Anders als bei dem durch Volkskammerbeschluss zum Biosphärenreservat deklarierten Spreewald sind sich die Akteure in der Niederlausitz einig: Die Naturparke Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken zur Biosphäre Niederlausitz zu entwickeln, geht nur mit den Menschen. Um die 100 waren am Mittwochabend zum Naturparkgemeinde-Stammtisch gekommen, um sich zu informieren, Fragen zu stellen, Bedenken zu äußern. rbb-Heimatjournal-Moderatorin Carla Kniestedt navigierte auf gewohnt unterhaltsame Weise durch einen stattlichen Wald von Argumenten. Die wohlmeinden, Mut machenden waren an diesem Abend klar in der Mehrzahl. Dafür sorgten gleich zu Beginn die Zugpferde der Biosphären-Idee, die Vorsitzenden der Naturpark-Kuratorien Detlef Höhl und Manfred Drews, sowie die Landräte Sigurd Heinze und Christian Jaschinski. In Vertretung für Stephan Loge war Manfred Noack von der unteren Naturschutzbehörde des Dahme-Spreewald-Kreises gekommen.

Nach 20 Jahren erfolgreicher Entwicklung des Naturparkes wolle man dessen Zukunft in einer strukturschwachen Region nicht dem Selbstlauf überlassen, betonte Christian Jaschinski. In der Biosphäre sehe er die Chance, zwei Naturparke mit dem Alleinstellungsmerkmal der Bergbaufolgelandschaft zusammenzubringen und so von der 2. in die 1. Liga aufzusteiegen. OSL-Landrat Sigurd Heinze bekannte sich ebenfalls zu diesem Weg, wenn er "auch nicht mit wehenden Fahnen vorangehe". Einschränkungen wie im Spreewald würden auch hier auf den einen oder anderen zukommen, dessen müsse man sich von Anfang an bewusst sein, so Heinze. Rainer Schloddarick, Gast aus dem Biosphärenreservat Spreewald: "Ja, es gibt Einschränkungen im Baurecht. Aber wir erhalten unsere Schatzkammer Spreewald durch Nutzung. Mensch und Natur müssen zusammenarbeiten."

Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung in der Heidelandschaft, beteuerte zum wiederholten Male, dass man den Gedanken an die Biosphäre gar nicht verfolgt hätte, wenn die geforderten drei Prozent Kernzone ohne Nutzung nicht bereits vorhanden wären. Gleiches treffe auf die Pflegezonen zu. Amtsdirektor Dirk Protzmann aus Joachimsthal sagte klar, dass er sich im Jahr 1990 eine andere Weichenstellung für die wirtschaftliche Entwicklung in der Schorfheide gewünscht hätte. Doch heute, "wo die meisten Regionen wissen, wo es hingeht und die größten Investitionen erfolgt sind", sagt er zur Biosphäre: "Wenn ich jetzt die Wahl hätte, würde ich aus vollem Herzen ja sagen."

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 12.4.13 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/finsterwalde/Klare-Vision-Mit-Mensch-und-Natur-in-die-1-Liga;art1057,4180529