Die Perlen im Elbe-Elster-Land? Für Susanne Dobs sind es zuerst die Museen des Museumsverbundes und die Vielfalt der Kulturlandschaft, die es ihrer Auffassung nach in anderen ländlichen Räumen kaum ein zweites Mal gibt. Und natürlich sind es dann die touristischen Marken: F 60, Naturpark, Brikettfabrik "Louise", Sängerfest. Was sich rund um den ElsterPark in Herzberg dreht, empfindet sie "als Glücksfall" für Herzberg und Elbe-Elster. Damit werde für Menschen mit Behinderungen, "aber nicht nur sie", ein einzigartiger Anziehungspunkt geschaffen. "Aber was wir kulturell in höchster Qualität auf die Beine stellen, ist enorm", sagt sie und spannt den Bogen vom Puppentheaterfestival bis zu den Graun-Wettbewerben, den Gesangs-Wettstreiten bis hin zu den hochkarätigen Konzertreihen in Finsterwalde, Bad Liebenwerda, Saathain und Saxdorf.

Mühlberg gewinne immer mehr an Ausstrahlung. Das Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation" und der damit in Zusammenhang ins Leben gerufene Luther-Pass würden der Region Flügel verleihen. Die Elbestadt ist Mitgliedsstadt der Europäischen Kulturroute Karl V. und spiele damit in einer besonderen Liga. In der nächsten Woche werde sie auf einem Kongress in Sizilien mit Teilnehmern aus Spanien, Portugal und Italien sitzen. "In Spanien kennt jedes Kind die Schlacht bei Muhlberg. Das ,ü' können sie dort nicht aussprechen. Und wir sind nun soweit, dass ab sofort alle Veröffentlichungen auch in deutscher Sprache erfolgen sollen", sagt sie stolz. Mühlberg werde so noch bekannter.

Doch dabei sei das nur ein Mosaikstein. Viel wichtiger sind ihr die jetzt stark intensivierte Zusammenarbeit mit der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), zum Landestourismusverband und der Beitritt zum Marketingverein pro agro. "Das eröffnet Elbe-Elster ganz neue Möglichkeiten. Wir werden brandenburgweit viel besser mit vermarktet." Erstmals soll es in Elbe-Elster zum Beispiel auch die Genießerwochen geben. In Brandenburg sind gut zehn Touren längst ein Renner.

Susanne Dobs, die seit Januar in der Elbe-Elster-Kreisverwaltung die strategischen Fäden für die Tourismusentwicklung zieht, ist seit Anfang Juni auch kommissarische Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster. Die eigentliche Chefin fällt gesundheitsbedingt länger aus.

Susanne Dobs hat zu dem ehrenamtlichen Job sofort Ja gesagt. Die 34-jährige Finsterwalderin, die Deutsche Philosophie und Literatur studiert sowie als Fächer auch Musikwissenschaft sowie Publizistik/Kommunikation belegt und viele Jahre im Schmelztiegel Berlin gelebt hat, freut sich, in der Heimat etwas bewegen zu können.

Die Stärke des Elbe-Elster-Kreises liege in seiner Vielfalt. Touristisch lasse sich die allerdings schwer vermarkten. "Um die Perlen müssen wir Angebote stricken", sagt sie und gibt sich selbst eine Aufgabe: "EE muss ein Bild im Kopf der Leute bekommen." Dabei zieht sie Parallelen zum Bundesland. Auch Brandenburg ist kürzlich ins Hausaufgabenheft geschrieben worden, dass Touristen mit dem Bundesland nicht sofort etwas anfangen könnten.

Deshalb will Susanne Dobs Elbe-Elsters Edel-Bausteine noch besser vermarkten. "Ein Mega-Poster in den Bahnhöfen oder an prominenten Stellen von Berlin, Dresden und Leipzig ? das wär's schon mal." Sie wolle Kontakte knüpfen, Angebote einholen, Kooperationen noch gewinnbringender für Elbe-Elster gestalten. "Da muss man auch mal quer und schier Unmögliches denken dürfen", sagt sie und zeigt sich selbstbewusst, für gute Konzepte auch Partner im Kreis zu finden.

Als ideal empfindet sie, dass Andreas Pöschl mit seinen Mitarbeitern des Kulturamtes, die Marketingverantwortliche Janine Kauk und sie auf einer Wellenlänge schwimmen würden. "Wir spüren die Rückendeckung des Landrates und die Unterstützung der Verwaltung und von Abgeordneten." So werde jetzt eine neue Stelle im Tourismusverband besetzt. Sage und schreibe 40 Bewerber habe es dafür gegeben.