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25.02.2020 11:53 Alter: 94 days

Teilnehmerrekord in Döllingen

Baumschnittseminar Die Streuobstwiesen bei Hohenleipisch und Döllingen sind eine gewachsene Kulturlandschaft. Ihren Erhalt will die Bauer Fruchtsaft GmbH unterstützen.


Foto: Baumschnittseminar mit Rekordbeteiligung im Pomologischen Schau- und Lehrgarten Döllingen. Veit Rösler

Am Wochenende sind so viele Seminarteilnehmer wie noch nie nach Döllingen gekommen. Bei den beiden Baumwarten Urte Delft, Diplomingenieurin für Landschaftsnutzung und Naturschutz aus Barenthin bei Kyritz, und Jörg Kösters vom Kerngehäuse-Verein haben in vier Seminaren 120 Interessenten aus dem Elbe-Elster-Kreis, aber auch aus Cottbus, Dresden oder Luckenwalde ihr Wissen erweitert.

„Es besteht ein breites Interesse. Die Seminare sind immer überbucht“, sagt Andrea Opitz vom zum Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft gehörenden Kerngehäuse-Verein. Mit dabei diesmal auch der Geschäftsführer von Bauer Fruchtsaft, Rainer Bauer. Der Fruchtsaftspezialist mit Sitz in Bad Liebenwerda möchte seine Initiativen zur Bewirtschaftung der Streuobstwiesen ausbauen. Aus diesem Grund wurde jüngst eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Darin erklärt sich der Kerngehäuse-Verein bereit, die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit durch die Revitalisierung der Streuobstwiesen im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zu unterstützen.

Der Verein plant unter anderem Aktionen zur Streuobstwiesenpflege und Naturverjüngung. Um die Öffentlichkeit umfassend informieren zu können,  soll  eine Rubrik auf dem Online-Portal www.essbarer-naturpark.de kreiert werden.

Neben der Inwertsetzung von Streuobstbeständen im Naturpark verstärkt der Verein die gemeinsamen Bemühungen für eine langfristige Bewirtschaftung und Bio-Zertifizierung ausgewählter Streuobstwiesen.

Die Kooperation vonseiten Bauer Fruchtsaft beinhaltet sowohl die finanzielle als auch ideelle Unterstützung des Vereins. Ferner unterstützt das Unternehmen die Ernte, Abnahme, Kelterung, Vermarktung und den Vertrieb von Streuobstprodukten aus dem Naturpark.

Derzeit bezieht Bauer Fruchtsaft seine Grundprodukte von 22 Sammelstellen aus den Bereichen Elbe-Elster-Naturpark und Herzberg, Senftenberg sowie Luckenwalde. Gerade für den Saft seien Streuobstprodukte interessant, weil durch die verschiedenen Sorten und Arten ein charakteristischer herber Geschmack entstehe, erklärt Rainer Bauer.

Etwa 300 Bäume stehen im Bereich des Pomogartens in Döllingen zum Verschnitt. Pro Baum entsteht ein Aufwand von bis zu 90 Minuten und damit zwischen 100 und 150 Euro. Perspektivisch wäre eine kleine ausgebildete Mannschaft von etwa zehn Leuten denkbar, die sich zur Schnittsaison um die Bäume in der Region kümmert, lässt Rainer Bauer durchblicken. „Um die Wüchsigkeit zu fördern, um das Kronengerüst zügig aufzubauen, um vorzeitiges Vergreisen zu verhindern und um Krankheiten vorzubeugen“, erklärt Urte Delft den Sinn des Baumschnitts. Daneben brauchen die Baumkronen Luft und Licht, weshalb nach innen wachsende Äste entfernt werden. Auch dürfen sich Äste nicht kreuzen oder reiben. Kranke Äste und Zweige müssen ebenfalls entfernt werden.

Die Obstgewächse befinden sich derzeit noch bis etwa Ende März in der Winterruhe. Mit dem Schnitt sollen sie zum Wachsen angeregt werden, um zügig ein Kronengerüst aufzubauen.

Durch den Schnitt werden die Bäume vor einer zu raschen Alterung und vor Blattkrankheiten bewahrt. Kernziel sei die Erhöhung der Erträge und auch eine bessere Erreichbarkeit der Früchte.

Weitere Seminare zum Baumschnitt finden am 23. und 24. März in Hohenleipisch mit Pomologe Hans-Jürgen Mortag statt.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 25.02.2020 von Veit Rösler

https://epaper.lr-online.de/lausitzer_rundschau/lie/2020-02-25/12/teilnehmerrekord-in-doellingen-44006705.html