Drucken zoom
< Im Naturparadies Grünhaus auf der Spur von Seeadler und Wiedehopf
29.05.2012 08:58 Alter: 5 yrs

Auerhühner in freier Wildbahn gesichtet

Christoph Mertzig: "Das war ein sehr schönes Erlebnis" / Appell an alle: Tiere in Orientierungsphase in Ruhe lassen


Uwe Lindner ortet eines der freigelassenen Tiere ...

Bad Liebenwerda Die ersten drei Auerhühner sind in ihrer neuen Heimat in der Liebenwerdaer Heide gesichtet worden. Am Dienstag, kurz nach 7 Uhr, zeigte sich Christoph Mertzig, Leiter der Landeswaldoberförsterei Doberlug, eine der Damen am Wegesrand in einem Waldstück bei Schadewitz. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption>

"Ich wollte gern noch ein wenig näher an sie heran, um den Ring zu erkennen. Aber sie wollte das offenbar nicht und flog weg", so Mertzig. "Ich habe mich jedenfalls gefreut, das Tier zu sehen. Das war ein sehr schönes Erlebnis", bekundet der Forstmann, der seit Langem in der Arbeitsgruppe Auerhuhn mitarbeitet. Doch die Freude sei gepaart gewesen mit besorgten Überlegungen. In dieser Entfernung und Richtung vom Ort des Aussetzens seien die Forstschutzzäune nicht verblendet worden. Es sei zu überlegen, ob das nachgeholt werden müsse.

Eine gute Woche ist vergangen, seit die letzten der aus Schweden in die Niederlausitz geholten Auerhühner im Naturschutzgebiet Forsthaus Prösa ausgesetzt wurden. Von sechs Tieren gibt es bislang Daten über deren Aufenthalt. Zwei der georteten Tiere befinden sich in einem relativ stabilen, kleinen Raum. Die anderen bewegen sich eher unstet über größere Distanzen. Ein Signal gab es sogar aus Theisa.

Auerhuhn-Projektleiter Uwe Lindner und nicht minder der Leiter der Naturparkverwaltung, Lars Thielemann, sind heiß auf die ersten Daten der Tiere. Sie bekamen weitere zwei von ihnen zu Gesicht. Doch seit der aufwendigen Fang- und Übersiedlungsaktion und des Trubels rund um das Entlassungsfinale am vorigen Freitag gab es erst einmal jede Menge Formalitäten zu erledigen. "In den kommenden Wochen beginnen die systematischen Datenerhebungen", so Lars Thielemann. 18 von insgesamt 26 Tieren tragen einen Sender. Das eine, in der Station Oppelhain betreute erkrankte Tier, wird zunächst weiter dort bleiben. "Es bringt uns nichts, wenn ein geschwächtes Tier vom Fuchs geholt wird", so Thielemann. Dass nicht alle Hennen mit einem Gerät ausgestattet wurden, sei nach den Voraussetzungen der Tiere entschieden worden. Bisher funktioniere die Technik.

Mit einem Appell wenden sich Thielemann und Lindner an die Pfingstausflügler: In der sensiblen Etablierungsphase der Tiere in ihrem neuen Umfeld solle man ihnen die notwendige Ruhe lassen, ihnen auf keinen Fall nachstellen. Sollten Tiere gesichtet werden, würden Angaben zum Ort sehr willkommen sein. "Ein Foto-Beweis wäre top", so Lars Thielemann.

Für Ende November wird eine erste Zwischenbilanz des Ansiedlungsprojektes ins Auge gefasst. Vorher werde man alles daran setzen, gemeinsam mit den schwedischen Partnern auch Hähne zu fangen und in die Niederlausitz zu holen. Gestern endete die Bewerbungsfrist für einen Mitarbeiter, der Projektleiter Jens Lindner in den nächsten Jahren zur Seite stehen soll.

Auerhuhn-Telefon:

0172 7311418.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 26. bis 28.5.12 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/herzberg/Auerhuehner-in-freier-Wildbahn-gesichtet;art1056,3810780