Das Storchenjahr im Kurstadt-Altkreis hat mit etwas weniger Verzug als im vergangenen Jahr begonnen. Die Ankunft der Altstörche in ihren Brutgebieten zog sich vom 26. März bis Anfang Mai. Zu den Nachzüglern gehörten Stolzenhain und Prieschka. Hier wurde auch noch mit der Brut begonnen. Während einige Jungstörche schon ausgeflogen sind, ist der Jungstorch in Prieschka erst halbwüchsig. Vermutlich werden die Altstörche etwas später in den Süden aufbrechen, um ihren Nachwuchs noch flugreif zu füttern

Anfang Juni wurde unter dem Nest in Beiersdorf ein Jungstorch mit einer Ringelnatter im Schnabel gefunden. Sehr wahrscheinlich ist er daran erstickt. In Kosilenzien wurden die Jungstörche am 13. Juni vermutlich Opfer eines Seeadlers. Am 22. Juni sorgte ein starker Sturm mit Gewitter, Starkregen und Hagel für zwei tote Jungstörche in Beiersdorf. Sie lagen mit dem Nest unter dem Mast. In Theisa, Kröbeln und Oschätzchen sind die Jungen seitdem vermisst. In Möglenz wurde ein Altstorch verletzt. Hier engagierte sich H. Teichert und brachte das Tier in die Pflegestation nach Reddern. Nach kurzer Pflege konnte er wieder ausgewildert werden.

Bei Horstkontrollen durch NABU-Weißstorchbetreuerin Petra Wießner und durch Meldungen von Weißstorchfreunden konnten 30 besetzte Horste im Altkreis Bad Liebenwerda registriert werden. Unbesetzt blieben in diesem Jahr 13 Horste (Vorjahr 8). Und zwar in Bad Liebenwerda Fitzkowplatz und Lessingstraße, Elsterwerda-Gartenstadt, Plessa-Feuerwehr, Schraden, Maasdorf-Natoureum und Brennereischornstein, Gröden-Trockenwerk, Thalberg und Großthiemig an der Schmiede sowie Koßdorf, Hirschfeld und Beutersitz. In Wahrenbrück und auf dem Bieligkhof in Bad Liebenwerda kam es zu keiner Brut. Altstörche waren aber anwesend.

Ausfliegen werden voraussichtlich 47 Jungstörche. Damit ist es nach 2013 mit neun flüggen Jungtieren das drittschlechteste Jahr seit 1993. Es gab keine Viererbrut. Weiterhin sieben Dreierbruten, elf Bruten mit zwei Jungtieren und vier Brutpaare zogen nur einen Jungstorch groß.

Des weiteren konnten wieder Ringstörche auf den Nestern abgelesen werden. In Prösen brütet ein Brutpaar nun schon das vierte Jahr gemeinsam. Beide Altstörche sind beringt und neun beziehungsweise zehn Jahre alt. Der Ringstorch in Plessa Süd ist bereits 17 Jahre. Ein stolzes Alter für einen freilebenden Weißstorch. Er wurde 1999 in Zabeltitz nestjung beringt.