den Ländervergleich finden Interessierte im Internet: www.bund.net/laenderampel