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< Familienprogramm zur Apfelausstellung
08.10.2012 08:54 Alter: 4 yrs

Saftiges kalt gepresst aus Dobra

Tonnenweise Äpfel, Birnen und Quitten werden zurzeit in der Hofmosterei verarbeitet


Dobra Hochbetrieb herrscht gegenwärtig in der Dobraer Hofmosterei. Apfel- und Birnenbäume tragen in diesem Jahr reichlich Früchte. Wer diese selbst genießen möchte, bringt sie zum Entsaften. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

In kleinen Wannen, Säcken, Körben und Stiegen laden Gartenbesitzer gegenwärtig ihr Obst in der Hofmosterei, die vom Regionalen Strukturförderverein Wachstum Dobra betrieben wird, ab. Unmengen Früchte ? zurzeit in erster Linie Äpfel ? warten hier auf ihre Verarbeitung. Familie Basche aus Elsterwerda hat gerade drei Kisten mit Quitten abgeliefert. Frisch in Omas Garten gepflückt, sollen sie zu Saft verarbeitet werden. Der wird zum größten Teil pur genossen. Ein wenig Gelee, gemischt mit Apfelsaft, soll aber auch noch daraus gekocht werden.

Zuspruch über die Region hinaus

Wie die Elsterwerdaer sind viele Menschen aus der gesamten Elbe-Elster-Region, aber auch aus Sachsen und Berlin auf den Geschmack gekommen. Sie wollen das Obst aus ihrem Garten selbst genießen. In der Hofmosterei besteht die Möglichkeit, die gesunden Früchte in flüssiger Form auch für den Winter haltbar zu machen. Ohne Zusatz von Zucker, Wasser oder Konservierungsmitteln ? das verstehe sich von selbst, sagt Silvana Lehmann. Gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Klaus Richter leitet sie die Mosterei. Vereinsmitglieder und Saisonkräfte haben momentan alle Hände voll zu tun. Die Früchte werden mehrfach gewaschen und sortiert, gehäckselt, kalt gepresst und für die Haltbarmachung pasteurisiert.

Streuobstwiesen erhalten

Klaus Richters Verein habe es sich gemeinsam mit anderen Mitstreitern zur Aufgabe gemacht, die Streuobstwiesen in der Region zu erhalten. "Das gelingt nur, wenn die dort wachsenden Früchte auch abgenommen und verarbeitet werden", erklärt er. Mit der Hofmosterei, mit deren Aufbau er vor zwölf Jahren begann, setze der Verein dort an.

Die Saison beginnt im Frühjahr mit Erdbeeren und Rhabarber, setzt sich mit Johannisbeeren, Holunder, Blaubeeren, Aronia, Pflaumen und Äpfeln fort und läuft bis Mitte November, wenn die letzten Birnen und Quitten in die Presse gelangen. Die Kunden wissen die individuelle Verarbeitung zu schätzen. Sie können sicher sein, genau den Saft von ihren abgegebenen Früchten mit nach Hause nehmen zu können. Die Ausbeute aus etwa zehn Kilo Äpfeln seien mindestens sechs Liter Saft, sagt Silvana Lehmann. Im Schnitt erhalte der Kunde zwischen zehn und 20 Drei- oder Fünf-Liter-Beutel Most.

Momentan erfolgt die Anlieferung wochentags von morgens bis gegen 18 Uhr sowie am Wochenende. Mindestliefermengen gibt es nicht. Auch spezielle Wünsche werden erfüllt. Dazu gehören Frischsäfte für Weinliebhaber, die in Ballons künftige Gaumenfreuden ansetzen. Einige wollen sortenreinen Apfelsaft, andere schwören auf Rote Beete. Mit Tomaten und Möhren hat Richter auch schon experimentiert, doch an der Technologie ist noch zu feilen. Für die Zukunft kann er sich eine Erweiterung in diesem Bereich vorstellen.

Die Hofmosterei kauft darüber hinaus Äpfel von Obstanbauern der Region, zum Beispiel aus Zeckerin, zur Verarbeitung auf. Dieser Saft kann dann im Hofladen oder auch im Internet erworben werden. Stolz ist Silvana Lehmann auf die Biozertifizierung der Hofmosterei, sodass Bioobst vom Gut Besenborstel und dem Schradenhof aus Gröden verarbeitet werden kann.

Wie aus Äpfeln Saft entsteht, schauen sich gern auch Kindergartengruppen und Schulklassen an. Gern erklärt Silvana Lehmann den Kindern, wie das funktioniert. Einige Kitas haben schon in Dobra pressen lassen.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 6.10.12 von Frau Posern

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Saftiges-kalt-gepresst-aus-Dobra;art1059,3972254