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19.06.2012 10:46 Alter: 5 yrs

Wo Dampf zischt und Dengeln der Sensen tönt

Domsdorf ist mit seiner Brikettfabrik "Louise" am Tag des Bergmannes Gastgeber des diesjährigen Naturparkfestes


Wolfram Dittrich. Archiv: vrs1

Domsdorf "Wir fühlen uns sehr wohl im Naturpark", sagt Wolfram Dittrich, Ortsvorsteher der aktuellen Naturparkgemeinde Domsdorf. So wohl, dass sich der Uebigau-Wahrenbrücker Ortsteil in diesem Jahr gleich noch einmal um den Titel bewirbt. Jetzt richtet er aber erst einmal das diesjährige Naturparkfest aus. Am 1. Juli ist es soweit.

Das Zusammenspiel aus Kultur, Tradition und Energie hatte im vergangenen Jahr die Jury von Domsdorf überzeugt. Und somit stand von Anfang an fest: Gefeiert wird in der Brikettfabrik "Louise", die all diese Kriterien vereint. Als Gastgeber will die 374-Seelen-Gemeinde aber nicht nur mit dem Technischen Denkmal trumpfen. Die Menschen und die Vereine des Dorfes wollen das Fest zum Anziehungspunkt für viele Besucher machen. "Die Auszeichnung hat die Leute im Ort angespornt", spürt Wolfram Dittrich, der als Ortsvorsteher gemeinsam mit Mechthild Passek von der "Louise" und Cordula Schladitz vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft die organisatorischen Fäden in den Händen hält.

Die Liste der Akteure ist lang – und darauf ist Dittrich sehr stolz. Den Auftakt wird der Männerchor "Concordia" Domsdorf-Tröbitz unter der Leitung von Hermann Zerchel übernehmen. Er schmettert das zum Bergmannstag vor einem Jahr uraufgeführte "Louise"-Lied, das aus der Feder von Jürgen Bartholomäus stammt und von Renate Dittrich vertont wurde. Ihr Frauenchor Domsdorf, der ebenso zur "Concordia"-Sängervereinigung gehört, wird später die Auszeichnung der Naturparkgemeinde 2012 musikalisch umrahmen.

Für Technikinteressierte

Der Freundeskreis Technisches Denkmal Brikettfabrik "Louise" richtet den Dampftag aus, bei dem Technikinteressierte bei Führungen durchs Werk, beim Besuch der Transmissionswerkstatt und beim Betrieb der mit Dampf in Gang gesetzten Brikettpressen auf ihre Kosten kommen dürften. Das Thema "Erneuerbare Energien", das am alten Fabrikstandort großgeschrieben wird, greift eine Ausstellung auf.

Feuerwehr und Jugendklub kümmern sich um die Versorgung der Gäste mit Getränken und Gegrilltem. Die vier Jagdpächter Alexander Sorgalla aus Zobersdorf, Andreas Lieske und Peter Höhne aus Domsdorf sowie Ortwin von Riesen aus Rothstein wollen einen Jagdwagen gestalten. "Sie werden Trophäen zeigen und auch Interessantes für Kinder bieten", erzählt Dittrich. Für den guten Ton beim Fest sorgt der gebürtige Wildgruber Torsten Schur. Der Tontechniker ist Sohn eines Männerchorsängers.

Ebenfalls beim Markttreiben werden Besucher auf Mitwirkender aus der Naturparkgemeinde und umliegenden Orten treffen. "Natürlich ist unser Sensen- und Dengelmann Horst Stößer mit dabei", sagt Dittrich. Der 76-Jährige, der schon an zahlreichen Meisterschaften teilgenommen hat und auf einen zweiten Platz beim Sensenmarathon verweisen kann, wird sein Handwerk den Besuchern vorführen. Außerdem zeigt der Domsdorfer einige Stücke seiner umfangreichen Sensensammlung. Geht es um Wild, ist Frank Wünsche aus Wildgrube der richtige Ansprechpartner. An seinem Stand bietet er auch kulinarischen Genuss. Bei der Arbeit auf die Finger schauen können die Festbesucher Schuster Horst Müller aus Tröbitz und dem Schönborner Korbflechter Heinz Richter.

Mit flottem Mundwerk

Die Tanzflöhe aus Wildgrube werden auftreten. Der Wahrenbrücker Heimatverein zeigt einen Bändertanz. Aus der Naturparkgemeinde 2010, Hohenleipisch, werden die beiden Originale Grete und Erna erwartet, die mit ihrem Mundwerk immer wieder den Nerv ihrer Zuhörer treffen. Wolfram Dittrich lässt es sich nicht nehmen, die schönsten Ergebnisse seines langjährigen Hobbys zu präsentieren. In einer Vitrine wird er einige besonders aufwendige Sternenschnitt-Unikate zeigen. Um die 600 Sterne hat er gebastelt – aus Pergamentpapier, später aus farbiger Folie. Bei einer anderen kleinen Ausstellung kann ein Blick in die Geschichte der Sängervereinigung "Concordia", dessen Vorsitzender Dittrich ebenfalls ist, gewagt werden. Unterschiedliche Chorkleidung wird gezeigt. Dazu zählt die erste originale Volkstanztracht des ehemaligen Kulturensembles Domsdorf. Angefertigt wurde sie von Elfriede Schulze, Gattin des ehemaligen Ensembleleiters Hansgeorg Schulze.

Einen Blick in die Fotoausstellung empfiehlt Dittrich außerdem. Dabei zeigen auch drei Domsdorfer – Ralf Assel, Jürgen Ruh und Wolfram Dittrich – wie schön der Naturpark ist.

Zum Thema:
Das Naturparkfest findet am 1. Juli im Technischen Denkmal Brikettfabrik "Louise" in Domsdorf statt, das mit dem Dampftag zum Tag des Bergmannes verbunden ist. Der Männerchor "Concordia" eröffnet es um 10 Uhr. Die Wildgruber Heidemusikanten spielen zum Frühschoppen auf. Um 13 Uhr beginnt das Naturparkprogramm, bei dem die neue Naturparkgemeinde ausgezeichnet wird. Ab 15 Uhr tritt die Bigband Bad Liebenwerda auf, ab 17 Uhr der Singkreis Lausitz. Ganztägig werden Fabrikführungen angeboten, Ausstellungen präsentiert und es findet ein Regionalmarkt statt. Ab 12 Uhr laufen die alten Brikettpressen.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 19.06.12 von Frau Posern

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Wo-Dampf-zischt-und-Dengeln-der-Sensen-toent;art1059,3838361