<figure align="left" itemtype="http://schema.org/ImageObject" itemscope="" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure> <figcaption itemprop="description" class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Wie geht es den Fledermäusen in Elbe-Elster?
Wir haben ihr Vorkommen leider noch gar nicht so umfassend kartiert, als dass ich darüber umfassend Auskunft geben könnte. Es gibt noch viele weiße Flecken, wo wir nicht viele Erkenntnisse haben, denn es gibt keine spezielle Erfassung in der Fläche. Im Ehrenamt muss man sowohl die Zeit als auch das Kleingeld, zum Beispiel für die Fahrten quer durch den Kreis, aufbringen. Außerdem gibt es nur wenige Aktive in dem Bereich. Da ist so eine generelle Erfassung eine Mammutaufgabe. Außerdem gibt es aus meiner Sicht Defizite im Austausch von Ehrenamt und hauptamtlich mit dem Thema Beschäftigten. Wir haben oft keinen Zugriff auf Daten, die bei Erhebungen im Vorfeld von Straßen- und Windradbau erfolgt sind. Wir stellen unsere Beobachtungen dem Kreis und dem Landkreis zur Verfügung, doch von da kommt kaum etwas zurück.

Aber kann ich sagen, dass es uns in den Jahren gelungen ist, einige interessante Arten zu finden, zum Beispiel die Bechstein-Fledermaus und die Mopsfledermaus.

Welche "Trends" haben Sie in den vergangenen Jahren beobachtet?
Auf Bundes- und Landesebene haben das Große Mausohr und die Wasserfledermaus an Population wieder leicht zugelegt. Problematisch bleibt es bei dem Großen Abendsegler. Und auch das Große Langohr macht uns sorgen. Es lebt an Gebäuden, und durch Abriss, Sanierung und Umnutzung verschwinden immer mehr Quartiere.

Welche Eingriffe des Menschen stören die Fledermaus-Population?
Wie eben bereits genannt, die Arbeit an Gebäuden. Fledermäuse leben oft sehr versteckt. Man bekommt oft gar nicht mit, dass sie da sind. Und deshalb werden viele ihrer Quartiere oftmals unwissentlich zerstört. Aber auch der Bau der Windkraftanlagen, die gießkannenartig über die Region verstreut entstehen, stört mehr und mehr. Dadurch wird der Zugkorridor für die wandernden Arten immer kleiner.

Welche Positivbeispiele können Sie anführen?
Es gibt nicht wenige Personen, darunter auch viele Waldbesitzer, die gezielt überlegen, wie sie Fledermäusen helfen können. Ich denke da zum Beispiel an Höhlenbäume, die im Wald gezielt als Biotopbäume ausgewiesen werden und stehen bleiben. Oder Privatleute, die Dächer sanieren und vorher fragen, was sie vielleicht machen könnten. Ich habe beobachtet, dass die Menschen eigentlich für den Fledermausschutz offen sind. Wichtig ist nur, dass man mit ihnen auf einer sachlichen Ebene kommuniziert.

Wie kann man denn ohne viel Aufwand helfen?
Jeder, der ein Grundstück oder ein Haus hat, kann zum Beispiel künstliche Quartiere, Fassadenkästen, anbieten. Oder der Waldbesitzer Höhlenbäume im Wald, von denen ich vorhin schon sprach.

Aber Fledermäuse machen es uns nicht so einfach wie Vögel. Die sind sehr viel quartiertreuer, nehmen neue Angebote oft nicht an. Deshalb muss der Erhalt ihrer Quartiere vor der Schaffung neuer stehen.

Wie sind Sie eigentlich zu den Fledermäusen gekommen?
Ich habe 2003/2004 im Auftrag des Landkreises eine Kartierung gebäudesiedelnder Arten begleitet, da ging es schon um Fledermaus, Schleiereule und Co. Und als das Projekt zu Ende war, hat mir in der Freizeit was gefehlt. Ich habe mich in Sachen Fledermaus informiert ? und mein Entdeckergeist war geweckt. Auf Kirchböden zu stöbern, in Bunkern herumzukriechen ? das übt auf mich nach wie vor einen großen Reiz aus. Außerdem ist jedes Mal die Freude groß, wenn man ein Tier gefunden hat und herausfindet, welche Art es ist.

