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< Flüge für erste Auerhühner aus Schweden werden jetzt gebucht
07.03.2012 09:21 Alter: 5 yrs

Vom Wisent zum Auerhuhn

Uwe Lindner hat bei der Wiederansiedlung den Hut auf


Uwe Lindner koordiniert das Projekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns, Foto: Böttcher

Bad Liebenwerda Es sei ein Traumjob, den er da übernommen habe. Uwe Lindner (47) ist Diplom-Biologe, spezialisiert auf große Pflanzenfresser.

 

Er studierte von 1987 bis 1992 an der Humboldt-Universität in Berlin. Zuletzt wirkte er federführend bei der Wiederansiedlung des europäischen Wisent in Nordrhein-Westfalen. Zum Niederlausitzer Auerhuhn-Projekt kam er zunächst eher zufällig. Auf der Suche nach einem Vermittler zu schwedischen Wildfängern machte Marco Bünger von der Entwicklungsgesellschaft Energiepark Lausitz den Naturpark-Verwaltungschef Lars Thielemann auf den Wiederansiedlungs-Fachmann Lindner aufmerksam. Schließlich blieb es nicht bei der Vermittlerrolle zu den Spezialisten in Schweden. Uwe Lindner konnte sich für das Projekt als Ganzes begeistern. Am 15. November 2011 übernahm er unter dem Dach des Fördervereins Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft die Koordination des ehrgeizigen Vorhabens, hatte sich schon zuvor in die Erarbeitung der Förderanträge eingebracht.

Die RUNSCHAU stellte dem Berliner drei Fragen.

Was beschäftigt Sie in diesen Tagen der letzten Vorbereitungen?

Es sind tausend praktische Dinge zu erledigen. Letzte Entscheidungen zur Sendertechnik, Absprachen mit einem Fachmann, wie sie den Tieren anzulegen ist, praktische Tests dazu, vorbereiten einer Informations-Ausstellung zum Thema in der Sparkasse Elbe-Elster, vorbereiten von Informationsblättern für alle Menschen, die sich im Wald bewegen, präparieren der Ausrüstung, buchen der Flüge, viel Papierkram.

Worin sehen Sie den wesentlichen Unterschied dieses Projektes zur Wisent-Wiederansiedlung?

Darin, dass das Auerhuhn sowohl unter Förstern, Jägern als auch unter Naturschützern und vielen anderen Menschen akzeptiert ist und es kaum Widerstand gegen dessen Ansiedlung gibt.

Sie betonen die Schwierigkeit des Vorhabens, den offenen Ausgang. Warum sind Sie trotzdem dabei?

Was gibt es Besseres als die Wiederansiedlung von Tieren in einem einst angestammten Lebensraum? Ich sehe eine realistische Chance, dass es gelingt.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 7.3.12 von Gabi Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/Vom-Wisent-zum-Auerhuhn;art96088,3711186