Bei idealem Sommerwetter ging es unter Führung von Sandra Spletzer über Zeischa, vorbei am Waldbad, bis nach Kraupa. Dort wurde an zwei großflächigen Informationstafeln erstmals Halt gemacht. Sandra Spletzer gab Hintergrundinformationen über das Auerhuhn-Projekt der Naturparkverwaltung. Das Auerhuhn (lat. Tetrao urogallus) war einst Charaktervogel der Beerstrauch-Kiefernheiden und Traubeneichenwälder in der Lausitz. Durch menschliche Einflüsse verschlechterten sich die Lebensbedingungen für diese Rauhfußhühnerart, deren Bestände sich seit etwa 1970 dramatisch verringerten. Das letzte Auerhuhn wurde 1998 in der Rochauer Heide gesichtet. Seit 2012 wird durch den Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ein Wiederansiedlungs-Projekt verwirklicht.

Weiter ging die Radtour auf zumeist naturbelassenen Wegen durch die inzwischen wieder blaubeerreichen Wälder und entlang großräumiger Heideflächen, deren prachtvolle Blütezeit Mitte August beginnt. Am Rastpunkt "Drei Eichen" gab Sandra Spletzer sehr ausführlich weitere Informationen zum Auerhuhn-Projekt. Die Wiederansiedlungen wurden durch Einfangen von wild lebenden Auerhühnern in Schweden möglich. Die ersten 20 Auerhühner wurden im Frühjahr 2012 in der Liebenwerdaer Heide ausgewildert. Weitere Freisetzungen folgten in den Jahren danach. Inzwischen leben etwa 60 Auerhühner in den Heidewäldern zwischen Liebenwerda und Oppelhain, und es hat dort auch schon Nachwuchs gegeben.

Auf die Frage einer aus Mecklenburg stammenden Teilnehmerin an der Radtour, warum das Auerhuhn ausstarb, gab Sandra Spletzer sehr ausführliche Informationen. Hauptursachen waren die Veränderungen in den Lebensräumen der Auerhühner durch eine holzorientierte Forstwirtschaft, den fortschreitenden Braunkohleabbau sowie durch den intensiven Betrieb der vorhandenen Truppenübungsplätze. Auch die Verluste durch Verkehrswege, Zäune und Stromleitungen, durch hohe Wildschwein- und Raubwildbestände spielten eine wesentliche Rolle. Ein Teilnehmer der Radtour machte darauf aufmerksam, dass es gegenwärtig bezüglich der Rebhühner leider eine weiteres Hühnervogelart gibt, die im Landkreis Elbe-Elster bereits so gut wie ausgestorben ist. Auch hierbei sind die gravierenden Veränderungen in den Lebensräumen die Hauptursache für das Verschwinden der Rebhühner.

Zurück ging es per Rad über Dobra bis nach Bad Liebenwerda.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 20.7.16

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Radtour-ins-Revier-der-Auerhuehner-ein-Erlebnis;art1059,5525847