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11.05.2012 10:03 Alter: 5 yrs

Klare Worte zur Biosphäre bisher Fehlanzeige

Akteure enttäuscht über schleppenden Prozess der Entscheidungsfindung im Land


Werenzhain Im September vorigen Jahres haben die Kuratorien der Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken mit überzeugender Mehrheit einen Zukunftskurs abgesteckt. Ziel ist ein gemeinsames Biosphärenreservat Niederlausitz. Trotz offizieller Unterstützungszusage für die Idee durch Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Die Linke) mahlen aus der Sicht der regionalen Akteure die Mühlen in Potsdam zu langsam. </header><//header>

Mit langen Gesichtern ließ Referatsleiterin Corinna Fittkow vom Brandenburger Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz am Mittwoch die Mitglieder der Kuratorien der Naturparks Niederlausitzer Landrücken und Niederlausitzer Heidelandschaft bei ihrer gemeinsamen Tagung in Werenzhain zurück. Viele Worte und wenig Handfestes aus Richtung Land zum angestrebten gemeinsamen Biosphärenreservat im Süden Brandenburgs.

Manfred Drews, Vorsitzender des Kuratoriums in der Niederlausitzer Heidelandschaft, konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. "Meine Erwartungshaltung ging eigentlich in die Richtung, dass wir nach mehr als sieben Monaten einen deutlichen Schritt weiter sind", so Drews. Für Landrat Christian Jaschinski (CDU), der gleichzeitig als Vorsitzender des Fördervereins des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft agiert, geht es ebenfalls zu schleppend voran. Seit der gemeinsamen Kuratoriumssitzung am 7. September vorigen Jahres in Luckau, auf der das Ziel eines gemeinsamen Biosphärenreservates Niederlausitz mit großer Mehrheit in die Öffentlichkeit entlassen wurde, hatten die Akteure vor Ort einen umfangreichen Fragenkatalog ebenso umfangreich beantwortet und durch externe Stellungnahmen angereichert. Bereits im Februar lag dieser wieder in Potsdam vor. "Es gibt außerdem eine klare Stellungnahme der Landräte", erinnert der Landrat. Corinna Fittkow sucht nach diplomatischen Worten, den Stand der Dinge zu beschreiben. Es seien noch viele Fragen offen, der Diskussionsprozess sei im Gange, die Idee sei im Zusammenhang mit der Landesentwicklung zu betrachten, so die Referatsleiterin.

Nach dem beantworteten Fragenkatalog ist der Ball nunmehr in die Region zurückgerollt worden. Auf weitere Fragen müsse es Antworten geben. "Kein Problem", so Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung. Die Akteure in der Niederlausitz wollen sich auf keinen Fall entmutigen lassen. Jetzt müssen Flächenberechnungen neu vorgenommen werden, die die Bergbaufolgelandschaften nicht in die Betrachtung einbeziehen. Das wundert vor Ort, denn gerade die Bergbaufolgeflächen werden hier als ein Alleinstellungsmerkmal betrachtet, das beide Naturparks verbindet. Doch auch ohne diese Flächen zu berücksichtigen, zeigen sich Verfechter der Idee überzeugt davon, dass in den Naturparks die Potenzen für ein Biosphärenreservat stecken.

Naturparkchef Lars Thielemann liegt parallel zu allen weiteren Berechnungen und Faktensammlungen ein anderes Anliegen am Herzen. Man wolle sich in dem jüngsten im Lande entstandenen Biosphärenreservat Schwäbische Alb, das ebenfalls in einem Prozess "von unten" initiiert worden sei, umtun und Erfahrungen nutzen. Manfred Drews formulierte seine an das Land gerichtete Erwartung mit Nachdruck: "Vor der Sommerpause erwarten wir ein deutliches Signal, ob wir die Sache in Angriff nehmen können." Und er sprach den Wunsch aus, dass man mit offenen Karten spiele.

 

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 11.5.12 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/herzberg/Klare-Worte-zur-Biosphaere-bisher-Fehlanzeige;art1056,3792157