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In dieser Woche sollen es Zucchini, Tomaten und Gurken sein, dazu eine Packung Eier und ein Glas Joghurt. Nächste Woche dann rote Paprika, Steinchampignons und ein Bund Möhren, außerdem einmal Quark und ein Kännchen Sahne. Biokisten-Händler liefern ihre Produkte direkt bis an die Haustür und stellen sich dabei laut Branchenangaben immer stärker auf die speziellen Wünsche ihrer Kunden ein.

Jede Woche wird neu gemixt

"Bei uns können sich die Kunden jede Woche ihre Wunschkiste zusammenstellen", sagt Jörg d'Heureuse. Er betreibt zusammen mit seiner Frau seit 2012 den Gärtnerhof Kuschkow (Dahme-Spreewald) und stellt wöchentlich Kisten mit Bio-Lebensmitteln für seine Kunden zusammen: "Wir sind wie ein Bioladen auf Rädern." Feste vorgefertigte Kisten stehen bei ihm online nicht zur Auswahl. "Allerdings muss das Grundsortiment für 15 Euro aus Obst und Gemüse bestehen", sagt der Biobauer. Auch bei Lutz Ulms vom Biogut Besenborstel aus Goßmar (Elbe-Elster) stehen die Wünsche seiner Kunden an erster Stelle. "Wir sind hier weit weg von der Großstadt und müssen uns an die Wünsche der Kunden anpassen", weiß der 57-Jährige. Dazu gehören auch exotische Früchte. "Mangos, Bananen und Avocados kann ich nicht aus der Region beziehen", erklärt Lutz Ulms. "Dennoch wollen meine Kunden dieses breite biologische Sortiment."

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Kisten bequem online bestellen

Beim Biogut Besenborstel können die Bestellungen ebenfalls online abgewickelt werden. "Hier kann der Abo-Kunde nach einem Ampel-System angeben, welche Produkte er immer, manchmal und nie in seiner Kiste haben möchte", erklärt der Bio-Händler. Nach diesen Angaben und seinen Vorräten stellt er dann die Kisten wöchentlich neu zusammen. Da die einzelnen Lebensmittel begrenzt sind, muss er genau kalkulieren.

Im Notfall wandern dann statt einer Packung Blaubeeren einmal Erdbeeren in die Kiste. "Aktuell sind der Romanasalat und Heidelbeeren besonders beliebt", weiß der Kistenpacker. Generell sehen die Bestellungen aber sehr unterschiedlich aus. "Ein paar Standards wie Äpfel, Birnen, Bananen, Tomaten, Gurken, Kohlrabi, Kartoffeln und Salat gibt es immer", weiß Lutz Ulms. "Aber die Geschmäcker sind eben doch sehr verschieden."

Auch bei Jörg d'Heureuse sieht keine Biokiste aus wie die andere. "Die einen wollen noch Fleisch und Milch dazu, andere Kunden bevorzugen eher den veganen Brotaufstrich oder die Getränke."

Egal was drin ist, jeden Donnerstagnachmittag setzt sich Jörg d'Heureuse ins Auto und liefert die rund 60 Kisten in einem Umkreis von 30 Kilometern um Lübben aus.

"Der Warenwert liegt dabei zwischen 15 und 200 Euro", sagt er. Die Ökofans müssen zur Lieferung ihrer Kiste nicht einmal zu Hause sein. "Mit gut der Hälfte der Kunden haben wir einen Abstellort vereinbart", so Jörg d'Heureuse.

Jens Ulms liefert seine Abo-Kisten sogar in einem Radius von 50 Kilometern um Goßmar. "Bis nach Cottbus führt meine Route. Dort liefere ich nämlich sowieso Eier aus eigener Produktion an die Bioläden aus", sagt er.

Kunden oftmals Großstädter

Seit sieben Jahren bietet Lutz Ulms die Biokiste nun an und hat mittlerweile rund 400 Kunden in seiner Kartei. Im Schnitt macht er jede Woche rund 70 Ökoliebhaber mit einer Lieferung glücklich. Seine Kunden legen viel Wert auf eine biologische Ernährung. "Oftmals sind es junge Familien, die aus der Großstadt in die Region gezogen sind und gezielt nach diesem Angebot gesucht haben", sagt Lutz Ulms. Dennoch reicht ihm die Biokiste für den Betrieb nicht als alleiniges Standbein. "Die Kiste ist schon ein sehr spezielles Angebot", findet der 57-Jährige. Daher setzt er noch auf Hühnerzucht und die Lieferungen an den Großhandel.

Nachfrage steigt weiter an

Vom Verband Ökokiste heißt es, die Betriebe müssten sich immer flexibler aufstellen, um in puncto Bequemlichkeit mit den konventionellen Lebensmittelbringdiensten mithalten zu können. Ökokiste ist die gemeinsame Marke von etwa 40 zertifizierten Lieferbetrieben in Deutschland, die zusammen etwa 50 000 Kunden versorgen, Tendenz steigend.

Auch Jörg d'Heureuse stuft die Entwicklungen auf dem Markt als positiv ein. "Wir gewinnen jeden Monat zwei bis drei neue Kunden für unser Abo", verrät er. Insgesamt blickt der Gärtnerhof Kuschkow auf 80 Kunden. "Die Nachfrage steigt immer weiter, auch von unserem Großhändler in Berlin", sagt der 47-Jährige. Trotzdem möchte er sich nicht erweitern: "Wir wollen ein kleiner Familienbetrieb bleiben."