Drucken zoom
< Mehr Schutz für den Gordener Suden
23.10.2018 10:08 Alter: 49 days

Waldpreis geht nach Hohenleipisch

Waldbesitzer Lutz Freytag bekommt ihn für sein Gelände an der MUNA


Der 1. Deutsche Waldpreis geht nach Hohenleipisch an Waldbesitzer Lutz Freytag, hier auf dem Foto mit Naturparkchef Lars Thielemann (links). FOTO: Veit Rösler

Hohenleipisch. Gewonnen! Der erstmals verliehene Deutsche Waldpreis geht nach Hohenleipisch. Waldbesitzer Lutz Freytag aus Magdeburg hat die Trophäe in der vergangenen Woche beim Waldbesitzerverband in Potsdam erhalten und mit nach Hohenleipisch gebracht.

Eine Jury hat in einem Auswahlverfahren drei Bewerbungen für den Deutschen Waldpreis vorausgewählt, um diese in der Öffentlichkeit zur Wahl zu stellen. Neben Waldbesitzer Lutz Freytag sind Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern mit Waldgebieten um die Burg Hohenzollern bei Hechingen in Baden-Württemberg mit einem sehr großen und vielseitigen Forstbetrieb sowie Michael Fischer aus Fellen in Bayern mit einem 72 Hektar großen, seit 1356 im Familienbesitz befindlichen Wald im bayerischen Spessart in die Endrunde des Wettbewerbs-Verfahrens gekommen.

Das Bewerbungsgebiet um die Muna war die einzige Fläche aus dem Osten Deutschlands. Vor zwölf Jahren hat der leidenschaftliche Forstwirt Lutz Freytag nördlich von Hohenleipisch 330 Hektar Wald und damit die wesentlichen Teile des alten Munitionsdepots Muna erworben.

Die Flächen sind mit Kampfmitteln belastet und mit Schrott übersät. Hier befand sich nach der Munitionsproduktion und Lagerung durch die Luftwaffe der Nationalsozialisten Jahrzehnte lang ein Sonderwaffenlager der Roten Armee. Bis 1992 war das Gebiet vom sowjetischen Militär besetzt.

Nach der Öffnung der Anlage wurden hier insgesamt 160 Bunker gezählt, von denen einige zurück gebaut werden konnten.

Lutz Freytag versteht die Auszeichnung als wichtige Bestätigung für seinen Umgang mit einem ganz besonderen Stück Natur und das unter nicht immer leichten Bedingungen. Im Konzept soll das alte Industriegebiet, das eine ehemalige Munitionsfabrik mit Lagerbunkern darstellt, zu einem Forstbetrieb mit Einbeziehung von Naturschutzkonzepten umgewandelt werden. Dabei ergibt sich die Chance, umfangreiche Teile gezielt als Naturschutzprojekte zu gestalten.

Das Land Brandenburg und der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft unterstützen die Vorhaben. „Das Muna-Projekt ist die beste Bestätigung das eine alte Militärliegenschaft, Wirtschaftswald und Naturschutz miteinander vereinbar sind“, sagt Naturparkchef Lars Thielemann.

 Fast die Hälfte der Fläche steht unter Naturschutz. In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft stehen heute mehrere Naturschutzprojekte auf der Prioritätenliste ganz oben. Herzstücke sind hierbei die Wiederansiedlung des Auerwildes, aber auch zahlreiche Fledermausprojekte in den ehemaligen Bunkern. Viele Bunker wurden als Quartiere für seltene Waldfledermausarten hergerichtet. Von den rund 100 Auerhühnern im Projektgebiet leben rund 70 Tiere im Wald von Lutz Freytag. Die Baumbepflanzung der Flächen wird auf die Bedürfnisse dieser geschützten Tiere angepasst.

Ein Viertel der Fläche ist jetzt Urwald, in dem sich die Natur in rascher Geschwindigkeit ihren Anteil zurück erobert. Neben dem Auerwild und bedrohten Fledermausarten sind hier wieder Wildkatzen, Wölfe, Hirschkäfer und Seeadler zu finden. Darüber hinaus werden in dem Gelände Naturschutz orientierte Ausgleichsflächen für Bauprojekte kommerziell als Vertragsnaturschutz angeboten. Der dabei entstandene Kompensationsflächenpool wird vor allem von der Deutschen Bahn AG in Anspruch genommen.

Auszug aus der Lausitzer Woche vom 8./9.9.18 von Veit Rösler

https://www.lausitzer-woche.de/bad-liebenwerda/waldpreis-geht-nach-hohenleipisch_aid-32743087