Drucken zoom
< Naturpark führt Jahrestagung durch
17.11.2017 08:48 Alter: 29 days

Naturpark verstärkt Fokus auf Norden


Die vier Ranger Ina Tschiesche, Tino Gärtner, Petra Wießner und Nadja Poser (v.l.) haben mit ihren interessanten Touren das ganze Jahr über Gäste in den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft gelockt.

Doberlug-Kirchhain .

Neues Besucherzentrum im Schloss Doberlug ist für das Jahr 2018 angekündigt. Von Heike Lehmann

Ein neues Besucherzentrum vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft im Schloss Doberlug – das hatte Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung, als Idee schon bei der Jahrestagung vor zwei Jahren verkündet. Zwei Jahre später, am vergangenen Mittwoch, berichtete er, dass derzeit an der Umsetzung gearbeitet werde und 2018 die Einweihung des Bildungs- und Besucherinformationszentrums erfolgen solle. Die Jahrestagung 2017 hatte damit ihren Paukenschlag. Erste visuelle Eindrücke, die den Mitgliedern des Fördervereins, Gästen und Interessierten per Entwurfsskizze und Foto vermittelt wurden, lassen den Spannungsbogen weiter wachsen.

Die Ausstellungsmöbel werden derzeit in den Werkstätten des Filmstudios Babelsberg gebaut. Das macht neugierig. Lars Thielemann sagt: „Die Ausstellung wird bewusst modern gestaltet und weicht so von den klassisch-naturkundlichen Varianten ab. Sie wird sich wie ein Gebirgszug durch drei Räume im Erdgeschoss des Schlosses ziehen. Der Besucher wird animiert, auf Spurensuche zu gehen. Wie ein Detektiv könne er sich die Zusammenhänge erarbeiten, unterstützt von bewegten Bildern und einer App, die digitalen Mehrwert bietet und auch im realen Naturpark als Reiseführer benutzt werden kann. „Mit der Ausstellung kann der Besucher das Wirken des Menschen in unserer Kulturlandschaft erkunden sowie den fortwährenden Prozess des (Landschafts)wandels erleben“, ergänzt Katrin Heinrich vom Besucherzentrum. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Berliner Firma: „stories within architecture“, die nach einer Ausschreibung mit ihren Ideen überzeugt hatte. Thielemann unterstreicht, dass man damit als Naturpark „das tolle Schloss mitgestalten und nachnutzen will“. Eine entsprechende Anfrage vom Bürgermeister der Stadt Doberlug-Kirchhain sei schon vor Jahren gekommen.

2017 habe man beim Naturpark personelle Stabilität in allen Bereichen erreicht, blickte Thielemann zurück. Vier junge Frauen im Besucherzentrum Bad Liebenwerda – das trotz der Ambitionen für das Schloss Doberlug dort als Infopunkt bestehen bleibt, vier Mitarbeiter der Naturwacht und vier Mitarbeiter in der Naturparkverwaltung plus Bundesfreiwilligendienstler.

Das Wirken im Naturpark ziele darauf, mehr regionale Identität zu schaffen. Naturparkfest und die jährliche Naturparkgemeinde seien ein bewährtes Instrument. Gespannt sei er auf das Fest im kommenden Jahr, das diesmal Sorno ausrichten werde. 130 beeindruckende Bilder habe es wieder beim Fotowettbewerb, der alljährlich von der Sparkasse Elbe-Elster unterstützt werde, gegeben. Mit Ranger-Touren, Bildungsangeboten, Radtouren und Vorträgen werden Gäste in die Region gelockt. Neue Info-Stelen und Schilder transportieren Wissenswertes zur Natur.

41 Veranstaltungen zum Klimaschutz und Biodiversität hat es 2017 gegeben. Der Wettbewerb „Grün ist bunt“ – unterstützt von der Volksbank Elsterland eG – ist erfolgreich fortgeführt worden. Stolz verwies Thielemann auf die aktiven Junior-Rangergruppen und das Sommer-Naturschutzcamp zum Thema Insekten mit 30 Kindern. Im Juli 2018 werden sich etwa 100 Junior-Ranger aus ganz Brandenburg in der Niederlausitzer Heidelandschaft treffen.

Mit Verweis auf die biologische Vielfalt erwähnte der Naturparkchef die erste nachgewiesene erfolgreiche Brut beim Uhu. „Zwei Junge sind ausgeflogen“, so Thielemann. Einen deutlich positiven Trend gebe es bei der Besiedlung der Fledermauswinterquartiere in Hohenleipisch.

30 000 Euro seien in den Erhalt der Unkenteiche bei Doberlug-Kirchhain geflossen. 214 Interessierte haben das Praxisangebot zum Obstbaumschnitt angenommen, 2000 Besucher wurden beim 23. Niederlausitzer Apfeltag gezählt, inzwischen gebe es 119 Baumpaten für den Pomologischen Garten in Döllingen.

Drei Fangaktionen hat es in diesem Jahr im Rahmen des viel beachteten Projekts zur Wiederansiedlung des Auerhuhns gegeben. 58 Vögel sind neu in die Niederlausitz geholt worden, mehrere Reproduktionsnachweise seien erbracht worden. Seit diesem Jahr ist ein neues Auerhuhn -Team beim Förderverein des Naturparks beschäftigt. „Die kontinuierliche Arbeit bis 2021 ist abgesichert“, so Thielemann. Seit Donnerstag berichten Teamvertreter in Österreich bei einem Expertentreffen von ihrer Arbeit.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 17.11.17 von Frau Lehmann

https://www.lr-online.de/lausitz/finsterwalde/jahrestagung-vom-naturpark-niederlausitzer-heidelandschaft_aid-6842947