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09.01.2018 09:49 Alter: 336 days

Nabu Senftenberg zeigt bald


Stolz präsentiert Nabu-Geschäftsführerin Beate Erler die neue Auerhuhn-Familie mit dem schwarzen Hahn, der Henne sowie dem einjährigen Jungtier.

Senftenberg. Einem Lausitzer Wolf in freier Wildbahn zu begegnen, kommt schon höchst selten vor. Doch dass Naturfreunde hierzulande auf Auerhühner stoßen, ist einem Lotto-Sechser mit Zusatzzahl gleichzusetzen.

Jetzt präsentiert der Senftenberger Nabu-Regionalverband gleich eine ganze Auerhuhn-Familie. Zwar nicht im Wald, dafür aber in einer geräumigen Vitrine im Umweltbildungszentrum neben dem Tierpark. „Wir wollen den Menschen diese Vögel zeigen, die einst ganz typisch für die Lausitzer Heidewälder waren“, erklärt Beate Erler, Geschäftsführerin beim Nabu Senftenberg. In freier Wildbahn leben die Tiere im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes inzwischen wieder in der Liebenwerdaer sowie in der Rochauer Heide. Auerhühner benötigen großflächige alte und lichte Wälder mit möglichst vielen Beersträuchern. Einst kamen sie auch im Grünhauser Forst zwischen Lauchhammer und Finsterwalde vor, bis das Gebiet komplett überbaggert worden war. Demnächst können die Besucher des Senftenberger Umweltbildungszentrums einen stolzen Auerhahn, eine Henne sowie ein Jungtier bewundern. Die präparierten Tiere haben die Naturschützer dank Fördermitteln vom Lautaer Tierarzt Dr. Werner Tschirch erworben. Tschirch, zur Wendezeit Hoyerswerdaer Amtstierarzt, hatte zu DDR-Zeiten eines der insgesamt elf Wildforschungsgebiete betreut. Dieses Areal erstreckte sich im Bereich Rothenburg/Niederspree nahe der polnischen Grenze. Laut dem Tierarzt standen dort neben der Haltung und Kreuzung von Rehen auch Auer- und Birkwild im Fokus. „Auerhahn, Henne und das zwölf Monate alte Jungtier hatten wir verendet gefunden. Nach der obligatorischen Meldung beim Artenschutz habe ich die Tiere durch eine Expertin vom Kamenzer Museum der Westlausitz präparieren lassen“, beschreibt Tschirch den Werdegang. An das Jahr kann er sich nicht mehr erinnern. „Ich habe später von der großen Senftenberger Nabu-Ausstellung mit den Tierpräparaten gehört und dass die Naturschützer an weiteren Exponaten interessiert seien“, so der Fachmann. Mit Beate Erler sei man sich einig geworden. So zog die Auerhahnfamilie bereits im Dezember 2017 von Lauta nach Senftenberg um. Jetzt werde die entsprechende Vitrine vorbereitet, kündigt Erler an. Voraussichtlich im Frühjahr könnten dann die neuen „Bewohner“ bestaunt werden.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 9.1.17

https://www.lr-online.de/lausitz/senftenberg/nabu-senftenberg-naturschutz-auerhuehner_aid-7018681