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Am 8. Mai war Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung Niederlausitzer Heidelandschaft und der AG Auerhuhn, mit seinem Kollegen Udo List vom Naturpark Niederlausitzer Landrücken und dem insgesamt achtköpfigen Fängerteam nach Nordschweden aufgebrochen. Erstmals erweiterte man den Aktionsradius mit zwei Teams auf zwei Fanggebiete. Und das mit großem Erfolg. "Es genügt nicht zu wissen, wann und wo die Tiere an den Wegrändern auftauchen, es ist ein eingespieltes Fängerteam notwendig", sagt Lars Thielemann. Es habe diesmal alles perfekt funktioniert, so könne es weitergehen.

Mittwoch, 17.45 Uhr, Flugplatz Schacksdorf bei Finsterwalde. Dr. Reinhard Möckel, einer der mit Fahrzeugen bereitstehenden Helfer, bemerkt die Cesna Caravan als erster. Naturwacht-Rangerin Monika Gierach aus dem Naturpark Niederlausitzer Landrücken: "Es ist immer wieder ein erhebendes Gefühl, wenn die Tiere ankommen. Da bekomme ich Gänsehaut."

Die Cesna rollt heran, stoppt. Akribisch beschriftet und für die spätere Auswilderung vorbereitet sind die Pappkartons mit je zwei Tieren. Vorsichtig wird eine nach der anderen aus dem Flugzeug gehoben. Ohne Zeitverlust soll es weitergehen in die Wälder beziehungsweise für neun Tiere zunächst zum Anlegen eines Senders in die Greifvogelstation nach Oppelhain. Monika Gierach fährt schon mit zwölf Tieren los in die Rochauer Heide. Dorota Merta aus dem Forstamt Ruszow in Polen verlädt mit dem aus Polen gekommenen Fahrer ihre parallel mit einem Team in Schweden gefangenen elf Hennen.

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Erstmals trägt am Mittwoch ein zu Jahresbeginn geschlossener Kooperationsvertrag mit polnischen Auerhuhn-Akteuren Früchte. "Wir teilen uns die Flugkosten. Das ist eine richtige Win-Win-Situation", so Lars Thielemann. "We are happy", sagt auch Dorota Merta, die 18.30 Uhr auf dem Weg nach Ruszow ist. Für die heimischen Teams geht es kurz darauf in die Auswilderungsgebiete Liebenwerdaer Heide sowie ins Naturerbe-Gebiet Weißhaus der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bei Doberlug-Kirchhain.

Am Rande des Letzteren wartet Revierförsterin Manuela Holz. Gemeinsam mit Günter Hering, im Bundesfreiwilligendienst bei der Naturparkverwaltung in Bad Liebenwerda tätig, kann Lars Thielemann nach und nach 30 Tiere aus ihren Transportkartons entlassen. Drei erschöpft wirkende Vögel werden zunächst zur Beobachtung und Akklimatisierung in eine nahe gelegene Voliere gebracht. Die anderen starten rasant in die neue Umgebung. Ein kleines Wackeln am Karton und flugs sind die Auerhühner auf und davon. Um 19.40 Uhr das letzte. "Sie finden hier ein paradiesisches Nahrungsangebot vor. Und das Blaubeerkraut ist so hoch, dass sie eine gute Deckung haben", freut sich Lars Thielemann. In den Kartons fand er drei Eier. Zwei weitere befanden sich in anderen Kartons und 43 waren schon mit dem Flugzeug aus Schweden mitgekommen.

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Sie gehen in diesen Tagen in die Aufzuchtstation von Dr. Andrzej Krzywinski im polnischen Kadzidlo. Hier soll nach der Born-to-be-free-Methode (Aufzucht für Leben in freier Wildbahn) im besten Falle weiterer Nachwuchs für die Lausitz wachsen. Die Chance, dass darunter auch in freier Wildbahn so schwer zu fangende Hähne sind, ist groß.

Für die Wiederansiedlung des Auerhuhns als Teil des Artenschutzprogrammes "Auerhuhn" in Brandenburg wünscht sich Lars Thielemann eine professionelle Projektkoordination und Begleitung. "Das kann man nicht so nebenbei machen", sagt der Leiter der Naturparkverwaltung. Bis zum Jahr 2020 können weiter je Jahr 60 Tiere aus Schweden geholt werden. Das sei wichtig, um eine stabile "Gründerpopulation" zu entwickeln.

Zum Thema:
Im Mai 2012 waren die ersten 28 Auerhühner aus Schweden im Naturschutzgebiet Forsthaus Prösa ausgewildert worden. Zu Pfingsten 2013 folgten weitere Tiere in der Rochauer Heide und erhöhten die Gesamtzahl auf 60 Tiere. Im vorigen Jahr kamen 18 Wildfänge im Frühjahr und drei im Herbst hinzu. Gegenwärtig wird von einem Bestand zwischen 30 und 40 Tieren ausgegangen. Ziel ist es, eine sich selbst tragende Population von mindestens 100 Tieren aufzubauen. Für eine Sensation sorgte 2014 der Nachweis, dass ein 2013 aus Schweden gebrachtes Huhn in der Rochauer Heide erfolgreich gebrütet hat. Inzwischen wurden sogar Enkel nachgewiesen.