<figure align="left" itemtype="http://schema.org/ImageObject" itemscope="" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure>Weil die Heide in diesem Jahr in ihrer strahlenden violetten Farbe besonders prächtig und noch dazu bis in die Spitzen blüht, hat Friedrich August I. von Sachsen, auch als August der Starke bekannt, noch einmal seine Mätresse Constantia von Cosel von der Festung Stolpen geholt, um mit ihr wie einst auf Auerhuhnjagd zu gehen. Die sächsischen Kurfürsten schossen pro Jagdsaison in der Liebenwerdaer Heide bis zu fünfzehn Auerhühner. Noch 1747 gab es vier "Auerhahnbalzen" in den Revieren um Dobra, Hohenleipisch und Gorden.

Das Gebiet gehörte bis 1815 zu Sachsen. Nach der Übernahme durch Preußen wurde das Gebiet forstwirtschaftlich neu unterteilt und später im alten Jagdhaus eine Forstwirtschaftsschule eingerichtet. Ab 1960 richtete der Staat zwei Manöverfelder ein, wobei die südliche Fläche für Fahrübungen für Panzer und Lastkraftwagen und der Nordsektor als Schießplatz für mehrere Waffengattungen genutzt wurde. So entstanden die Heideflächen durch Entbuschung, Armeepanzer und auch durch Feuer. Im Naturschutzgebiet Forsthaus Prösa soll die Calluna?Besenheide dauerhaft erhalten bleiben.

Das durch intensive wirtschaftliche und militärische Nutzung ausgestorbene prächtige Auerhuhn, das Wappentier des heutigen Naturparks, soll in einer mehrere Jahre laufenden Aktion wieder angesiedelt werden. Die Bejagung ist natürlich streng verboten. Derzeit wird das Gebiet für Kremserfahrten, zum Beispiel vom Hohenleipischer Heimatverein "Die Lobenburger" und vom Ländlichen Reit- und Fahrverein Plessa genutzt. Touristen kommen zu Tagesfahrten hauptsächlich aus dem Raum Berlin und Dresden. Preußen und Sachsen sind sich übrigens jeder für sich einig, hier noch immer hoheitliche Rechte zu besitzen und im eigenen Lande durch die Brandenburger Heidelandschaft zu reisen.

An mehreren Stellen haben Imker ihre Bienenkästen aufgestellt, sodass sich um den markanten Duft der in voller Blüte stehenden Heide auch das Summen der unzähligen Bienen in die Natur einfügt. Wohl bis Mitte September wird sich die Heideblüte hinziehen. Nach einer alten Bauernregel sagt bis in die Spitzen blühende Heide einen harten Winter voraus.

Alte Geschichten machen in Hohenleipisch immer wieder mal die Runde. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass der sächsische König August der Starke, der hier einst auf Jagd auf das Auerwild gegangen ist, auch bei den einheimischen Frauen Erfolge verbucht haben soll, und das im Laufe der Zeit sogar insgesamt sechs Mal. Erfahrungsgemäß hängt an jeder Sage ein Fünkchen Wahrheit. Immerhin wurden dem König insgesamt acht Kinder nachgewiesen und 354 nachgesagt.

Am Sonntag ist nächste Kremserfahrt, Treff: 10 Uhr am Hohenleipischer Goldenen Löwen

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 1.9.16 von Veit Rösler

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Es-blueht-so-schoen-die-Niederlausitzer-Heide;art1059,5580756