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25.05.2018 08:47 Alter: 175 days

Die Brandenburger Auerhuhnfamilie wächst


Ein Foto aus der Frühjahrsfangaktion im Vorjahr in Schweden: Vorsichtig entnimmt Lars Thielemann (links) das Auerhuhn aus dem Kescher. FOTO: LR / Frank Claus

Doberlug.

Am Tag der Artenvielfalt entlässt Brandenburgs Agrar-Staatssekretärin Carolin Schilde drei Hennen ins Revier Weißhaus. Von Frank Claus

Wieder ein schöner Erfolg für das Auerhuhnprojekt des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft. Bei der diesjährigen Frühjahrsfangaktion in den schwedischen Gebieten Västerbotten und Jämtland hat die eingespielte Fangcrew um Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann und den Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, Lars Thielemann, erneut 50 Auerhühner – allesamt Hennen – fangen können. Alle Tiere sind in dieser Woche wohlbehalten mit dem Flieger auf dem Schacksdorfer Flugplatz angekommen. Bis auf drei sind alle bereits in der Rochauer-, Babbener- und Bad Liebenwerdaer Heide ausgesetzt worden. Brandenburgs Agrar- und Umwelt-Staatssekretärin Carolin Schilde wird am Dienstag anlässlich des Tags der Artenvielfalt die letzten drei Hennen im Revier Weißhaus auswildern.

Das Auerhuhn-Projekt ist über einen Zeitraum von rund 15 Jahren durch eine Arbeitsgruppe aus Forstleuten und Naturschützern vorbereitet worden, bevor im Jahr 2012 das erste Auerhuhn aus Schweden nach Brandenburg kam. Seit 2015 ist die Pilotphase in eine tatsächliche Wiederansiedlung der Art überführt worden. Seit 2013 brüten die Vögel in der Brandenburger Niederlausitz nun wieder erfolgreich. Es gibt inzwischen etwa 100 „Brandenburger“. 1,4 Millionen Euro stellt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes den Bad Liebenwerdaer Ansiedlungsexperten zur Verfügung. Was viel klingt, ist am Ende für den fünfjährigen Bewilligungszeitraum von 2017 bis 2022 doch knapp bemessen. Vier Mitarbeiter hat das Projektteam, und finanziert werden müssen mit dem Geld sämtliche Maßnahmen - von den ständigen Fahrten mit Auto, Schiff und Flugzeug nach Schweden bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung einschließlich Monitoring.

Jährlich 60 Tiere dürfen mit Zustimmung der Schweden aus dortigen Landschaftsgebieten entnommen werden. Während hierzulande die Population Ende der 90er-Jahre erloschen war, gibt es dort Birk- und Auerhühner noch in ausreichender Zahl. In Schweden sind die Vögel sogar noch als bejagbares Wild eingestuft.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 18.5.18 von Frank Claus

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/auerhuehner-im-naturpark-niederlausitzer-heidelandschaft_aid-22744337