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"Das Wetter war genial. Das war der bunteste und schönste Apfeltag in der Geschichte des Naturparkes", da ist sich Naturparkchef Lars Thielemann am Sonntagnachmittag sicher. Und diese Geschichte fand er besonders schön: In einer rührenden Zeremonie, wie in einem Märchen aus 1000 und einer Nacht, hat am Sonntagnachmittag ein Mädchen aus Syrien die Baumpatenschaft für eine aus ihrer orientalischen Heimat stammenden Birnenquitte im Pomologischen Garten in Döllingen übernommen. Diese Quitte ist damit der 101. Obstbaum mit einer Patenschaft im Pomogarten. Selber steht die junge Frau, welche vor zwei Monaten als Kriegsflüchtling aus Syrien gekommen ist, unter der Patenschaft der Familie von Arno Wolf (72) aus Doberlug-Kirchhain. Jedes Bäumchen bekommt ein Schild mit dem Namen des Baumpaten. Rama El Ghamian freute sich riesig, als sie hörte, dass ihr orientalischer Name und ihr Herkunftsland demnächst neben einem in Deutschland heranwachsenden noch jungen Baum in deutscher und arabischer Schrift stehen wird. Die Familie Wolf versucht, ihrem Patenmädchen die Rolle von Mutter und Vater zu ersetzen. Dabei werden der ehemaligen Büroangestellten aus dem Nahen Osten unser Land und die Lebensgewohnheiten gezeigt. Zeitweise wohnt Rama El Ghamian bei der Familie Wolf in Doberlug-Kirchhain. Dabei lernt man gegenseitig die Sprachen. "Die Menschen von dort sind teilweise besser ausgebildet als wir", meint Arno Wolf.

Die Baumpflanzung des 101. Baumpatenbäumchens war gleichzeitig kleiner offizieller Festakt zum 15. Jubiläum der Grundsteinlegung des Pomologischen Schau- und Lehrgartens in Döllingen. Der Apfeltag hatte vor 21 Jahren in der Elstermühle begonnen, damals mit noch 20 Gästen. Die Döllinger freuen sich, in ihrem kleinen Ort ein so stetig wachsendes Fest anbieten zu können. Ortsbürgermeister Bernd Binder: "Spitzenmäßig. Der Äppeltag in Döllingen ist ein Selbstläufer. Parkplatzkapazität ist voll ausgelastet. Ich denke, alle Händler und Standbetreiber kommen auf ihre Kosten. Essen und Trinken schmeckt, ist teilweise ausverkauft. Und alle Besucher gehen mit einem Lächeln über den Platz." "Es ist irre. Es waren noch mehr Leute hier, als in den Vorjahren. Wir müssen dieses Phänomen in den nächsten Jahren mit einkalkulieren. Wir bekommen sehr viel positive Resonanz", meinte auch Hauptorganisatorin Andrea Opitz.

 

Insgesamt 63 Händler hatten ihre Zelte aufgebaut und Angebote ausgebreitet. Einer von ihnen hatte ganz besonders viel zu tun. Pomologe und Apfelsortenbestimmer Hans-Jürgen Mortag aus Königsee-Rottenbach hatte um 15 Uhr über 200 Sorten bestimmt. "Wir stehen seit früh neun Uhr und die Schlange wird immer länger. Hier kommen ganz uralte Sorten und auch viele alte DDR-Sorten zur Bestimmung. Langsam merkt man aber auch den Einfluss der Nachwendezeit. Die Sortenvielfalt wird bunter", stellte Hans-Jürgen Mortag fest. Allein mindestens 2000 alte Apfelsorten sind derzeit weltweit bekannt, von denen manche bis zu 40 verschiedene Namen tragen.

Auszug aus der Lausiter Rundschau vom 28.9.15 von Veit Rösler

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/finsterwalde/Syrisches-Maedchen-wird-Baumpatin;art1057,5182954