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< Auerhuhn im Fokus der Fachwelt
05.12.2012 08:53 Alter: 5 yrs

Biosphäre wird zum Stammtisch-Thema

Jahrestagung des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft resümiert und blickt voraus


Doberlug-Kirchhain Die gemeinsame Biosphäre "Niederlausitz" und das Projekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns waren im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft im zurückliegenden Jahr prägende Themen. Was darüber hinaus noch bewegte und bewegt wurde, stand im Mittelpunkt der Jahrestagung in Doberlug-Kirchhain. </header><//header>

Es war nicht anders zu erwarten: Auch bei der Jahrestagung nahmen die "Medienstars aus Schweden", die 26 Auerhühner, die im Frühjahr im Naturpark ausgesetzt wurden, breiten Raum ein. Lars Thielemann, der Leiter der Naturparkverwaltung, geriet ins Schwärmen, was den wissenschaftlichen und logistischen Anspruch sowie "erste beeindruckende Ergebnisse" des Ansiedlungsprojekts angeht. "Das Wappentier ist nicht nur auf den Briefbögen, sondern mit dem Pilotprojekt in der Heimat wieder angekommen", freute sich auch Landrat Christian Jaschinski (CDU), Vorsitzender des Fördervereins. Und das werde neben einzelnen kritischen Stimmen wohlwollend von der Bevölkerung wahrgenommen, habe er festgestellt. Für Projektmanager Uwe Lindner gab es kräftigen Beifall der Tagungsteilnehmer im Refektorium Doberlug-Kirchhain.

 

100 Fachleute zum Auerhuhn

Thielemann vermittelte die Spannung, die dem Projekt innewohnt, mit leidenschaftlichen Schilderungen. "Von den 26 freigelassenen Hennen leben elf mit Sicherheit nicht mehr", sprach er von einer guten Quote. "Seit August hatten wir keinen nachweislichen Todesfall mehr. Die Tiere finden sich also offensichtlich zurecht", schlussfolgerte er. Wie sie sich in den Revieren, über Waldgebiete hinweg, bewegen, könne dank der Sender sehr gut nachvollzogen werden. "Ein Tier hat sogar mal im Stadtpark von Bad Liebenwerda übernachtet", verriet Thielemann. Vertiefende Erkenntnisse verspricht er sich von der internationalen Auerhuhntagung in der kommenden Woche in Bad Liebenwerda, an der mehr als 100 Fachleute aus Deutschland, Schweden, Polen und der Schweiz teilnehmen wollen.

 

Gedankenaustausch fortsetzen

Jaschinski ist froh darüber, "dass wir das Thema Biosphäre Niederlausitz 2012 diskutiert haben". Im nächsten Jahr wird es eine breitere Basis erreichen, wenn bei einem Naturparkstammtisch der Gedankenaustausch dazu mit Bürgermeistern und Unternehmern fortgesetzt wird. Für das Besucherzentrum in Bad Liebenwerda seien die Eigenanteile dank einer Zusammenarbeit mit pro agro gesichert, jedoch müssten für die Zukunft andere Finanzquellen erschlossen werden. Ein richtiger Schritt sei, dass das Besucherzentrum Partner der 1. Brandenburgischen Landesausstellung 2014 in Doberlug-Kirchhain ist, erklärte Jaschinski.

 

Von konkretem Naturschutz, Naturtourismus und Umweltbildung vor Ort berichtete Lars Thielemann sehr ausführlich. Er schwärmt vom Froschkonzert an den sanierten Unkenteichen in Doberlug-Kirchhain, spricht von der ersten nachweislichen Brut des Singschwans im Naturpark ? bislang nur Wintergäste. "Mit dieser Art müssen wir künftig rechnen. Er wird ein Brutvogel bei uns werden", blickt Thielemann voraus. An zehn Standorten ist Arnika ausgebracht worden, eine Pflanze, von der es nur noch wenige gibt. Die Dokumentation von Fledermauswinterquartieren wird immer umfangreicher. Zwölf Tiere sind 1992 nachgewiesen worden, 2012 waren es 98. Erfreulich ist die wachsende Population von Seeadlern. Lange Zeit gab es zwei Paare im Naturpark, jetzt sind fünf Revierpaare nachgewiesen.

Der drohenden Überalterung der Obstbaumbestände bei Hohenleipisch/Döllingen wurde mit Unterstützung des Landesamts für Umwelt und Verbraucherschutz entgegengewirkt. 450 junge Obstbäume wurden 2012 gepflanzt. Hartmut Kretschmer vom Landesamt versprach für 2013 weitere Apfelbäume.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 1./2.12.12 von Frau Lehmann

http://www.lr-online.de/regionen/finsterwalde/Biosphaere-wird-zum-Stammtisch-Thema;art1057,4045597