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< "Apfel macht Schule"
08.05.2012 14:51 Alter: 5 yrs

"Wimpelketten" fürs Auerhuhn

Tiere sollen durch bewegliche Lappen an Wildschutzzäunen gewarnt werden


Revierförster Rajko Schröter (l.) und Roland Kretzschmar, der die "Wimpelketten" an den Wildschutzzäunen anbringt. Foto: gb

Hohenleipisch Die Ankunft der ersten 30 Auerhühner in der Liebenwerdaer Heide rückt näher. Mit Vorbereitungen ist dieser Tage auch Forstwirt Roland Kretzschmar im Naturschutzgebiet Loben betraut. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Er versieht die Wildschutzzäune mit Bändern, an denen schmale, rechteckige Lappen in dezentem Grau, Braun und Grün im Winde wehen. Diese an Wimpelketten erinnernden sogenannten Verblendungen sollen die Tiere davor schützen, sich beim Anflug in den Zäunen zu verfangen. Obwohl das Gebiet an der Heubrücke bei Hohenleipisch nicht zum Kerngebiet gehört, in dem die Tiere ausgesetzt werden sollen, ist mit Erkundungsflügen der Vögel in einem Umkreis von 10 bis 15 Kilometern zu rechnen, erklärt Revierförster Rajko Schröter. Deshalb werden jetzt auf gut fünf Kilometern Länge die Wildschutzzäune mit den Warnsignalen versehen. Insgesamt geschieht das an Zäunen von rund 27 Kilometern Länge. Den Tieren soll das Eingewöhnen in der neuen Heimat nicht unnötig erschwert oder gar zum Verhängnis werden. "Das ist eine sehr spannende Sache, die Tiere hier wieder anzusiedeln", sagt Rajko Schröter. Er begrüße den Versuch sehr. Roland Kretzschmar nickt zustimmend. "Ich habe in der 70er-Jahren bei Theisa ein Auerhuhn gesehen. Sehr imposant", fügt er hinzu. Dass die Tiere sich zu Orientierungsflügen in die Umgebung aufmachen, sei gut nachzuvollziehen, bemerkt Rajko Schröter. "Das ist wie beim Menschen, der sich auch umsieht und fragt: Wo ist das Büfett?"

Was die Wildschutzzäune angehe, so sollen sie nach dem Jahr 2015 abgebaut werden. Doch im Moment zwinge der Wildbestand noch dazu, den Aufwuchs von Eichen, Rotbuchen und vereinzelt Linden zu schützen, erklärt der Revierförster.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 5./6.5.12 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Wimpelketten-fuers-Auerhuhn;art1059,3782382,B::pic78800,2337091