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09.01.2018 09:23 Alter: 335 days

Schwarzstorch erobert das Naturparadies


Ein Dutzend Singschwäne sind Ende 2017 als Wintergäste in Grünhaus eingetroffen. Außerdem wurde im vergangenen Jahr der seltene Schwarzstorch als Nahrungsgast beobachtet.

Lichterfeld. Das Naturparadies Grünhaus zieht Jahresbilanz für 2017 und kündigt einen Panoramaweg als touristisches Highlight für 2018 an.

Einen Rückblick auf das Jahr 2017 warf Nabu-Projektleiter Dr. Stefan Röhrscheid vor zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützern kürzlich in der Gaststätte Alt Nauendorf bei der Jahresabschlussveranstaltung für das Biomonitoring im Naturparadies Grünhaus.

Er begann mit einem Dank an die versammelten Ehrenamtlichen: „Über 30 Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben im Jahr 2017 durch ihre Beobachtungen und Kartierungen im Naturparadies Grünhaus dazu beigetragen, dass unser Wissen über die Lebensgemeinschaften von Pilzen, Pflanzen, Insekten, Spinnen, Lurchen, Kriechtieren, Vögeln und Säugetieren im Naturparadies Grünhaus kontinuierlich wächst. Wer sich davon überzeugen will, braucht nur unsere Website
www.gruenhaus.org zu besuchen.“

Im abgelaufenen Jahr stand besonders die Vogelwelt im Blickpunkt des naturschutzfachlichen Monitorings, wie Röhrscheid ausführte. Zu den bundesweit seltensten Vogelarten, die im Naturparadies Grünhaus derzeit brüten, zählen Brachpieper, Steinschmätzer, Wiedehopf, Rebhuhn und Rothalstaucher. In einem nahrungsreichen Gewässer stellte sich neben Silber- und Graureiher erstmals auch der seltene Schwarzstorch als regelmäßiger Nahrungsgast ein. Auch der Uhu scheint vom Rand des Tagebaus bereits Jagdflüge in die Bergbaufolgelandschaft zu unternehmen. Der Kranich ist in Grünhaus ganzjährig zu beobachten, sowohl als Brutvogel wie auch zu Hunderten während der Zugzeit.

Dies ist ein Ergebnis des Grundwasserwiederanstiegs und einer naturschutzgerechten Bergbausanierung auf Basis eines detaillierten Kooperationsvertrags zwischen der Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe als Flächeneigentümer und dem Bergbausanierer LMBV. So sind in den letzten Jahren eine Vielzahl kleiner Feuchtbiotope, aber auch größerer Wasserflächen entstanden. Kleinere Gewässer bieten verschiedenen Entenarten sowie Watvögeln wie Flussregenpfeifer, Kiebitz und Rotschenkel beste Brutmöglichkeiten.

Ein größeres Gewässer im Mainzer Land wird dagegen zunehmend von Saat-und Blässgänsen, die im Herbst in unserer Region rasten, als Schlafgewässer angenommen. So konnte mithilfe ehrenamtlicher Zähler am internationalen Zähltermin Mitte November eine Übernachtungszahl von sage und schreibe 8700 Saat- und Blässgänsen ermittelt werden.

Als Wintergäste sind im November neben Kornweihe und Raufußbussard auch ein Dutzend Singschwäne eingetroffen. Auch der Seeadler ist nicht nur im Sommerhalbjahr, sondern auch den ganzen Winter über präsent.

Projektleiter Röhrscheid resümiert: „Die Naturausstattung in Grünhaus wird immer vielfältiger. Der Schutz vor konkurrierenden Nutzungen durch den Ankauf der Bergbaufolgelandschaft Grünhaus seitens der Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe vor über zehn Jahren und eine naturschutzorientierte Sanierung durch die LMBV tragen unübersehbar Früchte. Grünhaus wird deshalb auch für Besucher immer interessanter.“

Und hier verspricht Dr. Röhrscheid für 2018 auch aus anderen Gründen eine Qualitätssteigerung: War es bisher aufgrund der bergbaubedingten Gefahren nur möglich, das Gebiet im Rahmen geführter Wanderungen zu erkunden, wollen Nabu-Stiftung und LMBV nach jahrelanger Sanierungsarbeiten ab Mai 2018 einen Panoramaweg für die Öffentlichkeit freigeben. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen, um pünktlich Anfang Mai entlang der Strecke informative Schautafeln aufstellen zu können. Für den Tourismus in der Sängerstadtregion und am Bergheider See stehe damit ab der kommenden Saison ein weiteres touristisches Highlight zur Verfügung, so Röhrscheid sichtlich stolz.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 4.1.18 von Frau Lehmann

https://www.lr-online.de/lausitz/finsterwalde/schwarzstorch-erobert-das-naturparadies-gruenhaus_aid-7005161