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< Arbeit des Naturparks im Fokus der Universität Greifswald
22.08.2012 07:40 Alter: 5 yrs

"Die Heide wird erhalten bleiben"

Bundesstiftung Umwelt sieht sich in Elbe-Elster im "selbst gesteckten Soll" / 2013 beginnt Kartierung


Während des Heidetages beim Lobenburgfest wird die Heide, hier zwischen Hohenleipisch und Friedersdorf, in jedem Jahr ins Rampenlicht gerückt und zieht besonders viele Naturfreunde an. In diesem Jahr werden das Lobenburgfest und der 8. Heidetag am 1. und 2. September gefeiert, die Heiderallye startet am 1. September um 9 Uhr. Archivfoto: Veit Rösler / vrs1

Bad Liebenwerda / Osnabrück Vor nunmehr vier Jahren sind die Naturschutzgebiete Weißhaus und Forsthaus Prösa im Landkreis Elbe-Elster an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt übergeben worden. Doch anders als häufig beim Wechsel eines privaten Grundstückseigentümers, zeigen sich hier bislang kaum spektakuläre Veränderungen. Die Stiftung drängt es offenbar auch nicht zum öffentlichen Paukenschlag. Im kommenden Jahr soll mit der Kartierung von Weißhaus begonnen werden. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption>

Trotz des bisherigen Stillstandes, wie er sich auf den ersten Blick aus Elbe-Elster-Sicht darstellt, erklärt Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der Stiftung: "Wir sehen uns im selbst gesteckten Soll. Die Flächen entwickeln sich sehr gut." Immerhin habe man seinerzeit 33 Flächen mit mehr als 10 000 Flurstücken im gesamten Bundesgebiet übernommen. Bevor diese im Grundbuch eingetragen waren, verging eine Zeit. "Das war eine Herkulesaufgabe", so Wahmhoff. Für Prösa sei dieser Akt im vorigen und für Weißhaus erst Anfang dieses Jahres vollzogen worden.

Pläne für Entwicklung

Nachdem man nun tatsächlich im Besitz der Flächen sei, sollen innerhalb von vier Jahren Entwicklungspläne erarbeitet und danach gezielt gehandelt werden. Auf 22 der 33 Flächen sei das inzwischen geschehen oder im Gange. Die Flächen in Elbe-Elster gehören allerdings nicht dazu. Was wiederum auch sage: Hier bestehe nicht der höchste Handlungsbedarf. Inzwischen habe die Bundesstiftung weitere 17 Flächen vom Bund übernommen. Im Jahr 2014 soll mit der Arbeit an allen Entwicklungsplänen begonnen worden sein.

Werner Wahmhoff erklärt den zu bewältigenden Aufwand: 30 Kartierer seien im Land unterwegs, um ein genaues Bild von den Flächen zu erstellen. Biotoptypen und viele weitere Details seien zu erfassen. Mit dem Blick auf das Naturschutzgebiet Forsthaus Prösa erklärt Wahmhoff: "Hier haben wir ja schon vor der Übernahme der Flächen das Heideprojekt bewilligt – auch ohne Generalplan. Offenlandflächen sind kartiert worden." Bei diesem Projekt geht es bekanntlich darum, das Zuwachsen der Heide durch kontinuierliche Maßnahmen zu verhindern. Befürchtungen, versiegende Finanzierungsquellen könnten das Vorhaben gefährden, kontert Wahmhoff: "Die Heide wird erhalten bleiben. Maßnahmen, die in unseren Plänen stehen, werden wir auch umsetzen."

Waldumbau unspektakulär

Im Übrigen vollziehe sich ein Umbau von Waldflächen zu naturnahen Wäldern unspektakulär. "Und das soll auch so sein, denn Natur entwickelt sich kontinuierlich", so Wahmhoff. Für die Entwicklung der Flächen Forthaus Prösa und Weißhaus gebe es bereits Leitbilder.

Unter der vorrangigen Aufgabe des Naturschutzes verfolgt die DBU Naturerbe GmbH zwei wesentliche Strategien:

Offenlandlebensräume, die durch menschliche Tätigkeiten teilweise über viele Jahrhunderte entstanden sind und heute einen wertvollen Lebensraum für bedrohte Arten darstellen, werden erhalten und gepflegt. Zur Pflege werden beispielsweise Weidetiere wie Schafe und Ziegen, aber auch Rinder, Koniks oder Wasserbüffel eingesetzt. Auch Mähen und gezieltes Brennen ermöglicht langfristige Offenhaltung.

Die Waldflächen sollen sich, sofern das nicht schon der Fall ist, zu naturnahen Wäldern entwicklen. Dies wird gefördert, indem standortfremde Baumarten entnommen werden und die natürliche Verjüngung des Waldes gefördert wird.

Zum Thema:
Insgesamt 46 000 Hektar wertvoller Naturflächen sind im Mai 2008 aus dem Bundeseigentum an die Länder und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergeben worden. In Brandenburg gehören vier ehemalige NVA-Truppenübungsplätze mit 10 500 Hektar Fläche dazu, zwei davon im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Als Nationales Naturerbe eingeordnet sind die Flächen Weißhaus mit 1263 Hektar und Forsthaus Prösa mit 3325 Hektar. Im Mai 2006 hatten Bundesumwelt- und Bundesfinanzministerium vereinbart, dass bis zu 125 000 Hektar Land dauerhaft für den Naturschutz gesichert und den Ländern wie auch der DBU übertragen werden sollen.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 22.8.12 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Die-Heide-wird-erhalten-bleiben;art1059,3915522