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< 8. Naturschutztag in Maasdorf
29.10.2012 14:40 Alter: 4 yrs

Karpfenschmaus in neun Variationen

Naturpark initiiert regionale Kochwerkstatt im Finsterwalder Brauhaus


Sie hatten Spaß bei Ihrer Kochwerkstatt zu den Niederlausitzer Karpfenwochen: Ralf Haupt, Günter Jahn, Jens Uhlemann, Petra Wehle, Hanna und Martin Keil sowie Helmut Hummel (v.l.)

Finsterwalde Köche können von Köchen lernen. Und sie wollen das auch. Das hat am Donnerstagnachmittag eine Kochwerkstatt im Finsterwalder Brauhaus bewiesen. Die Teilnehmer haben Karpfen in neun Variationen zubereitet und verkostet. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft hat den heimischen Karpfen für vier Wochen in den Mittelpunkt gerückt und veranstaltet Niederlausitzer Karpfenwochen. Das heißt, in Gaststätten, die sich an der Aktion Regionale Speisekarte beteiligen, stehen in dieser Zeit vermehrt Karpfengerichte auf der Speisekarte.

Ab diesem Wochenende wird das bei Michael Ihlo vom Gasthof "Zum Elstertal" in Zeischa Karpfen in Mehl, angereichert mit Haferflocken, gebraten auf Kartoffel-Kürbis-Ragout sein. Für die Kollegen hat er das am Donnerstag schon mal in der Brauhausküche von Christian Hanisch angerichtet. Die verkosten kritisch und zollen Ihlo Anerkennung. Auch Martin und Hanna Keil von der Teichwirtschaft Hammermühle sind dabei, sie haben die grätenfreien Karpfenfilets für die Kochwerkstatt zugeliefert. "Der Karpfen als hochwertiges, wohlschmeckendes Nahrungsmittel, das in unseren Teichen naturnah heranwächst, sollte etwas mehr Fuß fassen", wünscht sich Fischer Keil.

Andrea Opitz von der Naturparkverwaltung in Bad Liebenwerda erklärt: "Es geht um die Wertschöpfung der Region. Aus ökologischen und ökonomischen Gründen macht es Sinn, die heimischen Kreisläufe zu fördern. Heimischer Fisch ist aufgrund der kurzen Transportwege frisch, bei industriell weiterverarbeiteter Ware besteht dagegen die Gefahr von Lücken in der Kühlkette."

Im Sommer steht der Karpfen nicht auf dem Speiseplan, erst jetzt – in den Monaten, die den Buchstaben R enthalten – wird er wieder zubereitet. Und wie! Helmut Hummel, Lehrausbilder bei der DAA in Finsterwalde und bekannt für seine Schauküche, hat sich entschieden, das Karpfenfilet zu braten. Verdeckt mit blauen und gelben Kartoffelschuppen wird es angerichtet. Michael Ihlo wirft in die Runde: "Karpfen verträgt ordentlich Gewürze." Ganz klassisch Karpfen blau mit Sahnemeerrettich und Karotten-Lauch-Gemüse hat in Minutenschnelle Anja Krausch vom Goldenen Löwen in Hohenleipisch, assistiert von Doreen Nadvornizek, auf den Teller gezaubert. Die beiden Frauen sind interessiert an den grätenfreien Karpfenfilets aus Lindena. "Die Maschine müssen wir uns mal vor Ort ansehen kommen", kündigt Löwen-Inhaberin Anja Krausch dem Teichwirt an.

Als Nächster teilt sich Jens Uhlemann vom Landgasthof "Zu den drei Rosen" in Winkel den Herd mit Günter Jahn vom Hamburger Hof in Mühlberg und Petra Wehle vom Oberen Gasthof in Hirschfeld. Noch in der Warteschleife sind Birgit von Rein von der Waldschänke Bad Erna, Ralf Haupt vom Parkrestaurant Holzhof in Elsterwerda und Christian Hanisch vom Finsterwalder Brauhaus, der sein Küchenreich zunächst den Gästen überlässt.

"Das ist unsere zweite Kochwerkstatt", fasst Andrea Opitz zusammen. Die erste habe sich mit dem Apfel beschäftigt. Dass der Wunsch der Köche zum Erfahrungsaustausch tatsächlich aus den Gasthöfen selbst kommt, beweist die Neugier auf die jeweiligen Gerichte und die angeregte Fachsimpelei. Michael Ihlo: "Ich will mich inspirieren lassen, aber auch was von den Kollegen abgucken. Es ist ja unterschiedlich, was bei den Gästen ankommt, da ist es gut, von anderen Erfahrungen zu hören." Fisch – nicht nur Karpfen, auch Forelle geräuchert oder gebraten und viel Seefisch – gehört bei ihm auf die Speisekarte. Sofern es machbar ist, bevorzugt er natürlich regionale Produkte, der kurzen Wege wegen. "Ich will anbieten, was Oma und Opa schon geschätzt haben", sagt er. Die Gerichte seien nicht unbedingt preiswert, aber ihr Geld wert, betont er.

Zum Thema:
Noch bis zum 11. November finden die vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft initiierten Niederlausitzer Karpfenwochen statt. Über vier Wochen haben die beteiligten Gastronomen regionale Karpfengerichte auf dem Speiseplan. Mit dabei sind: Hotel & Gaststätte Parkschlösschen Maasdorf, Gasthof "Zum Eichhörnchen" Reichenhain, Parkrestaurant Holzhof Elsterwerda, Landgasthof "Zu den Drei Rosen" Winkel, Hotel & Cafe Arcus Elsterwerda, Gasthof "Zum Elstertal" Zeischa, Oberer Gasthof Hirschfeld, Hotel Hamburger Hof Mühlberg, Waldschänke Bad Erna Doberlug-Kirchhain, Finsterwalder Brauhaus, Klosterschänke Doberlug-Kirchhain.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 27./28.10.12 von Frau Lehmann

http://www.lr-online.de/regionen/finsterwalde/Karpfenschmaus-in-neun-Variationen;art1057,3998072