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"Wer stört in meinem Reich? Ein Krach, ein Lärm und dann solche großen Ungeheuer?" Das war einfach zu viel für Loben-Hexe Ramona! Große Ungeheuer in Form von Pferdefuhrwerken und Traktoren haben sich am Sonntagmorgen zwischen Gorden und Staupitz durch ihr Reich gewälzt, um an einem Waldesrand am schönen Blick über Gorden eine Rast einzulegen.

Zwei Könige, eine auf dem Besen fliegende Hexe, ein Landrat, zwei Bürgermeister, ein Amtsdirektor, ein Naturparkchef und viele, viele Gäste waren an den durch einen Kreidestrich theatralisch dargestellten Verlauf der alten Landesgrenze zwischen Preußen und Sachsen auf einem Flurstück zwischen Gorden und Staupitz gekommen, um gemeinsam ein Naturparkfest zu feiern.

Bänderschnitt am Rastplatz

Mit einem Schnitt durch das rote Band wurde ein gemeinsamer Rastplatz mitten in der Natur eröffnet. Da, wo sich früher eine Grenze hinzog, wachsen heute zwei Gemeinden gemeinsam mit ihren Regionen zusammen.

Der Hohenleipischer Heimatverein "Die Lobenburger" erinnerte an die einstige Grenze und fand in seinem kleinen Theaterstück mit August dem Starken und dem Alten Fritz, beide mit Gefolge, gleich noch einen Brückenschlag zur ersten Brandenburgischen Landesausstellung in Doberlug-Kirchhain. Der an dieser Stelle eingeweihte Picknickstand sei etwas gewesen, was sich beide Gemeinden zum Naturparkfest gewünscht haben, erklärte Naturparkchef Lars Thielemann.

Neben der musikalischen Umrahmung des Festaktes durch Männerchor und Spielmannszug hatte der Gordener Dorfclub für leckere Fettbemmen und Sekt gesorgt. Mit insgesamt vier Broten und zehn Bechern Fett vom Schwein wurde so quasi der Imbiss-Stand nach dem Banddurchschnitt standesgemäß eingeweiht.

"Ich bin überrascht, dass trotz des Wetters so viele Gäste gekommen sind", staunte der Staupitzer Bürgermeister Fred Wickfeld. Auf Wunsch von Gräfin Cosel (Carla Thorone vom Hohenleipischer Heimatverein) reichte er sich an diesem historischen Ort zu dieser historischen Stunde mit seinem Amtskollegen dem Gordener Ortsvorsteher Frank Pfützner die Hand.

Ebenso Hand in Hand ging das Naturparkfest am Nachmittag dann im Ortsteil Staupitz auf dem Festgelände hinter der alten Schule weiter. Viele Hundert Festgästen nutzten gern die vielen Stände und amüsierten sich bei einem ansprechenden Programm.

"Ich finde es toll, dass sich die beiden Ortsteile der Doppelgemeinde gemeinsam beworben haben und dass sie so gezeigt haben, dass sie eine Gemeinde sind", sagte Lars Thielemann. "Die Lobenburger haben ja die einst unüberwindlich scheinende Grenze noch einmal dargestellt, die alten ehemals getrennten Mentalitäten hallen ja stellenweise an anderen Orten noch bis in die Gegenwart nach. Ich finde es toll, wie die Frage gelöst wurde, wie so ein Fest in zwei Ortsteilen gefeiert werden kann: mit der Eröffnung in Gorden, mit dem gemeinsamen Festumzug zwischen den Ortsteilen und dann auf dem Festgelände in Staupitz", brachte es Lars Thielemann am Nachmittag auf den Punkt.

Der Hohenleipischer Heimatverein "Die Lobenburger" erinnerte an die einstige Grenze und fand in seinem kleinen Theaterstück mit August dem Starken und dem Alten Fritz gleich noch einen Brückenschlag zur ersten Brandenburgischen Landesausstellung ab Juni in Doberlug-Kirchhain. Foto: Veit Rösler/vrs1</figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Natur, Umwelt, altes Handwerk

Im Ambiente des Staupitzer Weidendoms wurde den Festgästen ein umfangreiches Programm geboten, mit Theaterspiel und Modenschau, Gesang und Tanz. Neben dem Naturpark, der Naturwacht und dem Nabu hatten viele weitere Stände zum Thema Natur, Umwelt und altes Handwerk ihre Lager aufgeschlagen. Andrea Bürger aus Elsterwerda Biehla zum Beispiel hat sich mit dem 76-jährigen Gerd Hagen aus Möglenz der Korbmacherei verschrieben. Beide betreiben das alte Handwerk als Hobby, haben dabei aber historische Wurzeln in ihren Familien. Gerd Hagen konnte als Vierjähriger seinem Großvater über die Schulter schauen. Als er 40 war erinnerte sich der Landwirt daran und begann Körbe für die Kollegen zu flechten. Der Urgroßvater von Andrea, Arthur Bürger, führte in Elsterwerda von 1905 bis etwa 1950 eine Korbmacherei. Großvater Johannes Bürger sollte als Korbmachermeister die Nachfolge antreten. Er blieb jedoch im Krieg. Der Betrieb, der sich an der Elsterbrücke direkt am Schloss befand, wurde aufgegeben.

2015 am Heiligen Hain

Ein ähnliches Zusammenwachsen wie in diesem Jahr beim Naturparkfest, dann allerdings von einem Bad Liebenwerdaer und einem Uebigau-Wahrenbrücker Ortsteil, werden die Naturparkgäste im nächsten Jahr am Heiligen Hain zwischen Maasdorf und Prestewitz erleben. Beide Ortsteile der verschiedenen Städte gewannen die Bewerbung um die Naturparkgemeinde 2014, die im nächsten Jahr das Naturparkfest ausrichten wird.