Ich bin ein Naturmensch. Wo andere anderen Hobbys frönen, beschäftige ich mich eben mit Fledermäusen, baue Kästen, bringen sie an, kontrolliere sie ... Dabei ist es mir gelungen, hier in Elbe-Elster viele Erstnachweise zu erbringen, zum Beispiel für die Bechstein-Fledermaus und die Mopsfledermaus. Beide Arten stehen in Brandenburg noch auf der Roten Liste. Diese wissenschaftliche Arbeit befriedigt mich sehr. Und es macht Spaß, diese Begeisterung, dieses Hobby mit anderen zu teilen bzw. andere daran teilhaben zu lassen.

Zum Beispiel bei der jährlich stattfindenden Fledermausnacht.
Ja. Trotz schlechten Wetters können wir von einer gut besuchten Veranstaltung zu diesem speziellen Thema sprechen. Beim Vortrag und beim Film konnten wir 32 Gäste zählen. Sehr erfreulich war der Anteil an Kindern, die ein Drittel der Veranstaltungsteilnehmer ausmachten. Ein großes Lob an das Gasthaus "Zwiebel`s Grillhütte", die bei der Verpflegung sogar einen Fledermausburger angeboten haben, der schnell alle war. Trotz Regens waren wir beim Netzfang erfolgreich. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnten innerhalb einer Stunde acht Fledermäuse der Art Wasserfledermaus fangen. Dies reichte auch aus, um den Besuchern die Tiere aus nächster Nähe zeigen zu können. Die Kinder hatten die Möglichkeit, die Fledermäuse zu streicheln und wieder in die Freiheit zu entlassen, wovon sie regen Gebrauch machten.

Was wird darüber hinaus noch an Öffentlichkeitsarbeit geleistet?
Im Winter gibt es außerdem noch eine Veranstaltung in den Bunkern in Hohenleipisch. Die ist auch immer sehr gut besucht.

Wer steht Ihnen dabei zur Seite?
Die Initiative Fledermausschutz Elbe-Elster ist ein loser Zusammenschluss von Gleichgesinnten unter dem Dach des Nabu Finsterwalde. Wir sind sechs Leute, die sich mit dem Thema beschäftigen und sich ehrenamtlich dem Fledermausschutz verschrieben haben.

Wie kann man die Arbeit aus der Ferne unterstützen?

Bei Vor-Ort-Terminen steht immer eine Spendenbüchse dabei ? ausschließlich für den Fledermausschutz. Zum Beispiel kaufen wir davon neue Fledermauskästen oder mal einen Sack Zement, wenn mal irgendwo schnell was für die Tiere gemauert werden muss. Spenden für unsere ehrenamtliche Arbeit können aber auch beim Nabu Regionalverband Finsterwalde e.V. (siehe Internet) mit der Zweckbindung "Fledermausschutz" geleistet werden.

Was treibt Sie immer wieder aufs Neue an, mit Menschen zum Thema Fledermausschutz ins Gespräch zu kommen?
Ich möchte so viele wie möglich erreichen, um erst einmal Ängste, die nach wie vor vorherrschen, abzubauen. Ich möchte, dass die Tiere ihren richtigen Stellenwert erhalten, weil sie so nützlich sind. Anliegen meiner Arbeit ist aufzuklären und zu sensibilisieren. Ich fände es schön, wenn sich unsere Landschaft so verändern würde, dass auch die Fledermäuse ihren Platz behalten bzw. eingeräumt bekommen. Das kann gelingen. Man muss nur konstruktiv und miteinander agieren.

<figcaption itemprop="description" class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>Mit Maik Korreng sprach Sylvia Kunze

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/herzberg/Erhalt-ihrer-Quartiere-sollte-vor-Schaffung-neuer-stehen;art1056,5559904