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27.08.2019 09:15 Alter: 58 days

Großstadt-Kinder sammeln Land-Erfahrung

Umweltbildung für junge Dresdener


Hauptattraktionen für die Kinder waren die Ernte und die Verarbeitung von Fallobst zu leckerem Obstsaft. Eine Kostprobe gab es im Anschluss direkt vor Ort. FOTO: Veit Rösler

Döllingen. Dresdener Grundschüler lernen im Pomologischen Schau- und Lehrgarten Döllingen die Ernte und Verarbeitung von Fallobst zu leckerem Obstsaft kennen.

Insgesamt 22 „Stadt-Kinder“, quasi nahezu ohne jede „Land-Erfahrung“, sind vor wenigen Tagen zusammen mit ihrem Lehrer Nico Brömßer (37) und Mutti Nicole Müller (33) als Begleiterin auf Erkundungstour durch den Pomologischen Schau- und Lehrgarten Döllingen gezogen. Auf dem riesigen Abenteuerspielplatz im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft haben die Schüler der 4a der 35. Grundschule Dresden „Heinrich Graf von Bünau“ zusammen mit Naturpark-Mitarbeiter Jörg Kösters (40) sowie Petra Wießner (57) und Ina Titsche (56) von der Naturwacht im Stationsbetrieb Bienen in einem Schaubienenstock beobachtet, Obstsaft gepresst und die Eigenarten der Streuobstwiesenlandschaft kennengelernt.

Projektleiter Jörg Kösters erklärte den Kindern: „In den vergangenen Jahrzehnten ist der Bestand an Obstwiesen bundesweit um mindestens 70 Prozent zurückgegangen. Durch Billigprodukte aus Spanien, Portugal und Polen ist der Anbau mit dem enormen Aufwand und den Nebenkosten hierzulande nicht mehr ergiebig. Die alten Obstwiesen müssen gepflegt werden und Neupflanzungen sind teuer und wasserintensiv. Das ist wirtschaftlich nicht mehr interessant und auch das kleine Paradies hinterm Haus wird mehr und mehr vernachlässigt.“ Die alten Obstanbauer haben meist ein Alter fern der 70 Jahre erreicht. Damit verschwinden auch viele regionale Obstsorten. In der Region um Döllingen und Hohenleipisch gibt es noch historische Obstwiesenlandschaften. Kernstück des Streuobstanbaus ist der Pomologische Schau- und Lehrgarten in Döllingen. Auf einer Fläche von drei Hektar wachsen hier an etwa 400 Obstbäumen und Wildobststräuchern über 150 alte und neuere Hauptobstarten. Sogar eine Bananenstaude wurde jüngst ausgetestet, allerdings mit wenig Erfolg. Das anfallende Obst wird unter anderem zu Saft, Brotaufstrichen oder Obstbrand beziehungsweise Wein weiter verarbeitet. Mit Veranstaltungen wie dem Blütenfest, dem Gartenplausch und dem Apfeltag wurden in den vergangenen Jahren Highlights geschaffen, die zahlreiche Touristen anziehen. Andere Veranstaltungen wie Baumschnitt- und Veredlungsseminare dienen der Umweltbildung.

Hauptattraktionen für die Kinder aus der sächsischen Landeshauptstadt waren die Ernte und die Verarbeitung von Fallobst zu leckerem Obstsaft. Direkt vom Baum wurden die Früchte frisch in Stücke geschnitten und dann in einer Obstmühle weiter zerstückelt. Mit enormer Kraftanstrengung konnte die klebrige Masse dann in süßen Apfelsaft verwandelt und auch gleich vor Ort ausgetrunken werden.

Am 29. September wird zum 25. Apfeltag in den Pomologischen Schau- und Lehrgarten in Döllingen eingeladen.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 27.8.19 von Veit Rösler

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/dresdener-kinder-im-pomologischen-schau-und-lehrgarten-doellingen_aid-45360845

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