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Wiederum 25 Tonnen Speise- und Satzfische wurden im Jahr 2014 als Ernte in der Teichwirtschaft Hammermühle eingefahren. Und das, obwohl Biber, Kormoran und Graureiher den Fischwirten das Leben nicht gerade leicht machen. Zum Jahreswechsel hat freilich der Karpfen Hochkonjunktur und gelangt in der Niederlausitz auf so manchen Festtagsteller.

Frisch auf den Tisch

Etwa 142 Hektar Teichfläche bewirtschaftet der Familienbetrieb, in dem in diesem Jahr Junior Uwe Keil die Regie übernommen hat. Frischer Fisch ist gefragt ? direkt gelangt er auf kurzem Wege zum Einzelverbraucher oder in hiesige Gaststätten. So lange wie möglich zappeln die Schuppentiere in den Hälterteichen, bevor sie vielfältig zubereitet werden. "Während der Landesausstellung hat die Klosterschänke am Schloss Doberlug wöchentlich Wels- und Karpfenfilet geordert", führt Senior Martin Keil als Beispiel an.

Zu den prominenten Unterstützern der regionalen Erzeuger gehört Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU). "Das grätenfreie Karpfenfilet ist der Renner. Das hat die Handbremse gelöst", freut er sich bei einem Vor-Ort-Besuch am Hammerteich. Der ist mit seiner 400-jährigen Geschichte der älteste Fischzuchtteich in der Niederlausitz überhaupt. "Gesunde Fische wuchsen hier schon heran, als es noch kein Lidl, Rewe und Aldi gab", würdigt der Landrat die naturnahe Produktion.

Gesunde und kräftige Fische aus hiesigen Gewässern stehen hoch im Kurs für das Festtagsessen zu Weihnachten und zum Jahreswechsel. Dem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ist das zum dritten Mal Anlass, diesem traditionellen heimischen Fisch in der Aktion der "Regionalen Speisekarte" separate Karpfenwochen einzuräumen. "Das ist bisher gut angekommen", sagt Andrea Opitz. Elf Gaststätten ? darunter auch die Waldschänke Bad Erna, das Finsterwalder Brauhaus und die "Vetternwirtschaft" Finsterwalde ? beteiligen sich an der dritten Auflage. Bis Ende Februar werden sie spezielle Karpfengerichte auf ihre Speisenkarten setzen.

Landschaftsprägend

Im Naturpark weiß man aber auch den landschaftspflegerischen Aspekt der Teichwirtschaften zu schätzen. Teiche prägen die Region und sichern einen hohen Artenreichtum. Ohne die menschliche Instandhaltung würde es zur Verlandung kommen. Teichlandschaften dienen der Erholung und beeinflussen den Wasserhaushalt positiv.

Die Fischwirte müssen aber auch mit Biber, Kormoran und Graureiher leben. "Bis zu 600 Kormorane fressen sich am 35 Hektar großen Hammerteich satt. Das sorgt schon für massive Verluste", bringt es Martin Keil auf den Punkt. Hier wünschte man sich mehr Unterstützung von Seiten des Landes für regionale Kleinbetriebe, unterstreicht Christian Heinrich-Jaschinski, auch Vorsitzender des Fördervereins vom Naturpark. "Es muss unser aller Ziel sein, dass es den Teichwirten gut geht", ergänzt Andrea Opitz. Soll heißen: Fördermittel müssen dort ankommen, wo aktiver Naturschutz betrieben wird.

3. Niederlausitzer Karpfenwochen: 30. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015

Karpfenfibel im Naturparkhaus und Gaststätten der Regionalen Speisekarte erhältlich.