Drucken zoom
< "Waldwichtel" als Naturpark-Kita ausgezeichnet
08.08.2019 14:33 Alter: 15 days

Botanische Exkursion mit einem ernsten Hintergrund


Foto: Auf den Zinswiesen gab es viele Gräser zu kartieren. Veit Rösler

Eichholz. Naturwächterin Petra Wießner ist am World Ranger Day gemeinsam mit Naturfreunden auf Spurensuche auf den Zinswiesen gegangen.

Die Optik und die Eigenschaften von zum Beispiel Mädelsüß, der Kuckucks-Lichtnelke, der Sumpf-Schafgarbe, der Wild-Möhre oder dem Teufels-Abbiss kennen jetzt die Begleiter von Naturwächterin Petra Wießner – und den Standort der abenteuerlich klingenden Gewächse bald auch die Mitarbeiter des Naturschutzbundes (NABU). Die Rangerin im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft hat am Mittwoch im Auftrag des NABU Finsterwalde auf den Zinswiesen zwischen Eichholz und Drößig eine botanische Kartierung der Pflanzenwelt durchgeführt und dabei ihren Gästen erklärt, worum es sich bei den hier anzutreffenden Kräutern handelt und warum dieses Monitoring so wichtig ist.

Die Zinswiesen bei Eichholz sind alte abgabenpflichtige Flurstücke, die zwischen 1165 und 1541 von den Zisterziensern des Klosters Dobrilugk an Bauern verpachtet wurden. Heute zählen diese zu den FFH-Gebieten. Die sogenannten sehr artenreichen Pfeifengraswiesen erfordern eine vorgeschriebene Bewirtschaftung zur Erhaltung der hier anzutreffenden Arten.

Die Führung zum Internationalen Tag der Ranger hatte aber auch noch einen anderen, ernsten Hintergrund. Mit der Aktion sollen in einer Solidaritätsaktion Spenden für in Not geratene Ranger gesammelt werden. Auch um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Anforderungen und Bedingungen für Ranger unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. In vielen Ländern setzen die hauptamtlichen Naturschützer im Kampf gegen Wilderei, gegen Schmuggel zum Beispiel von Elfenbein, gegen illegalen Fang und gegen Schwarzhandel von Tieren ihr Leben aufs Spiel.

Die Internationale Ranger Federation (IRF) registrierte zwischen 2009 und 2018 weltweit 871 Todesfälle. Ein Großteil der Opfer stammt aus Afrika (327) und Asien (410). Doch auch in Nord-, Mittel- und Südamerika (54, 10, 37) sowie Europa (26) sterben regelmäßig Ranger im Dienst. Es sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Fast jeder zweite Ranger starb laut IRF durch die Hand von Wilderern oder Aufständischen.

Insbesondere in den ärmeren Regionen Afrikas und Asiens herrschen schlechte Arbeitsbedingungen. Eine Studie des WWF von 2018 weist als Hauptproblem viele Überstunden, unregelmäßige Lohnzahlungen sowie mangelhafte oder fehlende Ausrüstung und Versorgung aus. Jeder siebente Ranger in Afrika und Asien wurde im Dienst schon einmal verletzt.

<footer></footer>Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2.8.19 von Veit Rösler