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19.07.2016 12:04 Alter: 310 days

Lebensraum für Eisvogel & Co.

Die Natur hat die Waldschleife der Kleinen Elster bei Schadewitz schon überbaut


Experten begutachten das Ergebnis. Die Waldschleife entwickelt sich rasant zum lebendigen Biotop.

Schadewitz Die Waldschleife der Kleinen Elster bei Schadewitz überrascht selbst die Planer und Bauleute. Es ist die neunte Schleife, die dem Fluss wieder mehr Leben bringen soll. In kürzester Zeit hat die Natur ein ordentliches Stück nachgeholfen. </header><//header>

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Anfang des Jahres war es noch ein Plan: Die Kleine Elster sollte wieder im Bogen ums Schadewitzer Wäldchen fließen. Anfang Februar begann die Meli Bau GmbH Herzberg im Auftrag der Flächenagentur Brandenburg mit den Arbeiten am Unterlauf. 2300 Kubikmeter Boden wurden abgetragen. Archäologische Untersuchungen begleiteten die Arbeiten. Entstanden sind 280 Meter neues Gerinne mit einer mittleren Solbreite von einem Meter rund um die 0,7 Hektar große Insel mit der Baumgruppe, die der Schleife ihren Namen gab. Einbauten an den Ufern, wie Wurzelstubben und Stammholzbuhnen, sorgen für Abwechslung, Lebensraum und spezielle Erosionen.

An nicht wenigen Stellen ist der Fluss noch zwölf bis 14 Meter breit. Die Fließgeschwindigkeit lässt zu wünschen übrig, die Ufer wirken eintönig und leblos. Wegen der Bergbau-Senkungswässer hat der Mensch in den 1970er-Jahren eingegriffen. Mit dem Renaturierungsprojekt wird dem Fluss zwischen Doberlug-Kirchhain und Bad Liebenwerda Natürlichkeit und Artenreichtum zurückgegeben. Ein ehrgeiziges und viel beachtetes Projekt.

Seit Ende Mai schon fließt Wasser durch die Waldschleife. Ein Überlaufdamm wurde geschaffen. Kostenrahmen und Bauzeit wurden eingehalten. Junge Erlen und Eichen säumen den Kanal. Am Mittwoch haben sich Ranger, Gewässer-Experten und andere Fachleute vom Ergebnis überzeugt. Hubertus Brückner, Geschäftsführer des Gewässerverbandes Kleine Elster-Pulsnitz sagt: "Es ist ein Glückstreffer für die Kleine Elster."

Dem großen Ziel, einem guten ökologischen Zustand des Flusses, ist man an der Waldschleife schneller als gedacht ein ordentliches Stück näher gekommen. "Seit dem Bau der Klosterschleife in Doberlug-Kirchhain vor zwei Jahren wird ein neues Konzept verfolgt", erklärte Uwe Bielagk, verantwortlicher Projektleiter der Bad Liebenwerdaer Ingenieurgemeinschaft WTU. Der Mensch überlässt den letzten "Schliff" den Eigenkräften der Natur. Bielagk: "Das Gerinne wird bewusst kleiner gehalten. Bei höheren Abflüssen soll es sich selbst gestalten. Biotopstrukturen sollen sich entwickeln." Ein Riesenregen habe an der Waldschleife geholfen. "Wir haben bestimmt zehn Jahre eingespart. Es gab Abbrüche. Steilufer mit 90 Grad haben sich entwickelt. Ideal für den Eisvogel und die Uferschwalben." Naturfreund und Angler Wolfgang Mittelstädt aus Schönborn bestätigt: "Der Biber ist längst da und den Eisvogel habe ich beim Füttern beobachtet. Die Kiesbänke sind schöne Laichhabitate für Fische."

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 16./17.7.16 von Frau Lehmann

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/finsterwalde/Lebensraum-fuer-Eisvogel-Co;art1057,5521122