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08.01.2020 09:00 Alter: 85 days

Umweltbildung vom Feinsten


Fledermausnacht mit Kindern im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Ilona Ertle

Elbe-Elster Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ist nicht „nur“ ein Schutzgebiet. Umweltbildung nimmt für die dort Beschäftigten ganz großen Raum ein. Von Frank Claus

Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, im Mai 1996 ausgerufen – das sind nicht nur oft reizvoll blühende Heideflächen, Moor, eine Bergbaufolgelandschaft, Streuobstwiesen und unzerschnittene Wälder auf 484 Quadratkilometern Fläche – der Naturpark ist längst auch ein Ort umfassender Umweltbildung. Der Leiter der Naturparkverwaltung Lars Thielemann hat eine beeindruckende Bilanz gezogen und dabei die Arbeit von Naturwacht, Förderverein und Verwaltung gewürdigt.

Ein Jahr der Wetterextreme

Die Wetterextreme des gerade zu Ende gegangenen Jahres 2019 hat auch die hiesige Fauna und Flora zu spüren bekommen. Zwar sei das Jahr nicht so extrem wie 2018 gewesen, aber dennoch: Zwischen April und November hat sich ein großes Niederschlagsdefizit aufgebaut. Die Temperaturen lagen bis auf den Mai teils deutlich über den bisher üblichen Werten. „Wir hatten den wärmsten Juni, der je in der Niederlausitz dokumentiert wurde“, weiß Lars Thielemann aus den Messungen.

Inhaltlich haben die Mitarbeiter mehrfach Akzente gesetzt. In der Verwaltung sind vier Festangestellte tätig, eine Stelle ist befristet. Die Naturwacht verfügt über vier Mitarbeiter, und über den Förderverein sind drei Mitarbeiter im Besucherzentrum im Schloss Doberlug-Kirchhain und vier im Auerhuhnprojekt angestellt. Alle nur mit befristeten Verträgen.

Ranger bieten Einblicke

Was alle bewegen, ist mehr als beachtlich. Insgesamt 19 Ranger-Touren werden übers Jahr angeboten, oft in sehr kleinen Gruppen. Mehr als 300 Teilnehmer nutzten die Chance individueller Führungen, um die Heimat besser kennen- und verstehen zu lernen. Nahezu täglich sind die Ranger zur Hege und Pflege, zur Kartierung, zur Kontrolle der Artenvielfalt im Park unterwegs.

Besucherzentrum top

Die Mitarbeiter des Fördervereins haben im Jahr 2019 mehr als 110 Umweltbildungsveranstaltungen angeboten und dabei allein 2010 Kinder und Jugendliche erreicht. „Das ist manchmal wie ein Sack Flöhe hüten. Absoluter Respekt“, sagt der Naturparkchef und freut sich über das neue Experimentarium, das im November im Schloss Doberlug in Betrieb ging. „Das ist ein Quantensprung. Die Mitarbeiter laufen seitdem mit leuchtenden Augen durch die Gegend.“ Jetzt können sie mit Kindern experimentieren, Lebewesen unter dem Mikroskop bestaunen, Zellstrukturen erkennbar machen. Immer mehr Eltern und Großeltern nutzen die besonderen Ferienkurse.

Drei bedeutende Designpreise

Deutlichen Aufwind hat der Naturpark durch die Ausstellung „erlebnisReich“ im Schloss Doberlug erhalten. Diese Schau habe wegen ihrer Gestaltung bereits drei bedeutende Designpreise einheimsen können und in der Bundesrepublik aufhorchen lassen. Die Entwicklung geht weiter. Für 2020 ist der Aufbau einer Bewegungslandschaft am Schloss geplant. „Das ist mehr als nur ein Spielplatz“, sagt Lars Thielemann und erklärt, dass der Naturpark vom Land(auf)Schwung-Projekt sehr profitiert habe. „Konstant unterstützt uns seit vielen Jahren die Sparkasse Elbe-Elster. Ohne Schmus, ohne diese Hilfe wäre so viel nicht geworden.“

Er denkt sofort an den Wettbewerb um die Naturparkgemeinde des Jahres und die damit verbundenen Naturparkfeste. „Was Kraupa im Jahr 2019 abgezogen hat, war eine Welle“, sagt er und freut sich, wie viele Akteure einbezogen wurden und wie gut das Fest besucht war. Naturparkgemeinde 2019 wurde Plessa, „ein Ort mit völlig anderer Struktur“, sagt der Naturparkchef, der jetzt schon weiß, dass dort die Vorbereitungen für das in diesem Jahr anstehende Fest auf Hochtouren laufen.

Der Naturpark ist Motor für viele Initiativen. Mit der Kita „Waldwichtel“ in Kraupa gibt es jetzt eine Naturpark-Kita, „es ist erst die zweite im Land Brandenburg“, sagt Lars Thielemann. Blütenfest, Apfeltage – bei Letzterem stehen Besucher am Einlass Schlange – würden beweisen, wie stark der Naturpark im Herzen verwurzelt ist.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2.1.20 von Frank Claus

https://epaper.lr-online.de/lausitzer_rundschau/lie/2020-01-02/9/umweltbildung-vom-feinsten-42215835.html