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03.11.2017 07:30 Alter: 41 days

Jäger der Nacht haben in EE eine Lobby

Der Fledermausexperte Maik Korreng hat den Landes-Naturschutzpreis 2017 bekommen - eine große Ehre für den Naturschützer, der die einzigen nachtaktiven flugfähigen Säugetiere aufspürt und ihnen Lebensraum sichert.


Der Feldermausexperte Maik Korreng (l.) in seinem Element: Vor allem Kindern erklärt er gern wie und wo Feldermäuse leben und warum sie so schützenswert sind: Im Landkreis Elbe-Elster veranstaltet er regelmäßig Fledermausnächte. FOTO: Uwe Hegewald

Doberlug-Kirchhain. Der Fledermausexperte Maik Korreng hat den Landes-Naturschutzpreis 2017 bekommen – eine große Ehre für den Naturschützer, der die einzigen nachtaktiven flugfähigen Säugetiere aufspürt und ihnen Lebensraum sichert. Von Heike Lehmann

Eine Fledermaus zu Gesicht zu bekommen, ist ausgesprochen schwierig. Die scheuen Tiere bevorzugen für ihre Streifzüge die schützende Dunkelheit der Nacht. Deshalb bleibt Maik Korreng, ehrenamtlicher Fledermausexperte im Naturschutzbund, nichts anderes übrig, als sich gleichfalls nachts auf Exkursion zu begeben. Der Naturschützer aus Massen spürt die Tiere auf, um Nachweise ihrer Population zu dokumentieren, und er sichert ihnen Lebensraum. Korreng baut Kästen, bringt sie an, kontrolliert sie. Ihm ist gelungen, in Elbe-Elster viele Erstnachweise zu erbringen, zum Beispiel für die Bechstein-Fledermaus und die Mopsfledermaus. Beide Arten stehen in Brandenburg auf der Roten Liste. Maik Korreng lässt andere an seiner Leidenschaft für Fledermäuse teilhaben. Dafür ist er am Freitag mit dem Brandenburger Naturschutzpreisen geehrt worden. Umweltminister Jörg Vogelsänger persönlich hat die Auszeichnung in Doberlug-Kirchhain übergeben. Er attestierte Maik Korreng: „Es ist unverzeichtbar, was sie machen.“ Seit 1998 vergibt die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg diese Ehrungen.

Der Preis ist dotiert mit 3000 Euro. Maik Korreng will sich davon für seine ehrenamtliche Arbeit einen Traum erfüllen. „Ich möchte mir ein Anlockgerät für Fledermäuse davon kaufen“, sagt er. Davon könnten viele andere Menschen in Elbe-Elster etwas haben. Denn vor zehn Jahren hat Maik Korreng, Mitglied der Initiative Fledermausschutz Elbe-Elster und 2. Vorsitzender vom Regionalverband Finsterwalde im Naturschutzbund, die Idee, über die „einzigen nachtaktiven flugfähigen Säugetiere“, wie er sagt, in einer Fledermausnacht anschaulich aufzuklären. Seitdem hat sich diese Veranstaltung in Elbe-Elster zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Korreng überlegt schon, wo sie 2018 stattfinden soll.

Der Ort der Preisübergabe war nicht zufällig gewählt. Denn unweit vom Schloss Doberlug wird ein neues Feldermaus-Winterquartier errichtet – eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für frühere Fledermausquartiere, die bei der Sanierung von Rautenstock und Schloss entdeckt, aber zerstört wurden. Das Quartier an der Elsteraue grenzt an den Naturpark und an das Naturschutzgebiet Buchwald. Es wurde geplant vom Planungsbüro MKS Architekten Spremberg. Es baut die Werner Ecknig Bau GmbH aus Uebigau-Wahenbrück. Ein Blick auf die Pläne lässt erahnen: Hier entsteht quasi ein Hotel gehobener Kategorie für Fledermäuse. Die Kosten dafür scheinen es zu bestätigen. „Für uns heißt das 14 000 Euro für die Planung und 86 000 Euro Baukosten“, sagt Bürgermeister Bodo Broszinski. Abgefedert werden könne die Summe durch Städtebaufördermittel.

Auch Maik Korreng hatte sich für diesen Neubau stark gemacht. „Wir hoffen, dass sich bis zu fünf Arten hier ansiedeln werden. Möglich wären das Braune Langohr, das Graue Langohr, die Wasserfledermaus oder die Mopsfledermaus. Wegen des angrenzenden Naturschutzgebietes sind die Voraussetzungen günstig.“

Der Naturschutzpreis werde ihn beflügeln, versicherte er. „Auf Kirchböden zu stöbern, in Bunkern herumzukriechen – das übt auf mich nach wie vor einen großen Reiz aus. Außerdem ist jedes Mal die Freude groß, wenn man ein Tier gefunden hat und herausfindet, welche Art es ist.“

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 28./29.10.17 von Frank Claus

https://www.lr-online.de/lausitz/finsterwalde/brandenburger-naturschutzpreis-fuer-einen-fledermausexperten_aid-6769206