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< Drei Landräte halten an der Vision vom Biosphärenreservat fest
16.08.2012 07:58 Alter: 5 yrs

Vom "Land der Äpfel" auf die Streuobstwiese

Kaukasische Jugendliche aus Adygea für zwei Wochen im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zu Gast


Derzeit sind 14 Studenten aus Adygea zu Gast im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Dieser Tage schwitzten sie bei der Arbeit auf einer Streuobstwiese in Doberlug-Kirchhain. Foto: Heike Lehmann

Doberlug-Kirchhain Adygea ist eine kleine autonome Republik im südlichen Teil Russlands. Während 14 Jugendliche aus der Kaukasusregion zwei Wochen lang den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft kennenlernen, ist eine Gruppe deutscher Jugendlicher in dieser Woche aus Adygea heimgekehrt. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Die Sonne will an diesem einen Tag nachholen, was sie den Sommer bislang zurückgehalten hat. Auf der Streuobstwiese an der Waldhufenstraße in Doberlug-Kirchhain versuchen sich 14 junge Leute aus Adygea gegen ihre kräftigen Strahlen zu schützen. Die knorrigen Süßkirschbäume spenden nur wenig Schatten. Beim Harken des trockenen Grases steigt eine Staubwolke auf. "Diese Arbeit erscheint manchen etwas eintönig, aber in der Gruppe macht sie Freude und man spürt ihren Nutzen", sagt Lisa. Die 21-Jährige studiert Deutsch an der Universität in Maikop, der Hauptstadt von Adygea. Als sie das verrät, schaut sie etwas beschämt zur Seite, weil sie ihre Gedanken von Ludmila, einer Deutschdozentin, übersetzen lässt.

Umweltvereine auf beiden Seiten

Seit einer knappen Woche erkunden die 18- bis 25-Jährigen schon den Elbe-Elster-Kreis. Den gegenseitigen Jugendaustausch organisieren der Brandenburger Verein Umwelt und Bildung auf der deutschen und die Naturschutzorganisation Ökonom auf russischer Seite. Der Naturpark ist Partner vor Ort. Von der Touristenstation Kraupa aus erkunden die Gäste die Gegend, insbesondere den Naturpark, fahren bis Dresden, waren aber auch beim Graun-Konzert in Wahrenbrück und nutzen die warmen Tage, um sich im Waldbad Zeischa zu erfrischen.

"Dass sie heute auch mal richtig arbeiten müssen, gehört zum Programm", erklärt Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung. Die Streuobstwiese in Doberlug-Kirchhain liegt ihm am Herzen. "Und das Arbeitsfeld passt zu Adygea, denn das heißt übersetzt ,Land der Äpfel'", erklärt er. Außerdem lernt sich die Gruppe bei der gemeinsamen Arbeit schneller kennen.

Obstbau ist auch in Adygea ein Thema, weiß Thielemann, der Mitglied im Verein Umwelt und Bildung ist und selbst schon in Adygea war. "Dort ist ein Problem, dass viele Streuobstwiesen zuwachsen, weil sich keiner mehr kümmert", sagt er.

Ökologische Aufklärung sei ein Anliegen der Naturschutzorganisation Ökonom. Jugendliche und Studenten verschiedener Unis, aber auch Wissenschaftler sind Mitglied, sagt Ludmila. "Wir haben beispielsweise 13 Hektar Wald wieder aufgeforstet, erfolgreich gegen Atomkraftwerke in der Erdbebenzone protestiert und gemeinsam einmalige Baumarten in der Pufferzone eines Biosphärenreservates verteidigt. Heute gilt das Gebiet als Naturpark", zählt Ludmila auf. Mit ihrem Aufenthalt in Deutschland erhoffen sich die Gäste weitere Anregungen auf dem Gebiet des Naturschutzes.

Interessante Landeskunde

Die jungen Gäste saugen deshalb alle Informationen auf. Alexander, ein 21-jähriger künftiger Bauingenieur, fand die Fakten über die Landeskunde, die ihnen im Naturparkhaus in Bad Liebenwerda nähergebracht wurden, besonders interessant.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 16.08.12 von Fr. Lehmann

http://www.lr-online.de/regionen/finsterwalde/Vom-Land-der-Aepfel-auf-die-Streuobstwiese;art1057,3909095