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02.10.2012 07:49 Alter: 4 yrs

Apfelberge und Menschentrauben

18. Niederlausitzer Apfeltag im Pomologischen Schau- und Lehrgarten in Döllingen


Oben, unten, rechts, links: üeberall Äpfel. Blütenkönigin Kelly Leßmann, die alte und neue Äppelmoid Jana Reichel sowie Leppsch und Deppsch hatten das Thema des Tages im Griff. Foto: Veit Rösler

Döllingen Satt, gut gelaunt und sogar etwas gebräunt, so haben die vielen hundert Gäste am Sonntagabend den 18. Niederlausitzer Apfeltag in Döllingen verlassen. Bei optimalen Witterungsbedingungen, "Besser geht es ja nun mal nicht", so Frank Deutscher aus Dresden, konnten sich die Besucher ganz den kulinarischen Genüssen und der Kultur hingeben. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Mit insgesamt 62 Stationen im Pomogarten und vor dessen Toren hatten die Angereisten jede Menge zu tun, wenn sie denn nur wollten oder sofern sie durchhielten. "Es war gigantisch", sagte Apfeltag-Cheforganisatorin Andrea Opitz vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. "Es sind schon wieder mehr Besucher und sie reisen von immer weiter an. Wir hatten Berliner und Wittenberger und Dresdener", sagte sie am Nachmittag, ohne schon genaue Zahlen nennen zu können.

Auf genaue Zahlen konnten auch Baumschnittfachfrau Urte Delft sowie Pomologe und Apfelpapst Dr. Werner Schuricht aus Thüringen nicht zurück greifen. "Es waren unendlich viele", ist sich die Diplom-Ingenieurin für Landschaftsnutzung und Naturschutz Urte Delft aus Eberswalde sicher. Bis tief in die deutsche und sogar europäische Geschichte, bis hin zur Kaiserzeit, geadelten Äpfeln und Birnen mit Kriegsschäden musste sich Dr. Werner Schuricht bei seiner Obstsortenbestimmung bewegen. "Ich hatte 150 Formulare ausgedruckt. Die haben bei weitem nicht gereicht. Wir haben dann viele Sorten auf der Rückseite verankern müssen", versuchte Cordula Schladitz die mehrere Stunden lang anhaltenden langen Schlangen am Stand der Obstsortenbestimmung auf eine Zahl zu reduzieren.

"Ich habe lange nicht so gelacht", "Genial", und "Zugabe", diese Rufe waren aus einer mächtigen Menschentraube zu hören, die sich am späten Nachmittag um eine Freilichtbühne gebildet hatte. Hier sorgten Deppsch & Leppsch mit ihrer "Musik für Feinschmecker" für ausgelassene Stimmung. Mit amerikanischen und russischen Stücken aus der Zeit der Stalinorgel, mit Weisen vom Schöwel Frank, mit dem man laut Leppsch im nahen Plessaer Kulturhaus bereits zusammen gespielt hatte, und mit der Melodie der Lottozahlen, damit verwöhnten die Puppenspieler die Gehörgänge der Zuhörer. Nach den "Zugabe"-Rufen schaute Leppsch erst einmal theatralisch in den Geigenkasten, den man zur Spendensammlung ausgelegt hatte und der zum Programm gehörte. "Da war ja richtig Geld drin", staunte Puppenspieler Wolfgang Lasch alias Leppsch nach dem Auftritt.

Mit ihrem Auftritt haben Deppsch & Leppsch eine Brücke zwischen dem Apfeltag und dem Internationalen Puppenspielfestival geschlagen. "Ich habe sie bei der Grünen Woche in Berlin getroffen, sie sollten das Puppenspielfestival symbolisieren, sie sind einfach genial", begründet Andrea Opitz ihre Einladung an Puppenspieler Wolfgang Lasch aus Potsdam und seinen Kollegen Frank Deutscher aus Dresden.

Am frühen Nachmittag waren die noch amtierende 4. Äppelmoid Jana Reichel und die amtierende Blütenkönigin Kelly Leßmann mit einem Traktorkorso des Obst- und Gartenbauvereins Hohenleipisch auf das Festgelände gefahren worden.

Die Hohenleipischer Obstbauer hatten extra ihre betagten Traktoren mit Blumen und Früchten geschmückt und extra eine zweite Erntekrone geflochten. Nachdem eine erste Erntekrone bereits beim Feuerwehrfest vor dem Depot in Hohenleipisch aufgestellt worden ist, soll die neue Krone nach ihrem Einsatz beim Apfeltag den Altar der Hohenleipischer Kirche zum Erntedank zieren.

Zum Thema:
Diese Überraschung ist gelungen! Die 4. Äppelmoid (2010-2012) Jana Reichel wurde mit allen Ehrungen verabschiedet und wenige Minuten danach von Naturparkchef Lars Thielemann zur 5. Äppelmoid (2012-2014) gekrönt. "Frau Reichel hatte ihre Amtszeit wegen ihrer Babypause nicht voll nutzen können. Mit der doppelten Amtszeit wollen wir auch die Rolle der Mutter und deren wichtige Stellung in der Gesellschaft unterstreichen. Zu dem bringt Frau Reichel als Diplomingenieurin für Gartenbau die optimalsten Voraussetzungen für dieses Amt mit", begründet Naturparkchef Lars Thielemann den bisher einmaligen Schritt in der Naturparkgeschichte.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2.10.12 von Veit Rösler

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Apfelberge-und-Menschentrauben;art1059,3967504