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29.03.2019 13:32 Alter: 145 days

Was der Plan Birke mit Fledermäusen zu tun hat


Schüler zapfen im Rahmen des Projekts „Plan Birke“ Birkenwasser, dem gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt werden. Er soll hilfreich u. a. bei Gicht, Rheumatismus und Haarausfall sein, gilt als entzündungshemmend und cholesterinsenkend. Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. FOTO: FIB / Christioph Ertle

Finsterwalde. „Plan Birke“ ist ein Finsterwalder Forschungs- und Bildungsprojekt, mit dem ökologische Zusammenhänge im Wald greifbar gemacht werden – auch die Beziehung von Birke und Fledermaus. Von Heike Lehmann

Fledermäuse haben in  Elbe-Elster eine Lobby. Seit Jahren werden für kleine und große Naturfreunde spezielle Fledermausnächte organisiert, um Lebensräume  zu entdecken und seltene Arten zu beobachten. Dass es in diesem Jahr am 17. August von 17 bis 23 Uhr die zwölfte Auflage geben wird, ist der Birke zu verdanken. Dieser sehr bekannten, aber forstwirtschaftlich eher vernachlässigten Baumart widmen sich Mitarbeiter vom Finsterwalder Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. (FIB) gemeinsam mit Schülern und Bürgerbeteiligung bis Ende 2020. An diesem Donnerstag haben sich acht Schüler beim FIB im Rahmen vom „Zukunftstag Brandenburg“ auf einer Waldversuchsfläche umgesehen und haben ein Waldlabor kennengelernt. Mehrere Partner unterstützen das Bundesprojekt.

Am 17. August finden die beiden in Elbe-Elster herausragenden Naturschutz-Vorhaben in einer Aktion zusammen. Denn bei „Plan Birke – forsch voran“ geht es auch um die Artenvielfalt im Birkenwald. „Und da gehört die Fledermaus auf jeden Fall dazu“, sagt Dr. Dirk Knoche vom FIB. Deshalb ist das Projekt Hauptorganisator der diesjährigen Fledermausnacht. Partner ist ebenso die Initiative Fledermausschutz Elbe-Elster. Eine Kooperationsvereinbarung wurde in diesem Jahr auch mit dem Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft unterzeichnet.

Geplant sind im August geHÖRige Erkundungstouren, spannende Waldthemen, Projektaktion Plan Birke sowie Fledermauskästen bauen. Mit Spiel und Spaß kann man sogar selbst zur Fledermaus werden. Auf jeden Fall aber wird jeder Teilnehmer die  „Schönen der Nacht“ beim Netzfang kennenlernen.

Stattfinden wird die 12. Fledermausnacht im Friedersdorfer Schullandheim Täubertsmühle bei Rückersdorf. Wer dabei sein möchte, sollte sich schnell anmelden. „Schon jetzt haben sich mehr als 45 Interessierte bei uns gemeldet“, sagt Christoph Ertle vom FIB. Die Übernachtungsplätze (Erwachsene 25 Euro, Kinder 15 Euro) sind begrenzt. Man kann aber auch ohne Übernachtung am abwechslungsreichen Programm mit Angeboten zum Staunen und Mitmachen teilnehmen (Erwachsene 2 Euro, Kinder 1 Euro).

Die Akteure von Plan Birke freuen sich über die konkrete Aktion. „Das wird eine lange Nacht der Forschung“, schwärmt Dr. Dirk Knoche jetzt schon. Der Wissenschaftler wirbt aber auch ganz intensiv für die Birke als Pionierbaumart. „Jeder kennt die Birke, kann sie an ihrem weißen Stamm identifizieren. Eine große Rolle kommt ihr in sich verändernden Wäldern zu. Wo der Wald verletzlich und bedürftig ist, kann die Birke als Pionierbaumart weiterhelfen. Sie bietet zudem 160 Insektenarten Lebensraum.“

Verschiedene Aktionen während des Projektes sollen verschiedene Aspekte der Birke in den Mittelpunkt stellen. So wird diese Baumart am 12. April speziell den Waldbesitzern nahe gebracht. „Ziel ist der Erhalt der Birkenbestände, denn die Birke hat zu Unrecht einen schlechten Ruf. Sie  ist stabiler und härter als die beiden wichtigsten Nadelgehölze“, sagt Dirk Knoche. „Da sie aber mit 80/90 Jahren ihr Lebensalter erreicht hat, muss man sie früher nutzen. Man kann mit der Birke bei gleichzeitiger Holzproduktion die Artenvielfalt fördern. Wir haben hier eigentlich eine Win-Win-Situation. Es muss niemand etwas aufgeben“, sagt auch Christoph Ertle. Auch eine Sonderausstellung wird vorbereitet.

Anmeldung für die Fledermausnacht am 17. August unter Telefon 03531 790718 oder per E-Mail an
c.ertle(at)fib-ev.de

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 29.3.19 von Frau Lehmann

https://www.lr-online.de/lausitz/finsterwalde/was-der-plan-birke-mit-fledermaeusen-zu-tun-hat_aid-37761153