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03.04.2012 15:55 Alter: 5 yrs

BEI UNS ZU HAUSE - Blick in den Loben / Radtour - Trittsteine der Bergbaugeschichte


Blick in den Loben

"Der Loben" ist ein Schatzkästchen der besonderen Art. Jahrhunderte lang wurde er las Rohstofflieferant von Ton und Torf genutzt. Bis zu zwei Meter mächtige Torfflöze liegen im Zentrum des Moores. Seit 1981 steht das Gebiet unter Naturschutz.

Die heute geschützte, etwa 1670 Hektar sind mit die wertvollsten Landschaften im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Bedrohte Tierarten wie Rotbauchunke, Laubfrosch, Kreuzotter, Baumfalkeund eine Vielzahl auf Moorgewässer angewiesene Libellenarten finden hier ihren Lebensraum.Im Herbst ist "Der Loben" ein wichtiger Rastplatz des Kranichs. Auch die Spezialisten unter den Pflanzenarten wie zum Beispiel Sonnentau, Wollgras, Glockenheide und Moosbeere haben hier optimale Lebensbedingungen.Der neu errichtete Aussichtsturm gewährt einen Einblick in diese immer seltener werdende Welt des Moores. Geheimnisvoll und unheimlich, so haben unsere Vorfahren die Moore empfunden, stand man hier doch stets auf unsicherem, trügerischem Boden. Kein Wunder, dass sich besonders um Moore viele Sagen und Legenden ranken. Die Gefahren des Moores spiegeln sich auch in der Sage vom Lobenhirten wider: Er soll auf seiner Flöte gespielt haben, wenn sich ein Fuhrwerk dem Moor näherte. Doch sein Spiel hörten nur die Sonntagskinder, die er damit auch vorm Versinken rettete. Auch von versunkenen Wirtschaften und ganzen Ortschaften erzählen Sagen immer wieder. In diesem Fall soll es die "Lobenburg" gewesen sein, die einst im Moor versunken ist.

Ganz anders stellt sich ein Moor für spezialisierte  Tier- und Pflanzenarten dar. "Der Loben" ist im Gegensatz zu anderen Mooren in Brandenburg noch weitestgehend intakt. Das Vorkommen von Wollgras, Wasserschlauch oder Sonnentau verdeutlichen dies. Moore können große Mengen Wasser aufnehmen und in Trockenzeiten langsam wieder an ihre Umgebung abgeben. Sie sind unverzichtbar für den regionalen Wasserhaushalt und bestimmen das regionale Klima entscheident mit. Auch störungsempfindliche Tiere finden hier einen Rückzugsort. So möchte der Kranich während der Brut nicht gestört werden. Sein Nest im Flachwasser des Moores ist vor Füchsen sicher. Auch Kreuzottern lieben das Moor. Im Gegensatz zu anderen heimischen Reptilienarten schlüpfen junge Kreuzottern schon im Mutterleib aus ihren Eiern, so dass Kreuzottern lebende Junge zu Welt bringen. Dennoch hat der Loben mit ganz speziellen Problemen zu kämpfen. Entwässerung durch Landwirtschaft und Bergbau haben in den letzten Jahrzenten das Gebiet von einer ständigen Wasserzufuhr abgeschnitten. Um die Verlandung zu stoppen, wurden in den angrenzenden Gräben Staue errichtet, Gräben verfüllt oder die Grabensohlen angehoben. Der Erfolg ist zu spüren, im Frühjahr steht das Wasser jetzt wesentlich länger auf den Flächen des Lobens als zuvor.

Seit 2008 gewährt ein neu errichteter Aussichtsturm einen Blick auf die wertvollen Moorflächen. Bleibt zu hoffen, dass dieser, wenn auch kleineEinblick in die Welt von Sumpfporst, Sonnentau, Laubfrosch und Habicht auch auf die Dauer erhalten bleibt.

Radtour - Trittsteine der Bergbaugeschichte

Die Eismassen der Saaleeiszeit haben durch ihr Kommen und Gehen den Süden von Brandenburg geformt. Kaum weniger gewaltig war der zweite Landschaftsgestalter der Region - der großflächige Braunkohleabbau. Er schuf Kulturlandschaften von teilweise bizarrem Aussehen. Die Spuren sind im Naturpark überall zu finden. Kleinere und größere Wasserflächen, Bruchfelder und steppenartige Landschaften zeugen davon. Insgesamt waren heir mehr als 40 Gruben bergantklich registriert, sieben Brikettfabriken produzierten den begehrten Brennstoff. Die Hinterlassenschaften des Braunkohlenabbaus bieten neu Chancen für Mensch und Natur. Die stillgelegten Gruben, die Teiche und Seen haben sich inzwischen zu Naherholungsgebieten oder zu wertvollen Refugien für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Auf einer Radtour rund um Doberlug-Kirchhain weisen Findlingen mit dem Schriftzug "Trittsteine der Bergbaugeschichte" und Informationstafeln an den einzelnen Stationen  auf die Bergbaugeschichte des jeweiligen Ortes hin. Am Wege sind Sehenswürdigkeiten wie das Weißgerbermuseum in Doberlug-Kirchhain, ein ehemaliger  Steinkohleerkundungsschacht, die Klosterkircheund das Schloss in Doberlug, der Hammerteich und die Kirche sowie die Blockhäuser in Fischwasser zu besichtigen. In Fischwasser erinnert nur noch ein Gewässer an den alten Steinbruch. Eine Sage erzählt von einem armen Hirten, der im Wald eine sonderbare blaue Blume gefunden haben soll. Sie hatte ihm viel Glück und Reichtum gebracht. Nicht verwunderlich, dass sich auch die Bewohner in Fischwasser eine solche blauch Blume wünschten. Sie suchten im Wald, gruben nach ihr - und trugen dabei der Sage nach den ganzen Felsen ab.

Diesen Überblick verdanken wir den Mitarbeitern der Naturparkverwaltung in Bad Liebenwerda, Tel. 035341/6150. Ansprechpartner ist das Besucherinformationszentrum unter 035341/471594.

Mehr Informationen im Internet: www.naturpark-niederlausitzer-heidelandschaft.brandenburg.de

 

Auszug aus der Wochenendbeilage der LR vom 31.3./ 1.4.12