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15.03.2012 07:55 Alter: 5 yrs

Relikt der Schradeneiche soll erhalten bleiben


Petra Wießner von der Naturwacht des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft neben der ausgebrannten Eiche.

Schraden. Die ausgebrannte Schradeneiche westlich des namensgebenden Dorfes soll erhalten werden. Allerdings steht noch nicht fest, ob der Baum das Flammeninferno vom Mai 2011 endgültig überlebt hat .

Einen traurigen Anblick bietet die Schradeneiche in diesen Märztagen. Schwarz ragt die Brandruine in den grauen Himmel. Seit dem vergangenen Mai ist das einstmals stolze Gehölz nur noch ein Relikt. Ob noch Leben im nach wie vor mächtig-imposanten Stamm steckt, vermögen derzeit selbst die Fachleute nicht mit Sicherheit zu sagen. "Prognosen hierzu sind nicht möglich und verfrüht", begründet Thomas Spillmann-Freiwald von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Elbe-Elster-Kreises. Immerhin hatte selbst nach dem Brand ein Zweig an der Ostseite der Eiche gegrünt.

Trotz des immensen Schadens nach dem Feuer soll die Schradeneiche, deren Alter auf mindestens 450 Jahre geschätzt wird, bleiben. "Das Baumrelikt wird so erhalten, wie es nach dem Brand stehenblieb", kündigt Spillmann-Freiwald an. Der Landesbetrieb Forst habe den Bereich unter dem Gehölz gegenüber Betretungen weitestgehend abgesichert, um Unfallgefahren, beispielsweise durch abbrechende Äste, zu vermeiden.

Selbst die Brandruine habe für Touristen noch immer eine gewisse Anziehungskraft, sagt Cornelia Schladitz vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Es gebe Gäste, die sich extra nach solchen Methusalem-Bäumen erkunden. Ins gleiche Horn stößt Thomas Spillmann-Freiwald: "Ich denke schon, dass auch der ausgebrannte Torso der Schra den eiche immer noch beeindruckend anzusehen ist und deshalb von Touristen besucht wird."

In des gibt es über die Ursache des Brandes vom Mai 2011 keine neuen Erkenntnisse. Eine Anzeige wegen Brandstiftung habe die UNB nicht gestellt. "Es gab keine eindeutigen Hinweise auf Brandstiftung, ohne dass diese jedoch als Ursache ausgeschlossen werden kann. Nach den Löscharbeiten waren keinerlei brauchbare Spuren mehr auffindbar", ist aus der Behörde zu erfahren. Nicht zuletzt seien auch aus der Bevölkerung keine entsprechenden Hinweise eingegangen. Möglicherweise sei der Baum bereits Tage vorher durch Blitzschlag entzündet worden. So hätten die Forstbeamten Anfang Mai in der Gegend ein leichtes Gewitter registrier t.

Auch von anderer Stelle sind keine Anzeigen wegen Brandstiftung an der Schradeneiche eingegangen. Das bestätigt Lutz Miersch von der Polizeidirektion Süd in Cottbus. Im vergangenen Jahr hätten die Beamten im Elbe-Elster-Kreis aber vier Anzeigen wegen Gehölzbränden aufgenommen. So habe es Feuer an einer Birke zwischen Eichholz und Drößig, in einer Gartenanlage in Rückersdorf, an den Straßenbäumen an der B 169 zwischen Plessa und Lauchhammer sowie in einem hohlen Baumstamm auf dem Elsterwerdaer Reißdamm gegeben.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 15.03.12 von Torsten Richter

http://www.lr-online.de/regionen/herzberg/Relikt-der-Schradeneiche-soll-erhalten-werden;art1056,3722420